Bürgerbeteiligung am Landschaftsschutzplan ist gefordert

Foto: Erbrath

Wieder einmal ruft die Stadt Mönchengladbach zur Bürgerbeteiligung auf. Dieses Mal beim Landschaftsschutzplan.

Die Pläne sind im Rathaus Rheydt einsehbar.
Onlineveranstaltungen finden genauso statt wie auch schriftliche Beteiligungsmöglichkeiten.
Näheres hierzu finden Sie auf der Web-Seite der Stadt. Doch was soll der Bürger hierzu beitragen? Die Flächen sind längst alle verteilt. Oder kennen Sie ein Grundstück, über das man frei verfügen und es „grün“ gestalten kann?

Das kann man auch am Landschaftsplan erkennen. Die eingeteilten Flächen für den Naturschutz muss man fast mit der Lupe suchen. Sicher hat die Stadt etwas getan, und die Naturschutzgebiete von 16 auf 20 zu erhöht. Doch in der Fläche von Mönchengladbach eine viel zu geringe Maßnahme.

Gerade einmal 2,78% Effektive Schutzgebietsanteile sind eingetragen. Um Natur zu schützen, müssen die Flächen groß und auch zusammenhängend sein. Ein grüner Gürtel in und um Mönchengladbach scheint reine Utopie. Das Mönchengladbach zu wenig Grün auch in Form von Wäldern und Parks hat, kann man ebenfalls daran festmachen, dass diese an Wochenenden mit schönem Wetter überfüllt von Menschen sind. Und auch dort muss Naturschutz für den Menschen weichen.
Wo zu viele Menschen sind, fühlen sich die meisten Tiere nicht wohl. Die neu gestalteten Flächen am Bungtbach zum Beispiel sind von der Bevölkerung so gut angenommen, dass man diese nicht in ein Naturschutzgebiet umwandeln möchte.

Natürlich kostet Naturschutz Geld. Geld, das man weder in der spärlichen Besetzung der Naturschutzbehörde noch beim Forst oder auch bei der MAGS finden wird. Förster Stops und sein engagiertes Team stehen in der Kritik für Fällungen die überwiegend zur Wegesicherung und Beseitigung von kranken Bäumen durchgeführt werden. Schuld ist hier überwiegend der Klimawandel mit seinen Extremen. Beim letzten Sturm sind über 100 Jahre alte Buchen gefallen. Da blutet nicht nur des Försters Herz. Buchen werden unsere Enkel wohl nur noch aus Büchern kennen. Diese Bäume werden den Klimawandel kaum überstehen.

Baumkletterer, die noch besser einschätzen können, ob ein Baum noch gerettet werden kann und entsprechend versuchen diese durch gezielte Gesundungsschnitte zu erhalten gibt es in unserer Städtischen Belegschaft nicht. Diese Fachleute müssen extern eingekauft werden. Vieles muss rational, den Sparmaßnahmen, untergeordnet entschieden werden. Ob unser Wald auch noch als Einnahmequelle dient, ist zu vermuten, da die dicken Stämme meist abtransportiert werden. Es ist zu vernehmen, dass Holz ein begehrtes und rares Gut ist.  Handwerker finde kaum noch Holz für Ihre Gewerke. Auch der internationale Handel schlägt gnadenlos zu. Nur wenige Bäume die mit einer Nummer gekennzeichnet sind bleiben für den Lebensraum Wald auch nach ihrem Tod erhalten. Sie  werden u. a. zur Nahrung von Pilzen und Kleintieren und auch für ihre eigenen Nachkommen. Einen naturnahen Wald kann man in Städten nur schwerlich durchsetzen. Hierzu benötigt man Flächen und die sind teuer.

Die MAGS steht ebenso in der Kritik. Die Rückschnitte des Grüns sind immer wieder sehr auffällig durch ihre Radikalität und somit kontinuierlich Thema in den Medien. Nun stellt sich auch hier die Frage, ob dies Auftragsarbeiten sind, um Kosten für eigenes Personal zu sparen, oder ob der „Kurzhaarschnitt“ länger hält.

Der extra angelegte Grünstreifen am Willicher Damm wurde im vergangenen Jahr entgegen der Ankündigung, diesen in Teilen und zeitlich versetzt zu mähen, radikal in einem Zug abgemäht. Wir sind gespannt, wie es dieses Jahr sein wird.  Manchmal ist eben weniger mehr. Für eine naturnahe Wiese reicht es aus, diese zweimal im Jahr zu mähen. Ein Teil sollte stehen bleiben, damit Tiere hier Zuflucht finden können.
Es muss aber auch deutlich gesagt werden, dass die neu angelegten Grünstreifen in der Stadt eine wahrliche Augenweide sind. Für diese Maßnahme sollte man auch mal ein kräftiges Lob aussprechen. Ebenso lassen die Mitarbeiter nicht nach, immer und immer wieder den Müll der schlecht erzogenen Bürger zu beseitigen, damit Tiere und Pflanzen keinen Schaden nehmen. Diese Tätigkeit kann sehr frustrierend sein. Ich weiß hier genau, wovon ich schreibe. Geld fließt an anderer Stelle.
Die WFMG und EWMG haben mit dem Verkauf von Flächen für Gewerbe und Wohnbebauung Möglichkeiten der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung geschaffen. Dies tut dem städtischen Haushalt gut. Somit wird aber auch ebenso weiter zur Flächenversiegelung beigetragen.

In Rheindahlen wurde und wird weiterhin wertvolle Ackerfläche in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Ausgleichsflächen sind meist vorhandene Areale, die nur ein anderes „Etikett“ umgehängt bekommen und somit für die Zukunft geschützt sind. Korschenbroich zum Beispiel hat kürzlich noch Flächen gesucht, um diese entsprechend auszuweisen. Die Flächen gibt es schon. Von Rückbau und Renaturierung, wie man sich das als Laie vorstellt, ist nur selten die Rede. Das ist ebenfalls viel zu teuer. Es wäre viel wichtiger die neuen Gewerbetreibenden in die Pflicht zu nehmen. In Rheindahlen ist lediglich für den Parkplatz von Amazon eine Ausgleichsfläche ausgewiesen und nicht für das Gewerbegebäude.

Laut UNB war dies zum Zeitpunkt des Verkaufs gesetzlich nicht vorgesehen. Wirklich nicht? Ausgleichsflächen sind seit Jahren auch ein Thema des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Wer sich die historischen Karten anschaut wird feststellen, dass die Stadt immer mehr zum Betonklotz wird. Weitere so genannte Baulücken zu schließen und somit die Stadt weiter zu zubauen wird langfristig teurer werden. Wo soll das Wasser hin bei Starkregen? Ganz deutlich ist ebenfalls zu erkennen, dass die Gebiete mit großen Gewerbetreibenden zu Hitzezonen werden. Wo sollen die Menschen sich bei Hitze aufhalten? Auflagen an die Gewerbetreibenden und Gegenmaßnahmen in Form von Dach- und Fassadenbegrünung sind meist Fehlanzeige.

Solange Baurecht vor Landschaftsschutz gestellt wird, wird sich dies auch nicht ändern. Kurzfristig gesehen ist das auch nicht lukrativ. Eine grünere und somit kühlere Stadtgestaltung darf nicht länger aufgeschoben werden. Ein mutigeres Vorgehen der Politik ist erforderlich, um Wirtschaftlichs-Profitöre und auch Immobilienbesitzer in die Pflicht zu nehmen.

Förderungen hat die Stadt angekündigt. In Umfragen wird immer wieder gewünscht, die Stadt grüner zu machen. Mit Vorschlägen und Nachfragen zu dem Vorgestellten Landschaftsschutzplan, der nun wieder auf Jahre festgeschrieben wird, und somit unser aller Zukunft betrifft, sollten sich alle an ihrem Umfeld Interessierte beteiligen.

Es wird höchste Zeit sich einzubringen. Mit Herz und Hand für eine grünere, gesündere, lebens- und liebenswerte Stadt in der wir alle zusammen gut leben möchten.

1 Kommentar zu "Bürgerbeteiligung am Landschaftsschutzplan ist gefordert"

  1. H. Dohmen | 31. Juli 2022 um 13:14 |

    Als Nächstes greifbar, das ehemalige JHQ Gelände. Nachdem Sasserath als Standort nicht durchgesetzt werden konnte, wird sich das bisschen Naturchutz, das dieses Gelände NOCH auszeichnet, doch sicher elegant erledigen lassen. Arbeitsplätze schaffen, DAS Totschlagargument richtet’s immer, wenn eigentlich nichts geht

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