Die sogenannte Krefelder Studie hat ergeben, dass die Zahl der Fluginsekten um 76 % zurückgegangen ist.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, muss Lebensraum für Insekten geschaffen werden. In der Stadt wurden Blumenwiesen und Straßenbegleitgrün ebenso aufgewertet wie großzügige Staudenbeete, zum Beispiel im Volksgarten.
Im Sommer konnte man am hinteren Ausgang des Hauptbahnhofs wunderschöne Wildblumenwiesen bewundern. Hier wuchsen unter anderem Schafgabe und wilde Möhren. Doch nicht lange. In kurzen Abständen wurden die Wiesen hier gemäht. Die wichtige Insektennahrung und der Lebensraum wurden so zerstört.
Auch die Stauden im Straßenbegleitgrün werden in diesen Januartagen, also zum absolut falschen Zeitpunkt, bis auf wenige Zentimeter gekürzt. Dabei befindet sich die Brut der Insekten überwiegend in den abgestorbenen Stängeln. Durch den kurzen Schnitt dringt der Frost tiefer in den Boden ein und vernichtet Erdhummeln und weitere Bewohner. All diese sind somit für die nächste Saison verloren. Wahrscheinlich wurden die oberen Abschnitte ordnungsgemäß entsorgt.
Gemäht werden sollte je nach Witterung im März oder April, wenn die Insekten geschlüpft sind. Es ist dem Auge des Bürgers durchaus zuzumuten, dass Beete nicht aufgeräumt und kurzgeschoren durch den Winter kommen.
Wenn Schottergärten und Kunstrasen in dieser Stadt weiteren Lebensraum verhindern, wird die Tierwelt weiter zurückgehen. Somit fehlen nicht nur Marienkäfer und Schmetterlinge, die unser Herz erfreuen, sondern auch die Nahrungsgrundlage für Vögel, Fledermäuse, Igel und viele weitere Tiere.
Ein Umdenken und ein zukunftsorientiertes Handeln sind im privaten wie im öffentlichen Raum von Nöten, um die Vielfalt zu erhalten.

