Alle meine Kleider – eine Stadtgeschichte

Foto: Silvia Erbrath

Unsere Stadt Mönchengladbach wurde einst klein Manchester genannt.

Auf Grund einer Vielfallt an Textilfirmen haben viele Menschen hier Arbeit gefunden.
Wer einmal eine kleine Zeitreise in der Stadt unternimmt, findet die Mönchengladbacher Textilgeschichte mit Bildern und Ton im Internet und im Textilmuseum. Eindrucksvolle und in Teilen sehr laute Hinweise auf die vergangenen Arbeitsbedingungen werden hier veranschaulicht.
Auch der Umgang mit der Natur ließ zu wünschen übrig. Viele kostenintensive Sanierungen der Böden in der Stadt weisen auf den nicht gerade umweltfreundlichen Umgang mit den damals neuen Chemikalien hin.
Ebenfalls die Gewässer unsere Stadt waren mehr stinkende Kloaken, deren Wasser man mitnichten zum Trinken nutzen mochte. Doch die Gesellschaft wehrt sich gegen die Missstände der Umweltverschmutzung und Ausbeutung bis heute.

Nachdem findige Unternehmer entdeckt haben, dass es im Ausland billiger geht, und auch kaum jemand sich um Umwelt oder Menschenrechte schert, werden die deutsche Politik und die Gesellschaft mit Abwanderung der Unternehmen unter Druck gesetzt.
Expansion ist das Zauberwort, unter dem man die Gier nach mehr Marktanteilen und Wachstum und somit Kapital im Ausland schön verpackt hat.

Nun haben wir seit dem 01.01.2024 ein Lieferkettengesetz, gegen das in vielen angeblich wirtschaftsfreundlichen Medien und auch Parteien Stimmung gemacht wird. Dabei handelt es sich schlicht um die Einhaltung der Rechte, die wir hier in Deutschland für uns selbst fordern und auch schon haben. Einige Mönchengladbacher Firmen haben wieder eine Produktion in Mönchengladbach.

Es wird in fernen Ländern billiger produziert und auf riesigen Schiffen CO² lastig in unsere Konsumwelt transportiert. Die billige Kleidung hält meist nicht lange. Das ist auch nicht nötig bei ständig wechselnden Kollektionen.  Man „braucht“ schließlich mal einen neuen Fummel.

Heute weiß man gute Stoffe kaum noch zu schätzen. Aber es findet ein Umdenken statt. Viele beklagen den schnellen Verschleiß der Billigware. Ein Mantel darf auch gerne mal zehn Jahre halten. Bei guter Qualität, wie sie noch in den 80er Jahren produziert wurde, wird dies zunehmend wieder gewünscht. Sicher sind die Preise entsprechend. Aber wie Oma schon sagt: „Billig kann ich mir nicht leisten.“ Zunehmend achten Konsumenten auf fair produzierte Ware. Ebenfalls ist das Biosiegel wichtig. Somit kann man den Flächendeckenden Einsatz von Chemikalien Einhalt gebieten.

Nicht nur Nachfrage und Angebot ergeben den Preis. Als Kunde muss man auch Dinge ansprechen und einfordern. Nein, einfach ist es nicht, sein Kaufverhalten zu ändern.  Aber es ist eine mächtige Stellschraube eines jeden einzelnen Konsumenten im Umgang mit unseren Unternehmen und der Welt. Fragen Sie mal nach, wo was wie produziert wurde.

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