Autor des Artikels: Johannes Erbrath
Engagierte Bürgerinnen und Bürger gründen Initiative zum Schutz heimischer Wespen und Bienen – Kritik an politischer Untätigkeit.
Am Niederrhein hat sich ein neues Bündnis gegründet, das sich einer wachsenden ökologischen Bedrohung stellt: das „Velutina Netzwerk Niederrhein“. Ziel der Initiative ist die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) und der Schutz heimischer Wespen- und Bienenarten, die zunehmend unter Druck geraten.
Die Asiatische Hornisse, ursprünglich aus Südostasien stammend, breitet sich seit einigen Jahren auch in Nordrhein-Westfalen aus. Fachleute warnen, dass sie eine ernsthafte Gefahr für Honigbienen und andere Bestäuber darstellen kann. Imker berichten bereits von Angriffen auf ihre Völker.
„Wir sehen die Entwicklung mit großer Sorge“, sagt ein Sprecher des neu gegründeten Netzwerks. „In Frankreich hat man zu lange weggeschaut – jetzt ist das Problem kaum noch in den Griff zu bekommen. Diese Fehler dürfen wir hier nicht wiederholen.“
Warnung aus Frankreich
In Frankreich wurde Vespa velutina erstmals 2004 festgestellt. Heute gilt sie dort als invasive Art, die sich nahezu unkontrolliert verbreitet. Die Tiere jagen gezielt Honigbienen, stören die Bestäubung heimischer Pflanzen und beeinflussen das ökologische Gleichgewicht.
Die Mitglieder des Velutina Netzwerks Niederrhein befürchten ähnliche Entwicklungen in Deutschland, wenn nicht bald entschieden gehandelt wird.
Kritik an der Politik
Deutliche Kritik äußert das Netzwerk an der fehlenden politischen Unterstützung. „Während engagierte Bürgerinnen, Imker und Ehrenamtliche mit eigenen Mitteln versuchen, Nester zu finden und zu entfernen, fehlt es auf Seiten der Politik an Verantwortung und klaren Zuständigkeiten“, heißt es in einer Stellungnahme.
Die Asiatische Hornisse sei nicht nur ein Problem der Imkerei, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Artenvielfalt. Deshalb fordert das Netzwerk eine bessere Koordination zwischen Behörden, Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen, sowie finanzielle Unterstützung für die Bekämpfung und Dokumentation von Nestern.
Aufklärung und Zusammenarbeit
Das Velutina Netzwerk Niederrhein will künftig Schulungen, Informationsveranstaltungen und Aufklärungsarbeit anbieten. Außerdem soll ein Meldesystem für Sichtungen und Nester aufgebaut werden, um ein schnelles und sicheres Vorgehen zu ermöglichen.
„Jeder kann mithelfen – durch Aufmerksamkeit, richtige Meldung und Unterstützung vor Ort“, so der Aufruf der Initiatoren.
Ein Appell an Verantwortung
Mit der Gründung des Netzwerks senden die Beteiligten ein deutliches Signal: Der Schutz der Natur dürfe nicht allein auf Ehrenamtliche abgewälzt werden. Die Bekämpfung invasiver Arten wie der Asiatischen Hornisse sei eine gemeinsame Aufgabe von Gesellschaft und Politik.
„Wir müssen handeln, bevor sich die Vespa velutina hier genauso festsetzt wie in Frankreich“, heißt es abschließend.
Hier geht es zur Vereinsseite: https://velutina-netzwerk-niederrhein.de

