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Mönchengladbacher Zeitung

Der Hardter Wald

Der Hardter Wald ist als Erholungsgebiet weit über die kommunalen Grenzen hinaus beliebt. 

Zunächst muss man sich allerdings an den stinkenden Verbrennern vorbeiquälen, die widerrechtlich im Halteverbot auf den Waldwegen parken.  Durch dieses egoistische Verhalten werden Abgase und eventuell Betriebsstoffe wie Öle in ein Naturschutzgebiet direkt im Wald verteilt.  Eichhörnchen und Co. sagen Danke.

Besucher finden Hilfestellungen auf dem Lehrpfad mit vielen Bildern und Beschreibungen der Fauna und Flora des Waldes. Etwas verstörend ist, dass nicht darauf hingewiesen wird, welche der genannten Tiere und Pflanzen hier heimisch sind.

Besonders auffällig sind die großen Mengen an nicht verrotteten Blättern der Roteiche, wie sie oben abgebildet ist. Dieser Baum stammt aus dem Nordosten Amerikas und wurde kürzlich zum Baum des Jahres 2025 gekürt. Er ist bei uns nicht heimisch. Er wird jedoch von einigen als Klimabaum und Hoffnungsträger angesehen. Das ist verwunderlich, da im Norden Amerikas ähnliche Witterungsverhältnisse wie bei uns herrschen. Zugutehalten kann man dem Baum, dass er schneller wächst als unsere heimischen Stiel- und Traubeneichen.  Somit hätte er einen wirtschaftlichen Nutzen. In einem kommunalen Wald sollte dieser jedoch eine untergeordnete Rolle spielen.

Im Gegensatz zu unseren heimischen Eichen sind die Roteichen eine ökologische Nullnummer. Offensichtlich sind die Bodenlebewesen nicht in der Lage, das Laub in Humus umzuwandeln. Während eine heimische Eiche etwa 400 Schmetterlingsarten als Lebensraum bieten kann, sucht man diese an einer Roteiche vergebens.  Neben Fachliteratur und einfachem KI-Wissen sollte man diese Kenntnisse von Fachleuten erwarten und entsprechendes Handeln einfordern.
In unserer Stadt heißt es jedoch: weiter so.
Noch im September des vergangenen Jahres hat sich Förster Stopps zu weiteren Anpflanzungen im Hardter Wald bekannt. Hierzu ist anzumerken, dass umliegende Kommunen die Roteiche bereits als invasiven Neophyt aus ihren Wäldern entfernen. Laut einem Bericht der Rheinischen Post lässt Nettetal Roteichen am Schloss Krickenbeck fällen. Dort wird die Roteiche als Schädling für unsere heimischen Wälder betrachtet.

Um die Biodiversität unserer heimischen Wälder zu schützen, hat NRW-Minister Krischer in den Nachbargemeinden Heinsberg und Viersen Waldentwicklungsgebiete ausgewiesen. Hier darf sich der Wald frei entfalten, ohne menschlichen Einfluss. In Mönchengladbach führen hingegen diverse Straßen durch den Wald.  Ob am Volksgarten oder im Hardter Wald ist diese Nutzung – abgesehen von den Anwohnern – infrage zu stellen. Von Schutz des Waldes keine Spur.

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