Mehr schwere sexuelle Missbräuche in MG

Zornröschen

Erheblicher Zuwachs an schweren sexuellen Missbrauchshandlungen an Kindern und Jugendlichen

Am 22.02.2022 informierte sich der Landtagskandidat der SPD, Michael Roth, beim Verein Zornröschen über die Entwicklung der sexuellen Übergriffe an Kindern und die Entwicklung des nunmehr 30-jährigen Vereins. Hierfür standen ein Vorstand des Vereins, Herr Dr. Hornivius, und eine Mitarbeiterin, Frau Dipl. Sozialpädagogin Sigrid Mattausch, Rede und Antwort.

Das Ziel des Vereins ist die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, sowie die Beratung der Bezugs- und Vertrauenspersonen. Und dieses Ziel ist ernst gemeint: Zornröschen bietet ein sicheres Umfeld, in dem Kindern und Jugendlichen geglaubt und geholfen wird. Der alleinige Fokus liegt bei den Opfern. Täter dürfen die Schwelle zu den Räumlichkeiten nicht übertreten.

Die Vertreter des Vereins betonen, dass sich jede Person melden könne – auch wenn nur ein Verdacht besteht. Zum Wohle der Kinder sollte lieber einmal zu oft hingesehen werden. Neben der Betreuung und Begleitung der Opfer bietet der Verein auch Unterstützung bei der Prävention durch z.B. Schulungen an. Zuletzt wurde das Theaterstück „ab!pfiff““ erarbeitet und erfolgreich umgesetzt. Der Gedanke hinter diesem Theaterstück ist die Unterstützung bei der Entwicklung oder Implementierung von Schutzkonzepten und in Sportvereinen. Dazu sind alle Sportvereine herzlich eingeladen – auch wenn sich dort keine derartigen Probleme zeigen. Wichtig ist, so die Vertreter von Zornröschen, dass Erwachsene hinhören und aufmerksam sind, wenn Kinder und Jugendliche versuchen sexuelle Übergriffe mitzuteilen. Leider ist das in weiten Teilen immer noch ein Tabuthema, was häufig zu Abwehrhaltungen oder zu Beschwichtigungen führt.

Dass sexuelle Übergriffe aber ein reales Problem sind, zeigt eine Auswertung des Vereins. Denn unter den 486 Ratsuchenden im Jahr 2021, ist der Anteil der schweren sexuellen Missbrauchshandlungen an Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. „Das ist eine schreckliche Entwicklung, die mich als Vater von zwei Kindern sehr berührt und gegen die wir als Gesellschaft stärker vorgehen müssen“, so der Landtagskandidat Roth. „Es ist aber gut zu wissen, dass es Zornröschen gibt, das mit seinem niederschwelligen Angebot auch die Möglichkeit bietet, sich anonym dorthin zu wenden. Wichtig ist aber, dass auch wir Erwachsenen unseren Teil beitragen, das sexuelle Übergriffe am besten gar nicht mehr erfolgen, zumindest aber den Kindern und Jugendlichen die notwendige Hilfe zugute kommt.“