MG-Heute

Mönchengladbacher Zeitung

Am 27. Oktober spricht Oberst a.D. Wolfgang Richter in Mönchengladbach auf Einladung der IPPNW-Regionalgruppe und des Rosa-Luxemburg-Clubs.

Richter ist Associate Fellow beim Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. In den 1990er Jahren leitete er den militärischen Anteil der deutschen Delegation für die globale Rüstungskontrolle bei den Vereinten Nationen in Genf und New York, bis 2005 war er Abteilungsleiter beim Zentrum für „Verifikationsaufgaben“ der Bundeswehr in Geilenkirchen und bis 2009 Leiter des militärischen Anteils der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE.

Richter gilt als Experten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) für Rüstungskontrolle, Sicherheitskooperation, internationales Völkerrecht und Konflikte in Europa. Er beleuchtet die sicherheitspolitischen und militärtechnischen Hintergründe einer Stationierung landgestützter Raketen mittlerer Reichweite, die strategische Folgen für die Stabilität in Europa und die daraus entstehenden Risiken für Deutschland. Zwar hat die amerikanische Regierung die Stationierung in Deutschland zurückgenommen, deutsche Regierungskreise drängen aber bekanntlich weiter auf deren Beschaffung von Mittelstreckenraketen.  

Richter fordert, dass eine solche „schwerwiegende Entscheidung“, die die Sicherheit der Bundesrepublik betrifft, nicht ohne vorherige ausführliche Diskussion im Bundestag und in der Öffentlichkeit getroffen werden darf. Zur „strategischen Autonomie“ Europas gehört, betont er, neben Waffensystemen auch Diplomatie und plädiert dafür, den „Sicherheitsdialog mit Russland wieder zu eröffnen und auch über Rüstungskontrolle zu verhandeln“.

IPPNW steht für Ärzt*innen für die Vereitelung des Atomkrieges. Die Friedensorganisation arbeitet weltweit.

Vortrag und Diskussion am 27. Oktober, 18.30 Uhr, City-Kirche neben dem St. Vith (Edmund-Erlemann-Platz).

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