„Eine Charta für das Leben“ – Masterplan-Auftaktveranstaltung „Dialog 1 – Impulse“ äußerst erfolgreich

Der Verein „MG 3.0“, auf dessen Initiative gemeinsam mit dem renommierten britischen Stadtplanungs- und Architekturbüro um
Sir Nicholas Grimshaw ein Masterplan für die zukünftige städtebauliche Entwicklung entstehen soll, ist bereits jetzt schon eine Bürgerinitiative geworden.
Auf große Resonanz stieß nämlich gestern die Auftaktveranstaltung „Dialog 1 – Impulse“ im voll besetzten Audimax der Hochschule Niederrhein, in der die Bürgerschaft erstmals die Gelegenheit hatte, sich über Ziele und Vorgehensweise des Masterplans, der auf einen offenen Dialog angelegt ist, zu informieren.

 

Dabei stellte Sir Nicholas Grimshaw persönlich erste Skizzen vor, die aus einer Gesamtbetrachtung der Stadt resultieren und den Weg ebnen, in welche Richtung sich der Plan entwickeln könnte. „Mönchengladbach ist die Stadt der zwei Herzen, die im gemeinsamen Rhythmus schlagen, wobei jedes für sich ein großes Potenzial aufweist“, formulierte er vor dem aufmerksamen Publikum und spielte auf die „polyzentrische Stadt“ hin, die einst historisch gewachsen aus zwei selbstständigen Städten bestand und seit 1975 vereint ist.
Mönchengladbach profitiere von der hervorragenden Lage in einer der stärksten Wirtschaftsregion Deutschlands und habe große Chancen, zum Zentrum für „Start-up“-Unternehmen zu werden, so Grimshaw.
„Mönchengladbach ist Sportstadt, eine Großstadt im Grünen, hat eine reichhaltige Geschichte und vieles mehr“, so Grimshaw.
Der Masterplan könne hier als Katalysator für eine Regeneration der Stadt wirken.

Grimshaw möchte mit seinem Team im Masterplan zu einer „Neuaufstellung“ Mönchengladbachs kommen, wobei sich die Stadt nicht neu erfinden soll, sondern die Stärken deutlicher hervorzuheben sind.
Seine „Charta für das Leben“ basiert auf vier Grundthemen: eine gesunde Wirtschaft, ein pulsierendes Netzwerk, eine vitale Stadt und eine lebendige Gemeinschaft.
„Wir alle gemeinsam erhalten hier die Chance, an einem einzigartigen Projekt zu arbeiten, bei dem es um die Zukunft unserer Stadt geht und mit dessen Ergebnis wir uns alle identifizieren können“, so Grimshaw in seinen Ausführungen, die bereits erste konkrete Ansätze lieferten: mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger, bessere Stadtquartiere schaffen und diese beleben sowie die vielen Parks und Grünflächen miteinander vernetzen und ans Umland anbinden.

„Der Masterplan ist eine offene Einladung an alle. Ein Prozess, an deren Ende ein Planwerk im Raum steht, dass Ziele und Impulse für unsere Stadt geben wird“, appellierte Oberbürgermeister Norbert Bude an alle Besucher, sich mit Ideen in das Projekt einzubringen.
In einem Jahr sollen bereits erste Ergebnisse vorgestellt werden.
Zuvor werden allerdings weitere öffentliche Foren und Expertenrunden angeboten, das nächste bereits am 31. Januar 2012.
Dass das britische Expertenbüro, das aus neun internationalen Bewerbern den Zuschlag für den Masterplan-Auftrag erhielt, für das offene Dialogverfahren mit den Bürgern bestens geeignet ist, bestätigte auch Ernst Kreuder, neben Architekt Fritz Otten Vorstandsvorsitzender des vor zwei Jahren gegründeten Vereins „MG 3.0“ vor dem Auditorium: „Sie haben unter anderem von sich behauptet, sie könnten sehr gut zuhören. Und darauf kommt es uns an in diesem Prozess“.

Insgesamt 600.000 Euro konnten durch das Engagement der Mönchengladbacher Wirtschaft, der IHK und zahlreicher Bürgerinnen und Bürger für das ehrgeizige Projekt zusammengetragen werden.
Ein Projekt, in dem auch Verwaltung und Politik mit eingebunden sind. „Die Wirtschaft in Mönchengladbach ist – wie auch die Zusammenarbeit mit der Stadt und den Bürgern vorbildlich“, freute sich IHK-Präsident Heinz Schmidt, der an der zweijährigen Vorbereitungsphase mit Ideenfindung und Organisation maßgeblich beteiligt war.

 

 

„Das Entscheidende in diesem Prozess ist, dass er demokratisch legitimiert ist, indem der höchste politische Repräsentant, der Bürger selbst, eingeladen ist, an diesem Prozess mitzuwirken“, betonte Oberbürgermeister Norbert Bude.
Und Fritz Otten ergänzte: „Wir geben jetzt das Zepter an die Bürger weiter“. Ab heute kann sich jeder auch im Internet an diesem Entwicklungsprozess beteiligen.
Unter www.mg3-0.de können Ideen zu den unterschiedlichsten Themenfeldern mitgeteilt werden.