Ach du armes Schwein

Foto: NABU

Wer kennt sie nicht, die lustigen Sprüche, die man einem Veganer oder Vegetarier gerne mit auf den Weg gibt: „Das kannst Du ruhig essen, ist doch nur Hühnchen“, oder: „Hast Du keine Angst, dass Dein Hirn wieder schrumpft? Schließlich sind wir in der Evolution nur durch den Verzehr von Fleisch so weit gekommen.“

Natürlich könnte man diesen netten Mitmenschen entgegnen, “man ist, was man isst“.  Nun möge aber die Frage erlaubt sein, wie weit man sich als nicht Fleisch Esser an den Kosten derer, die gerne sehr viel Fleisch essen beteiligen muss? Unser Land gehört zu den fünf Ländern mit dem höchsten Fleischverbrauch pro Kopf weltweit. Die Folgen dieses Massenverbrauches spüren wir in vielen Bereichen. Viele Wohlstandkrankheiten sind auf den Verzehr von zu viel Fleisch zurückzuführen.
Die WHO stuft rotes Fleisch als krebserregend ein. Rheumapatienten*innen wird empfohlen auf Fleisch zu verzichten. Man kann diese Liste mit vielen Krankheiten weiterführen. Fakt ist, dass die Kosten der meisten Erkrankungen über die Krankenversicherung von der Allgemeinheit getragen werden.

Foto: NABU

Das ist noch lange nicht alles. Wir sind entsetzt über die Abholzung des Regenwaldes, unter anderem in Brasilien. Dabei werden die dort gewonnenen Ackerflächen überwiegend zum Anbau von Soja genutzt, das mit nahezu 80% in die Tiermastfütterung der Nutztiere geht. So weit brauchen wir aber nicht schauen.

Wer Angst hat vor Versorgungsengpässen sollte wissen, dass Deutschland als viertgrößter landwirtschaftlicher Erzeuger in der EU mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen zur Futtererzeugung nutzt. Ein Schwein frisst pro Tag 2,5 – 3 Kg Futter plus 10-30 Liter Wasser. Ein Rind benötigt ca 16-20 Kg Trockenmasse. Versuchen Sie das mal an Gemüse und Obst zu essen.

In unserem Land sind in den vergangenen trockenen Sommern Anbauflächen für Futter-Mais genutzt worden, der zu ca. 60% für Futterzwecke, 40% für Biogasanlagen verwendet wird. Dieser Mais ist auch noch reichlich bewässert worden. Und dies in einem Land mit dem größten Wasserverlust der Erde! 

Die aktuell stark diskutierte Bilanz des CO2 Ausstoßes ist laut einer Schätzung des Umweltbundesamtes mit 54,8 Millionen Tonnen der Landwirtschaft zuzuordnen. Weitere Details möchte ich hier nicht ausführen. Diese Zahl spricht für sich. 
Vielleicht sollte man aber auch bedenken, dass das Stück Fleisch in der Supermarktauslage ein Tier mit einer Seele war, deren viel zu kurzes Leben in den seltensten Fällen einer auch nur annähernden artgerechten Haltung entspricht, wie man sich es vorstellt.
Ich wünsche Ihnen eine ausgewogene gesunde Ernährung, die laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung auch ohne Fleisch problemlos möglich ist. Guten Appetit.

Kommentar hinterlassen zu "Ach du armes Schwein"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*