Schlagwort: Bürgergeld

  • Bürgergeld: Gladbachs Grüne weisen Stimmungsmache zurück

    Bürgergeld: Gladbachs Grüne weisen Stimmungsmache zurück

    Im Zuge der Verabschiedung des Bürgergelds zum Ende letzten Jahres befeuern falsche Behauptungen eine gesellschaftlich spaltende Debatte. Bereits zur Einführung des Harz-IV Nachfolgers hat der SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert der CDU-CSU-Fraktion „Desinformation und Stimmungsmache“ vorgeworfen. So wurden, um eine Verabschiedung im Bundesrat zu ermöglichen, auf Pochen der Union, die vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten verschärft und das Schonvermögen reduziert. 

    Mit der geplanten Erhöhung des Bürgergeldes um zwölf Prozent zum 01.01.2024 hat die CDU-Bundestagsfraktion in Person von Jens Spahn diesen Diskurs erneut künstlich befeuert. So wurde zum wiederholten Male seit der Einführung die Behauptung aufgeworfen, dass mit der Erhöhung des Bürgergeldes sich Arbeit nicht mehr lohnen würde.

    Diese Behauptung weist der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen in Mönchengladbach entschieden zurück und beruft sich dabei auf eine Analyse, welche im Auftrag des ARD-Magazins „Monitor“ durchgeführt wurde.

    Diese Analyse ergab, dass das Haushaltseinkommen in den drei ermittelten Fallkonstellationen bei Zugrundelegung des Mindestlohns immer mehr als das erhöhte Bürgergeld beträgt.

    Jonas Gesthuysen

    „Die Aussagen der CDU-Bundestagsfraktion sind insofern bemerkenswert, als dass sie auch gegen die Erhöhung des Mindestlohns auf 12,00 Euro/Stunde gestimmt haben. Hier werden bewusst, Bedürftige und Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, gegeneinander ausgespielt“, stellt Jonas Gesthuysen, Beisitzer im Vorstand der Mönchengladbacher Grünen, fest.

    „Auch in Mönchengladbach leben aus vielfältigen Gründen zahlreiche Menschen, insbesondere Kinder, vom oder mit dem Bürgergeld. Das Bürgergeld soll das Existenzminimum gewährleisten. Ob dies bei der steigenden Inflation selbst mit dieser Erhöhung gelingt, ist aus meiner Sicht zweifelhaft“ so Gesthuysen weiter.

    „Anstatt mit falschen Behauptungen Stimmung zu machen, sollten wir uns vielmehr darüber Gedanken machen, wie wir Bürgergeldbeziehenden gezielt helfen können, wieder in Arbeit zu kommen. Arbeit ist die beste Form der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ so Gesthuysen abschließend. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen in Mönchengladbach wird sich auch weiterhin für ein existenzsichernde Grundsicherung, die ihren Namen verdient, einsetzen.

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  • DGB Stadtverband Mönchengladbach fordert mehr Geld für Jobcenter, da neue Fördermöglichkeiten sonst ins Leere laufen

    DGB Stadtverband Mönchengladbach fordert mehr Geld für Jobcenter, da neue Fördermöglichkeiten sonst ins Leere laufen

    Die Einführung des Bürgergeldes ist für den DGB ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.

    Umso unverständlicher sind die Verschlechterungen bei der finanziellen Ausstattung der Jobcenter.

    „Die Verbesserungen bei den Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose stehen im diametralen Widerspruch zu den Kürzungen der Bundesregierung bei den Mitteln des Eingliederungs-budgets. Es ist gut, dass die Bundesregierung zukünftig verstärkt auf Qualifizierung setzt und einen Qualifizierungsbonus von 150 Euro im Monat für abschlussbezogene Weiterbildung einführt. Wir begrüßen auch, dass sie den Vermittlungsvorrang in prekäre Arbeit aufhebt und so zu nachhaltigen Perspektiven für Langzeitarbeitslose am ersten Arbeitsmarkt beitragen will. Gleichzeitig ist unklar, wie die Jobcenter diese Herausforderungen meistern sollen, wenn sie Kürzungen von etwa 200 Millionen Euro bei den Mitteln für Weiterbildung und Vermittlung hinnehmen müssen“, so der Vorsitzende des DGB Mönchengladbach Patrick Stock.

    Bereits jetzt seien die Jobcenter völlig unzureichend finanziert. Das hat jährlich zur Folge, dass sie mit den Mitteln zur Eingliederung in Arbeit ihren eigenen Verwaltungsapparat finanzieren müssen. „Die Umwidmung der Gelder – also die Umschichtung des Eingliederungstitels in den Verwaltungstitel – haben wir immer kritisiert. Nun verschärft sich diese Problematik noch. Die neuen Fördermöglichkeiten müssen gegenfinanziert werden, sonst bleiben die Maßnahmen Augenwischerei“, fordert Stock.

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  • Bürgergeld

    Bürgergeld

    Der in Aachen lehrende Diplom Volkswirt Ralf Welter war am 28.11.2022 zu Gast beim Bündnis für Menschenwürde.

    Sein äußerst aufschlussreicher Beitrag zum Bürgergeld begann mit der Historie der Agenda 2010.
    Bei dieser Reform wurden die Sozialhilfe und das Arbeitslosengeld II zusammengelegt.
    Die damals von der SPD hauptsächlich getragene Reform sollte die Arbeitslosigkeit im Lande verringern. Der Ökonom Ralf Welter hingegen führt den Rückgang der Arbeitslosigkeit auf die wirtschaftlichen Entwicklungen zurück und nicht auf diese Reform. Die bis heute umstrittene Reform soll nun durch ein so genanntes Bürgergeld zum 01.01.2023 ersetzt werden.
    Der nun jedoch um 50 Euro angehobene Satz wird als viel zu gering bemängelt. Ein Leben in Würde, wie es im Grundgesetz verankert ist, ist somit nicht möglich. Herr Welter verweist auf den Vorsitzenden des paritätischen Vereins, Herrn Ulrich Schneider, dessen Forderung ein Satz von 750 Euro ist, und schließt sich dem an.

    Er führte weiterhin aus, dass die aktuelle Inflation vor allem die Ärmsten unter uns trifft.
    Deren hauptsächliche Ausgaben für den Lebensmittelbereich hat eine Preissteigerung von ca. 20%. Daraus resultiert, dass die Tafeln im Land einen hohen Anstieg der Bedürftigen verzeichnen, den sie nicht mehr versorgen können.  Ohnehin könne es nicht die Aufgabe von NGOs sein, die Not in einem Sozialstatt zu lindern.
    Einige Anwesende von verschiedenen Vereinen bestätigten die Zunahme der Bedürftigen. Dieser Anstieg ist auch auf die Kriegsflüchtlinge zurückzuführen. Für diese Menschen forderte Herr Welter den sofortigen Zugang zu Sprachkursen.

    ER begrüßte die Initiative des „Housing First“ hier in Mönchengladbach. Hier wird Obdachlosen eine Wohnung angeboten, um somit wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Bis auf einen sehr geringen Anteil der Obdachlosen lebt niemand gerne auf der Straße. Vor allem die Zunahme des Frauenanteils wurde betont.

    Die zunehmende Angst der sogenannten Mittelschicht vor dem Abstieg wurde bekräftigt. Diese sei berechtigt, wenn man bedenkt, dass durch den Einspruch der Opposition das Schonvermögen auf 40.000 Euro herunter gesetzt wurde. Die Lebensleistung einer Eigentumswohnung würde somit nach einem Jahr zu Nichte gemacht.
    Er stellte sich die Frage, ob vermögende Politiker gerade der CDU, die niemals in die Verlegenheit des Nutzens dieser Hilfeleistungen kämmen, wirklich geeignet sind hierüber zu urteilen.
    Herr Welter ermutigte die Anwesenden der verschiedenen NGOs, sich zusammen zu schließen und sich sichtbar Gehör zu verschaffen.
    Trotz der gesamten Drohkulisse der Inflation, sozialer Abstieg und Verarmung stellte er fest, dass sich in Lützerath Familien für den Erhalt des Dorfes und für eine Energiewende einsetzen.

    Man kann sagen, dass Herr Welter hart ins Gericht ging mit einer Politik, die am wahren Leben vorbeigehe. Ob dieses Bürgergeld seinen Namen verdient, wird die Zeit zeigen.
    Leider scheint aus einer Reform ein Reförmchen geworden zu sein.

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  • Streitthema Bürgergeld: interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen

    Streitthema Bürgergeld: interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen

    Das geplante wie umstrittene Bürgergeld ist Thema der Mitgliederversammlung des regionalen Bündnisses für Menschenwürde und Arbeit.

    Bündnis-Sprecher Wolfgang Fels: „Wir haben dazu Ralf Welter eingeladen, der sich ausführlich mit dem Pro und Contra beschäftigen will.“ Welter ist Diplom-Volkswirt und Dozent für Volkswirtschaft an der Fachhochschule Aachen.

    Der Befürworter eines Grundeinkommens ist im Vorstand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Aachen aktiv.
    Das Bündnis setzt sich intensiv für den sozialen Frieden ein – sei es mit klaren Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum, „fairer Arbeit und damit fairer Bezahlung“ oder mit dem „Energieappell“ an die Politik. Darin wird u.a. verlangt, dass die Preisexplosionen auf dem Energiesektor sowie die hohe Inflation (Stichwort teure Lebensmittel) nicht „existenzgefährdende Folgen“ für Menschen mit wenig Geld haben dürften. 

    Die Veranstaltung mit den obligaten Tagesordnungspunkten wie Finanzsituation des Bündnisses, Jahresresümee für 2022 und Aktionen im kommenden Jahr ist am 28. November ab 18 Uhr in den Räumen des Volksvereins an der Geisenbecker Straße 107 (Anbau, Eingang über den Hof). Getränke und Imbiss stehen zur Verfügung. 

    Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen.
    Das Bündnis engagiert sich in Mönchengladbach, Krefeld sowie den Kreisen Heinsberg und Viersen.

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