Gegen das Vergessen – neue „Stolpersteine“

Mit seinen Stolpersteinen erinnert der Künstler Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit, indem er an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt.
In inzwischen acht Aktionen hatte der Kölner Künstler im Stadtgebiet inzwischen 219 Stolpersteine an 59 Orten für Menschen verlegt, die von den Nazis verhaftet, deportiert und ermordet wurden.
Heute, am 12. November, hat der Künstler in Begleitung der Bürgerinnen und Bürgern, die sich als Paten dafür stark gemacht haben, neun weitere Stolpersteine an vier unterschiedlichen Orten verlegt.
Auf den Steinen ist das Schicksal der ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt dokumentiert.
Hier die Übersicht der Standorte und Personen, für die am 12. November Stolpersteine verlegt wurden:

  • Adenauerplatz 13, Stolpersteine für Elise und Richard Kaufmann, Adele Meyer, Nelly Hirsch und Ellen Zanders,
  • Stepgesstraße 29, Stolperstein für Sara Winter,
  • Wilhelm-Niessen-Straße 13, Stolpersteine für Selma und Felix Horn,
  • Plattenstraße 59, Stolperstein für Henriette (Jetta) Zander

Oberbürgermeister Norbert Bude nannte in seiner Ansprache u.a. auch ein paar Zahlen:
Europaweit wurden mittlerweile ca. 3.200 Stolpersteine verlegt, in Deutschland haben sich etwa 700 Kommunen der Aktion angeschlossen.

„Aber es gibt auch immer noch Gemeinden, in denen das Thema sehr kontrovers diskutiert wird, dies ist schwierig zu verstehen, “ so Bude.
„In Mönchengladbach gibt es bisher keine Zerstörungen an Stolpersteinen, dies ist ein Beispiel für die breite Akzeptanz in der Bürgerschaft.
Die Steine liegen am letzten selbstbestimmten Wohnort der NS-Opfer bevor sie von den Nazis in Ghettos oder Konzentrationslager verschleppt wurden, “ erläutert OB Bude

Der Künstler Gunter Demnig freut sich über jeden Stein der noch hinzukommt.
Bis Ende April 2012 sind alle Termine belegt.
Besonders erfreut ihn die Begeisterung und das Interesse bei den Schülern.
„Deren Wissenshunger nach Fakten über die Schicksale ist riesig,“ so Demnig.

 

 

Ein Hinterbliebener hat ihm zu den Steinen gesagt:“ Es sind keine Grabsteine, denn beide Angehörigen sind in Ausschwitz verbrannt worden. Für mich sind es Schlusssteine. Inzwischen kann ich wieder nach Deutschland kommen.“

 

Mit der Verlegung dieser neun Stolpersteine kommt ein Projekt zu einem vorläufigen Abschluss, das Oberbürgermeister Norbert Bude vor rund sechs Jahren gestartet hat.
Dem Aufruf der Stadt, durch die Übernahme von Patenschaften für Stolpersteine die Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus wach zu halten, sind zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, aber auch Schulklassen, Vereine und weitere Einrichtungen gefolgt.
Die ersten drei der nun 228 Stolpersteine in Mönchengladbach waren im Januar 2006 verlegt worden.
Bürgerinnen und Bürger oder Institutionen, die sich für eine Stolperstein-Patenschaft interessieren, können sich auch weiterhin im Büro des Oberbürgermeisters an Stephan Güttes, Tel. 02161 – 25 2508, E-Mail stephan.guettes@moenchengladbach.de wenden.