Zwischennutzungsportal „Provisorium“ wird auf Mönchengladbach erweitert

Macher & Vermittler - auf der Waldhausener Straße präsentierten die Ansprechpartner für das Provisorium die erweiterte Online-Börse. Foto: Stadt Mönchengladbach

Das Angebot spricht gezielt Startups, Kunst- und Kulturschaffende, aber auch Gewerbetreibende an, die Standort und Geschäftsideen testen wollen und einen Raum für ihre Tätigkeiten suchen.

Immobilieneigentümer haben wiederum die Möglichkeit, mit einer Zwischennutzung ihre Kosten für den Leerstand zu minimieren, die Immobilie aufzuwerten und Vandalismus vorzubeugen.
Schwerpunkt dieser Online-Börse sind die Fördergebiete der Sozialen Stadt in den Innenstädten von Rheydt und Mönchengladbach.

Unter www.provisorium.mg sind Flächen, Studios und Showrooms zum Präsentieren und Informieren verfügbar.

Provisorium bringt Menschen zusammen und vermittelt. Das schafft Vertrauen – sowohl bei den Eigentümern als auch bei den Nutzern. „Wir wollen den Leerstand minimieren, Menschen fördern und Stadträume beleben“, fasst Katrin Jeuschnik vom Fachbereich Stadtentwicklung und Planung zusammen.

Das Provisorium wird mit Fördermitteln aus der Sozialen Stadt finanziert. Die beiden Teams des Quartiersmanagements in Rheydt und Gladbach, Marius Müller als Initiator des Provisoriums und Stadtteilkoordinator für die Altstadt sowie Eva Eichenberg von der städtischen Wirtschaftsförderung übernehmen die Rolle dieses Vermittlers.

„Einzelhandel und Altstadt verändern sich. Es wird niemals mehr so sein wie vor 25 Jahren. Wir müssen neue Nutzungskonzepte finden. Heute geht es um eine multifunktionale Nutzung, die gerade hier im Altstadtbereich zur Belebung beiträgt“, so Müller. Der Rheydter Quartiersmanager Markus Offermann berichtet, wie gut das Provisorium in Rheydt angenommen wurde: „Annähernd 80 Zwischennutzungen in 90 Leerständen wurden seit 2017 vermittelt. Anlaufstellen wie das Chapeau Kultur und das Café Kosmo an der Bahnhofstraße sind gute Beispiele für eine längerfristige Zwischennutzung. Das Provisorium ist eine Erfolgsgeschichte.“

In Mönchengladbach läuft das Provisorium gerade erst an, aber auch hier gibt es bereits erste Vermittlungserfolge: Die Studentinnen Leonie Reuter und Kerima Strotmann haben An der Stadtmauer ein Atelier bezogen, um bis August im Rahmen ihrer Bachelorarbeit ein Upcycling-Projekt voranzutreiben. Aus Heimtextilien soll hier Mode kreiert werden. „Wir haben hier genug Platz für unsere Ideen“, erklären die jungen Textil-Designerinnen. Martin Wosik will in „Offspace 10“ auf der Waldhausener Straße einen Treffpunkt und eine Galerie für junge Künstler schaffen.

Die Vermittlung über Provisorium ist kostenfrei. Die Nebenkosten müssen die Nutzer übernehmen, meistens ist auch ein kleinerer Betrag für den Vermieter fällig. „Aber das ist weit weg von den üblichen Marktpreisen. Insofern ist das ein niederschwelliges Angebot für alle, die Raum für ihre Ideen brauchen“, so Müller. „Auch wenn die Innenstädte in Mönchengladbach und Rheydt die Schwerpunkte sind, ist das Angebot grundsätzlich auch für Immobilieneigentümer in anderen Stadtteilen nutzbar“, ergänzt WFMG-Projektmanagerin Eva Eichenberg.

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