„Wir wollen ein C2C Rathaus“ –
Blaupause für neues Verwaltungsgebäude steht in Venlo
mit Bildergalerie

Rathaus in Venlo als Muster für Mönchengladbach

„Erst vor wenigen Wochen wurde der Umzug der ca. 900 Verwaltungsmitarbeiter in Venlo in das neue Verwaltungsgebäude durchgeführt, es war eine logistische Mammutaufgabe, wir haben auch das geschafft“, beginnt Projektmanager Michel Weijers seinen mitreißenden Vortrag.
Weijers berichtet diesmal vor seinen Gästen aus Mönchengladbach. Der Bauausschuss machte auf seiner Exkursion Halt in Venlo.
Venlos Bürgermeister Antoin Scholten und sein Projektmanager Weijers erklären die Idee des Öko-Neubaus:
Ressourcen nicht zu vergeuden und kontinuierliche Materialkreisläufe zu entwickeln: der Verbrauch von Wasser, Energie, Luft und Begrünung richten sich nach den C2C-Prinzipien.
So weist das Gebäude mit einer auf insgesamt 2.000 Quadratmeter begrünten Fassade neben einer hauseigenen Kläranlage, 300 Quadratmetern Solarfläche zur Energieerzeugung auch ein riesiges Gewächshaus im Obergeschoss für die Sauerstoff- und Feuchtigkeitszufuhr und einen „Sonnenschornstein“ für den permanenten Luftaustausch im gesamten Gebäude auf.

Cradle to Cradle“ heißt übersetzt: „Von der Wiege bis zur Wiege“ und bezeichnet damit den nachhaltigen und kontinuierlichen Materialkreislauf.
„Wir haben das Thema Nachhaltigkeit als Leitsatz für die Stadtentwicklung erklärt und dafür vor drei Jahren in New York einen Award erhalten“, erzählt Venlos Bürgermeister Antoin Scholten nicht ohne verständlichen Stolz.

Zukunftsweisend sind auch die modernen Arbeitsplätze für die Bediensteten, die ohne eigene, fest zugeordnete Büros auskommen und stattdessen Arbeitsnischen, -kojen und sogenannte Teaminseln vorfinden. Lediglich die Dezernenten arbeiten in Einzelbüros, diese sind sehr offen gestaltet und erhalten nur durch Glaswände eine optische Abtrennung.
Auf die insgesamt 900 Mitarbeiter im Haus kommen so 650 Arbeitsplätze.
Noch dauert der Umstellungsprozess bei den Mitarbeitern an, etwa 80 Prozent von ihnen sind mit der neuen, offenen Arbeitsweise bereits sehr zufrieden. Diese Angabe kann durch persönliche Inaugenscheinnahme nur bestätigt werden, in Gesprächen mit Mitarbeitern ist ausschließlich das Positive erkennbar.
„Dadurch werden Geschäftsabläufe und Kommunikation untereinander deutlich optimiert“, so Projektmanager Michel Weijers.
Für Mönchengladbach könnte der Neubau für ein neues Verwaltungsgebäude interessant werden. Der Mönchengladbacher Stadtrat hatte die Verwaltung vor kurzem beauftragt, Überlegungen über die Verwaltung der Zukunft mit Zentralisierung der Verwaltungsstandorte anzustellen.
„Es geht sicherlich nicht darum, das Projekt eins zu eins umzusetzen, aber der Ansatz für einen Verwaltungsneubau ist genau der richtige im Zusammenhang mit der wachsenden Stadt: wirtschaftlich, innovativ und für Bürger wie Mitarbeiter gleichermaßen attraktiv“, so Dr. Gregor Bonin. Die Erfahrung der Venloer möchte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners nutzen indem er sagt: „Eine weitere Zusammenarbeit mit Venlo in dieser Sache würde durchaus Sinn machen. Hier werden wir die Kontakte intensivieren und uns über die Erfahrungen informieren“.

Die Einladung der Venloer, gemeinsam in Sachen Nachhaltigkeit zusammen zu arbeiten nahm er gerne an.
„Beide Projekte, Tiefgarage und neues Rathaus, haben gezeigt, dass Parallelen vorhanden sind und wir von den Nachbarn lernen können“, so Hans Wilhelm Reiners und Dr. Gregor Bonin zum Ausklang der äußerst informativen Exkursion.
Die Übereinstimmung mit allen Teilnehmern war nicht zu übersehen.