MOGLI machts möglich

Prof.Dr. Astrid Krus, Dr. Erwin Münch, OB Hans Wilhelm Reiners, verdeckt Thomas Thüring, Prof. Dr. Harald Vergossen, Andrea Riedel

Beim Pressetermin in der Flüchtlingsunterkunft am Fleenerweg spürte man, dass die Kinder schon fast „in Deutschland angekommen sind“.
Wie alle Kinder auf der Welt zeigten sie stolz was sie können, sie tobten herum und liefen lärmend über den Flur.
Aber es sollte in der Unterkunft etwas vorgestellt werden, was vielleicht einmal Modellcharakter, auch für andere Kommunen, werden könnte.
MOGLI „Mobil gemeinsam lernen international“.
In den einzelnen Unterkünften, wie auch im Luisental, Am Römerbrunnen, Hardter Landstraße und im Bockersend, wurden dank der großen Hilfe des Rotary Club Mönchengladbach Räume hergerichtet, die als Spielzimmer dienen. Hier sind Spielsachen vorhanden, Malutensilien und kindgerechte Möbel.

Zwei Erzieher/innen der Stadt Mönchengladbach (finanziell unterstützt vom Land) kümmern sich einen Tag in der Woche (im Wechsel jeweils in den verschiedenen Unterkünften) um die Kinder im KIGA-Alter. Diese kleinen Kinder werden ungern von den Eltern für einige Stunden in die Obhut anderer, zunächst fremder Personen, gegeben. Eine Kita, weit entfernt von den Unterkünften würde nicht aufgesucht und so entstand die Idee einer „rollenden Kita“.

Die Erzieher/innen bringen weitere Spielmaterialien mit, sie spielen mit den Kindern und „ganz nebenbei“ lernen die Kinder, aber auch die Eltern, deutsche Begriffe und die deutsche Sprache. Was sich einfach anhört, war zu Beginn eine „Arbeit mit Händen und Füßen“, denn wer von uns kann schon arabisch, oder eine andere Sprache der untergebrachten Flüchtlinge.
Dank der Unterstützung der Rotarier entstand auch der Kontakt zur Hochschule Niederrhein, zum Fachbereich Sozialwesen. Die unterstützen die Aktion mit einem auf Flüchtlingskinder abgestimmtes „psychomotorisches Betreuungsangebot“ wobei im Rahmen einer Bachelorarbeit die Theorie direkt mit der Praxis abgeglichen werden kann. Die Kinder lernen über motorisches Handeln, sich selbst, die anderen Kinder und die Beziehung zu Erwachsenen spielerisch kennen.
Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass eine Integration am einfachsten über die Kinder besteht. Es ist ein Gewinn für alle Seiten – für die Stadt, für die Flüchtlinge und für die Hochschule – und wichtig ist, dass es eine Nachhaltigkeit beinhaltet.

Zur Zeit leben in den Flüchtlingsunterkünften insgesamt 300 Kinder im Kindergartenalter – von denen knapp 50 über dieses Projekt erreicht werden (ein weiterer Ausbau ist jederzeit möglich). Weitere Kinder gehen auch in die naheliegenden Kitas und werden dort schnell integriert.
Die Förderung des Landes läuft zunächst ein Jahr, doch der Antrag auf weitere Förderung ist schon gestellt.