Preise für umweltgerechtes Bauen – Stadtrat zeichnet erstmalig nachhaltige und umweltverträgliche Bauprojekte aus

1. Preis geht an die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (GWSG)Erstmalig zeichnet der Rat der Stadt Mönchengladbach, in enger Kooperation mit der Stadtsparkasse Mönchengladbach und der NV AG Bauprojekte aus, die in ihrer Konzeption und Ausführung nachhaltig und umweltverträglich sind, im Jahr 2010 abgeschlossen sein mussten und im Stadtgebiet liegen müssen.


Für diesen Preis „Umweltgerechtes Bauen“, der jährlich vergeben werden soll, haben die Stadtsparkasse Mönchengladbach und die NVV AG jeweils 10.000 Euro zur Verfügung gestellt, mit denen die Preisträger honoriert werden.
Eine neunköpfige Jury, bestehend aus vom Rat der Stadt Mönchengladbach bestimmten Politikern und Vertretern der NVV AG, der Stadtsparkasse und der Stadtverwaltung haben die Preisträger aus elf qualifizierten Bewerbern ausgewählt.
Im Beisein von Horst Wateler, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, Dr. Rainer Hellekes, Vorstand der NVV AG, dem Technischem Beigeordneten der Stadtverwaltung, Andreas Wurff, Ralph Baus, Vorsitzender der Jury, und weiteren Jurymitgliedern wurden am 19. Dezember, die Platzierung und die Auszeichnungssumme bekannt gegeben.

Der mit 8.000 Euro dotierte 1. Preis geht an die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (GWSG) für die Komplettsanierung einer Wohnsiedlung aus den 1960er Jahren in Eicken.

Den mit 6.000 Euro dotierten 2. Preis konnte Susanne Finocchiaro für die Altbausanierung eines konventionellen Dreifamilienhauses aus dem Jahre 1930 an der Burggrafenstraße 98 entgegen nehmen.

 

 

Auf dem dritten Platz gelangten gleich zwei Bauprojekte.

So durften sich über jeweils 3.000 Euro Michaela und Markus Wulf für den Neubau eines konventionellen Einfamilienhauses mit wärmegedämmten Hochlochziegeln aus Ton am Molitorweg 29 sowie Anette und Stephan Brils für den Neubau eines Einfamilienhauses in Holztafelbau und kompakter Bauweise Am Spielberg 41 freuen. Ausgezeichnet wurden beide Objekte für die Verbindung zeitgemäßer Architektur mit vielfältigen Ideen, konsequenter Ökologie und hohem Wohnkomfort mit Energievorteil.

„Für die Jury waren in der Bewertung die Aspekte Innovation, Altbausanierung, Höhe der geflossenen Zuschüsse, privates Engagement, städtebauliche Bedeutung des Objektes und die damit verbundene Modellhaftigkeit und Vorbildfunktion des jeweiligen Bauvorhabens als Kriterien entscheidend“, so Juryvorsitzender Ralph Baus. „Die ständige Erweiterung unseres Wissens um die Probleme unserer Umwelt und eine permanente Förderung des Umweltbewusstseins sind heute wie morgen Herausforderungen für jeden von uns“, so Ralph Baus weiter.
Nur so könne es gelingen, die fortschreitenden negativen Umwelteinflüsse einzudämmen und die Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Gesellschaft zu erkennen.

„Aktive Nachhaltigkeit besteht nun darin, Verantwortung zu übernehmen, Handlungsbedarfe zu erkennen, sie aufzugreifen und durch Eigeninitiative in realisierbare Lösungen umzusetzen.
Sie alle haben in Ihren Bauprojekten, die in besonderer Weise ökologisch nachhaltig und umweltverträglich sind, einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des sparsamen Umgangs mit Energie im Bauwesen geleistet. Sie haben es dabei verstanden, Engagement für die Umwelt mit Innovation zu verbinden und damit Modelle für Wertschöpfung und umweltgerechtes Handeln geliefert“, betonte er bei der Preisverleihung.

Ganz besonders freute sich GWSG-Geschäftsführer Armin Maaßen über den 1. Preis. „Wir werden die Preissumme für gemeinnützige Zwecke den Bewohnern der Siedlung in Eicken zugute kommen lassen“, verkündete er bei der Preisverleihung.
Der erste Bauabschnitt mit 35 Wohnungen wurde bereits 2009 fertig gestellt.
Im Jahre 2012 werden dann alle 67 sanierten und 12 neuen Wohnungen bezogen sein.
Die auf der Grundlage des energieeffizienten Bauens konzipierte Wohnanlage in Eicken wurde vom Land Nordrhein-Westfalen als Solarsiedlung NRW prämiert.
Die bis auf den Rohbau zurück gebauten Außenteile wurden mit hoch dämmernden Baustoffen bekleidet, und die Fenster sind durchgängig dreifach verglast.
Alle Wohnungen wurden mit einer automatischen Wohnraumlüftung und Wärmerückgewinnung ausgestattet.
Die Beheizung der Wohnungen erfolgt über eine Fußbodenheizung. Das zentrale Gasbrennwertgerät wird unterstützt durch Luft-Wärmepumpen und die Solarkollektoren auf den Dächern. Die Zeilenstruktur der Wohnblöcke wird durch neu geschaffene Innenhöfe und Ergänzungsbauten dem Straßenrand der Eickener Straße ein neues Gesicht geben und damit auch den Wohnwert und die Wohnqualität seines Umfeldes steigern.

Der zweite Platz des Umweltpreises „Umweltgerechtes Bauen“ wurde für die Altbaukernsanierung eines konventionellen Dreifamilienhauses aus dem Jahre 1930 an der Burggrafenstraße 98 ausgelobt. Hier wurde das Dach des Gebäudes komplett erneuert, die Straßenfassade von innen, die Gartenfassade von außen und die Kellerdecke von oben und unten mit unterschiedlichsten Materialien wie Zellulose im Einblasverfahren im Dachgeschoss, aber auch Mineralwolle oder EPS-Schaum zur unbeheizten Kellerdecke gedämmt.
Ergänzend wurden Passivhaus zertifizierte Holz-Alu-Fenster mit Dreifachverglasung und Edelgasfüllung eingesetzt.
Alle Wohnungen wurden mit Wärmerückgewinnung über Kreuzstromwärmetauscher ausgerüstet. Zur Warmwasser- und Wärmeversorgung wurde eine Wärmepumpe installiert, die mit zwei Erdsonden Energie im Haushalt zur Nutzung bereit stellt.
Jede Wohnung hat einen „Hauptschalter“ im Eingangsbereich, der den Stromverbrauch von Elektrogeräten im Standbybetrieb minimiert und die gesamte Beleuchtung ausschaltet.
Eine Photovoltaikanlage rundet trotz der nicht optimalen Dachausrichtung das Energiekonzept ab. [PM]