Am Montag, dem 03.11.2025, sowie am Donnerstag, dem 06.11.2025, lud die Landfolge die Bürgerinnen und Bürger zu einem Workshop ein.
An beiden Tagen fanden sich jeweils ca. 40 bis 45 Personen ein, um an der Gestaltung teilzunehmen.
Zu Beginn der Veranstaltung am 06.11.25 äußerten einige Anwesende, dass dies nicht die erste Veranstaltung dieser Art sei.

Die anwesenden Personen der Landfolge konnten jedoch nicht beantworten, ob und wo die damaligen Ergebnisse eingeflossen sind.
Somit war auch hier Skepsis zu hören, inwieweit man wirklich Einfluss auf die Planung nehmen kann.
Der Masterplan zur Gestaltung der Flächen steht. Ob Yachthafen oder Straßenführung, das ist nicht Gegenstand der Diskussionen dieser Workshops. Mehrere ortskundige Bürger sind jedoch sehr verwundert über die Straßenführung einer Landstraße, die wertvolle Ackerflächen durchschneidet.
Ebenso ist ein Informationszentrum inmitten der grünen Landschaft geplant. Für dessen Parkplatz muss ein Wald weichen. (So manch einer hat da ein Déjà-vu.) An anderer Stelle soll dieser wieder angepflanzt werden. Dass sich ein Ökosystem nicht transplantieren lässt, bleibt hier unberücksichtigt.
Die Landfolge hat das Planungsbüro Kraftraum mit der Gestaltung der Räume beauftragt. Das preisgekrönte Unternehmen plant urbane Räume und versucht, die Folgen des Klimawandels zu mildern. Mit der Unterstützung des jungen Teams wurden auf dem Gebiet des Blau-Grünen Bandes viele Ideen entwickelt, wobei die anwesenden Bürger generationenübergreifend Wünsche äußerten. Die zahlreichen Ideen reichten von dem bereits geplanten Aussichtspunkt über Campingplätze bis hin zu Spiel-, Sport- und Freizeitplätzen in Verbindung mit Wegen in einer von Grün dominierten Landschaft. Die Wege sollten für die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, vom Skaten bis zum Rollstuhl, geeignet sein.
Verwunderlich ist jedoch, dass die Planungen nicht auf Grundlage von hydrologischen oder geologischen Daten erfolgen, sondern rein auf Basis von Landkarten. Ob die geplanten Parkplätze neben Wiesen, Wäldern oder Biotopflächen an dieser Stelle realisiert werden können, hängt von den Gegebenheiten der Bodenbeschaffenheit und des Klimas ab. Auf den vorhandenen Karten waren dazu keinerlei Hinweise zu finden. Ebenso ist aus Erfahrungen in Ostdeutschland bekannt, dass Ufer auch noch nach Jahren abrutschen können. Inwieweit Uferstraßen im Rheinischen Braunkohlegebiet eine Utopie bleiben, bleibt abzuwarten. Die wenigen Fachleute, die die Veranstaltungen besuchen, bezweifeln die praktische Ausführung der Pläne, da es zu viele unbekannte Variablen im hydrologischen und klimatischen Bereich gibt. Somit wäre der umstrittene Vorschlag, die Natur die Dinge selbst richten zu lassen, wie sie es seit Jahrtausenden tut, wohl der preiswerteste und nachhaltigste.
Die Veranstalter der Landfolge haben angekündigt, die Bürger auch weiterhin zu Veranstaltungen einzuladen und sie zur Beteiligung aufzufordern.


Kommentare
2 Kommentare zu „Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler hatte eingeladen“
Vielen Dank für den sachlich – kritischen Beitrag!
Es ist wirklich unfassbar, wieviele Veranstaltungen, wieviel Unternehmen zu diesem Thema schon dargeboten bzw. finanziert wurden.
Es wirkt alles etwas unkoordiniert und leider auch nicht planerisch durchdacht.
Wenn man die planerischen menschlichen Unsicherheiten mitberücksichtigt , ist es keinesfalls naiv, die Natur mehr mit einzubeziehen und wie im Artikel erwähnt sogar kostengünstiger!
Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese, dann wurde den Anwesenden exakt die unwürdige Show geboten wie wenige Tage vorher.
WAS. SOLL DAS ???