Schlagwort: Minijob

  • Minijobs: DGB Mönchengladbach fordert Reformen statt Ausweitung

    Minijobs: DGB Mönchengladbach fordert Reformen statt Ausweitung

    Nach Angaben der Agentur für Arbeit ist von März 2020 bis März 2021 die Zahl der Minijobber*innen in Mönchengladbach von 25.661 auf 23.661 zurückgegangen (-6,2 Prozent).

    Im Gastgewerbe gab es einen Rückgang von 9,4 Prozent.

    Mit Blick auf den aktuellen Mangel an Arbeitskräften in Mönchengladbach, speziell im Gastgewerbe, fordert der Mönchengladbacher DGB-Vorsitzende Patrick Stock von der kommenden Bundesregierung echte Reformen in der Arbeitsmarktpolitik.

    „Wir brauchen dringend Veränderungen bei den Minijobs. Eine höhere Verdienstgrenze wie es im Sondierungspapier von SPD, Grünen und FDP steht darf nicht zu einer Ausweitung dieser Arbeitsform führen. Im Gegenteil: Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige Arbeit mit sicherer Perspektive überführt werden. Denn genau die bietet ein Minijob nicht. Das haben wir in der Coronazeit erlebt, in der viele Minijobber*innen ihre Arbeit verloren haben. Dazu kommt die drohende Altersarmut für alle geringfügig Beschäftigten, weil keine Beiträge in die Sozialkassen gezahlt werden. Ein wirtschaftlicher Aufschwung darf nicht auf solchen Arbeitsverhältnissen aufgebaut werden.“

    Die Annahme, dass Minijobs Brücken in die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bauen könnten, hat sich nicht bestätigt. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat festgestellt, dass in Kleinbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern sozialversicherungspflichtige Stellen verdrängt werden. In der Summe könnten bundesweit bis zu 500.000 Jobs ersetzt werden. Insgesamt entfallen auf kleine Betriebe 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen und 36 Prozent aller geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.

    Der DGB weist darauf hin, dass es etliche Nachteile für die Minijobber*innen gibt: Sie stecken im Niedriglohnsegment fest, arbeiten häufig unterhalb ihres Qualifikationsniveaus und sind nur dann rentenversichert, wenn sie freiwillig zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung einzahlen.

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  • 1.600 Minijobs im Corona-Jahr weggefallen

    1.600 Minijobs im Corona-Jahr weggefallen

    Wenn der Minijob zur Falle wird: In Mönchengladbach sind im vergangenen Jahr rund 1.600 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse weggefallen. Innerhalb von zwölf Monaten sank ihre Zahl um sechs Prozent auf zuletzt 24.600, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt.

    Die IG BAU beruft sich hierbei auf neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Der Rückgang zeigt, dass Minijobs alles andere als krisenfest sind. In unsicheren Zeiten kürzen Firmen zuerst bei den 450-Euro-Kräften, die allerdings weder Anspruch auf das Kurzarbeiter- noch auf das Arbeitslosengeld haben“, kritisiert Uwe Orlob.
    Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Düsseldorf fordert, Lehren aus der Pandemie zu ziehen und Betroffene besser zu schützen. Minijobs müssten ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden.

    In der Gebäudereinigung seien prekäre Arbeitsverhältnisse besonders stark verbreitet und würden insbesondere für Frauen zum Karriere- und Armutsrisiko. Laut Arbeitsagentur zählten die Reinigungsfirmen in Mönchengladbach Ende vergangenen Jahres rund 1.000 Beschäftigte, die einen Minijob als alleiniges Einkommen haben. Das sind 46 Prozent
    aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Branche. Die IG BAU rät Beschäftigten, die während der Pandemie ihren Minijob verloren haben oder um dessen Verlust fürchten, Hilfe bei der Gewerkschaft zu suchen.
    „Die Politik setzt mit den abgabenfreien Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize. Die Corona-Krise hat klargemacht, dass diese Stellen eine arbeitsmarktpolitische Sackgasse sind. Es ist höchste Zeit, die Sozialversicherungsfreiheit für 450-Euro-Jobs abzuschaffen“, so Orlob. Nur wenn für die Beschäftigten künftig Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-,
    Pflege- und Rentenversicherung gezahlt würden, könnten sie wirksam geschützt werden.

    Es sei zu begrüßen, dass sich auch SPD, Grüne und Linke für eine grundlegende Reform der Minijobs einsetzten. Die nächste Bundesregierung müsse das Thema dringend anpacken. Die von der Union geforderte Anhebung der Verdienstgrenze auf 550 Euro sei hingegen der falsche Weg und würde die prekäre Beschäftigung ausbauen, statt sie
    einzudämmen, warnt die IG BAU.
    Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sind im Zuge der Corona-Pandemie bundesweit 870.000 Minijobs verloren gegangen. Die Autoren plädieren dafür, solche Stellen in die Sozialversicherungspflicht einzubeziehen und gleichzeitig niedrige Einkommen deutlich geringer zu besteuern. Damit könnten bis zum Jahr 2030 knapp 170.000 zusätzliche Teilzeit-Jobs entstehen.

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  • Arm trotz Arbeit – das Ergebnis langjähriger Niedriglohnpolitik

    Arm trotz Arbeit – das Ergebnis langjähriger Niedriglohnpolitik

    In Mönchengladbach mussten im Dezember 2019 zum Stichtag 2.959 Personen trotz einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zusätzlich aufstockende Leistungen vom Jobcenter in Anspruch nehmen, um über die Runden zu kommen – weil ihr Einkommen fürs Leben nicht ausreichte.

    Das geht aus einer DGB-Auswertung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor.

    Mehr als jeder vierte, der zusätzliche Leistungen erhielt, hatte sogar einen Vollzeitjob. „Vollzeit zu arbeiten und trotzdem zum Amt zu müssen, ist für viele Beschäftigte entwürdigend“, erklärt Emrah Bektas, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands Mönchengladbach. „Der Staat wird dabei als Lückenbüßer für niedrige Löhne missbraucht.“ so Bektas weiter.

    Zunehmend gehen Arbeitgeber dazu über, Arbeitsplätze nur noch in Form von atypischer Beschäftigung anzubieten, also zum Beispiel in Teilzeit, Minijobs oder Leiharbeit. Dies erhöht für die Arbeitgeber die betriebliche Flexibilität, führt aber dazu, dass noch mehr Beschäftigte nicht von ihrem Einkommen leben können. So ist zwar in Mönchengladbach die Zahl der Beschäftigten mit 111.510 um rund 1,2% höher gewesen, als zum Jahresende 2018. Allerdings war dieser Anstieg überwiegend auf einen Zuwachs bei der Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen.

    Das führte parallel zu einem Anstieg derer, die auf Grund des Teilzeitjobs Hilfe durch das Jobcenter beantragen mussten. 1.813 Beschäftigte in Teilzeitjobs waren in Mönchengladbach am Ende des vergangenen Jahres davon betroffen. „Vor allem bei unfreiwilliger Teilzeit ist das für die Betroffenen bitter, sie wollen mehr arbeiten, dürfen aber nicht. Dieser Trend muss gestoppt werden“, sagt Bektas.

    Besonders hoch ist die Aufstockungsquote auch bei Minijobs als Hauptbeschäftigung. Es ist inzwischen nachgewiesen, dass Minijobs nicht geeignet sind als Brücke in existenzsichernde Vollzeitbeschäftigung. Sie bieten viele Fehlanreize, die verhindern, dass Betroffene dauerhaft aus dem Hartz-IV-System herauskommen. 2.103 Minijobber*innen mussten aufstockende Leistungen in Anspruch nehmen. „Das überholte Minijobmodell muss deswegen beendet werden. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode muss dies auf die Agenda der Bundesregierung“ meint Emrah Bektas.

    Der DGB fordert deshalb „Wer arbeitet, der soll auch sich und seine Familie davon versorgen können, und zwar jetzt und auch im Alter. Die Bundesregierung muss jetzt alles dafür tun, den Niedriglohnsumpf trocken zu legen. Das heißt, der Mindestlohn muss endlich rauf auf 12 Euro“, so Bektas.

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  • Ruhige Mai-Kundgebung auf dem Rheydter Marktplatz

    Ruhige Mai-Kundgebung auf dem Rheydter Marktplatz

    Es darf gerätselt werden, warum die Teilnahme am Demonstrationszug alljährlich abnimmt. Lediglich etwas mehr als 100 Gewerkschaftler zogen zur Kundgebung auf den Marktplatz in Rheydt. Denkbarer Grund könnte das verlängerte Wochenende gewesen sein, viele Arbeitnehmer nutzten es wohl zum Kurzurlaub.

    Umso intensiver waren bei windigem Wetter die Ansprachen der Gewerkschaftsredner.
    Nach den Erwähnungen der Erfolge in letzter Zeit, gute Lohnzuwächse etc. gingen sie auf die Ziele für die Zukunft ein. Besserer Mindestlohn, Abschaffung der Minijobs und mehr Personal in den Verwaltungen und Schulen waren einige der vielen Forderungen. Auch der Personalmangel in den Kitas war ein wichtiges Thema für die Rednerin der GEW.
    Die mit ihren Ständen vertretenen Parteien und Vereine hatten an diesem 1. Mai reichlich Gelegenheit zur Eigenpräsentation, so warb der Vertreter des Arbeitslosenzentrums um Unterstützung bei anwesenden CDU-Politikern.
    Oberbürgermeister Reiners stattete der Kundgebung zwar einen kurzen Anwesenheitsbesuch ab, ein Grußwort war nicht zu hören.
    Von den im Rat vertretenen Parteien waren einige Vertreter auf dem Marktplatz zu sehen. MdL Hans-Willi Körfges und MdB Gülistan Yüksel führten mit einigen Gewerkschaftlern den Demonstrationszug an.

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