Startup FIL MEA kooperiert für neues Geschäftsmodell mit der BARMER

Foto: WFMG

Die Krankenkasse wird 2021 einen Prototypen der so genannten „müslify-Bar“ der beiden Gründerinnen Gizem Bulut und Judith Grünewald für einen Zeitraum von je drei Monaten in verschiedene regionale mittelständische Unternehmen bringen.

Der Hintergedanke: Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz soll vollständig plastik- und abfallfrei zur Verfügung gestellt werden – und Arbeitgeber sollen auf diese Weise einerseits Benefits an ihre Mitarbeiter weitergeben und andererseits ihr Employer Branding dahingehend stärken können, dass ihnen die Gesundheit ihrer Angestellten am Herzen liegt.

Das „Gründerstipendium NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen, dessen Förderung für die beiden Gründerinnen nach zwölf Monaten dieser Tage ausläuft, hatten sie auch deswegen erhalten, weil sie rund um ihren Unverpackt-Laden an der Annakirchstraße 63 zahlreiche innovative Aspekte realisieren wollten. Dies wurde durch Corona ein wenig erschwert, andererseits zwang die Pandemie Einzelhändler landauf, landab schließlich auch generell dazu, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. FIL MEAs Antwort: ein innovatives B-2-B-Konzept namens „müslify“, dessen Vertrieb die BARMER nun in der Pilotphase unterstützt.

Die Idee: Unternehmen suchen sich zunächst ihre Paket-Wunschgröße aus – 10, 15 oder 20 Produkte kann die müslify-Station von FIL MEA umfassen. Die geschulten Ernährungstrainerinnen des Startups stellen eine Produktauswahl in Bio-Qualität zusammen, die optimal auf einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag ausgerichtet ist. „Unsere Auswahl ist kein Zufall: Gute Zutaten, effizient kombiniert, um die optimale Nährstoffversorgung zu erreichen“, beschreibt Bulut das Konzept. In Form der müslify-Station werden Lagerung und Warenpräsentation direkt mitgeliefert, und mit dem Abfüllsystem besteht volle Kontrolle über die Portionsgröße. In regelmäßigen Abständen wird die Station mit frischer Ware versorgt und auf Funktionalität und Sauberkeit überprüft. Produziert wird sie übrigens von einem örtlichen Schreiner, die Produktionskosten übernimmt die BARMER.

„Krankentage reduzieren, Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit steigern und Verpackungsmüll einsparen – müslify ist die All-In-One-Lösung für Unternehmen“, sagt Bulut. „Dank der Unterstützung der BARMER können teilnehmende Unternehmen nun testen, wie die gesündere Alternative zum Mettbrötchen bei den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ankommt“, ergänzt Grünewald. Und wenn müslify gut ankomme, könne und werde die Zusammenarbeit selbstredend über die drei Monate hinausgehen. „Die Unterstützung der BARMER bei der Erstansprache der Unternehmen hilft uns ungemein. Da profitieren wir immens von dem großen Netzwerk, das sie zu den Unternehmen in der Region hat – und welches wir als junges Startup einfach noch nicht haben können.“ Im Erfolgsfall sei ein deutschlandweiter Roll-out durchaus denkbar, heißt es von der BARMER.

Gesunde Ernährung in Unternehmen zu bringen, ist im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements ohnehin eine der Kernaufgaben der Krankenkasse. „Die Kooperation mit FIL MEA hilft uns, auch nach außen zu zeigen, dass Krankenkasse nicht nur verstaubt und langweilig ist, sondern dass Startups und junge Gründerinnen und Gründer bei
uns auch wirklich unterstützt werden. Für uns ist das nicht nur eine Floskel“, sagt Marcel Küsters, Regionalgeschäftsführer der BARMER. Das Unternehmen ist Mitglied von nextMG, regelmäßig auf den Meetups des Digitalisierungs- und Gründervereins vertreten und war in diesem Jahr als Veranstaltungspartner bei der ersten „Gründerwoche Niederrhein“ dabei.

Die WFMG hatte FIL MEA von Anfang an unterstützt, in ihren Startup-Support aufgenommen und auch die Möglichkeit einer Kooperation mit der Barmer angeregt. „Es freut mich sehr, dass unsere Gründerinnen und Gründer sich nicht scheuen, selbst gut funktionierende Geschäftsmodelle stets weiterzuentwickeln und neu zu denken, obwohl um sie herum gleichzeitig eine Pandemie tobt und sie bereits massive Anstrengungen unternehmen müssen, um einigermaßen unbeschadet dadurch zu kommen“, sagt Jan Schnettler, Startup Community Manager bei der Wirtschaftsförderung. „Und wenn darüber hinaus zusätzlich Kooperationen zwischen Startups und Mittelständlern oder Corporates erwachsen wie nun zwischen FIL MEA und der BARMER, haben wir unser Ziel erreicht – denn dann entstehen Mehrwerte am und für den Standort Mönchengladbach.“