„Dass ihr an mich gedacht habt“
ALZ-Weihnachtsaktion 2020

Alle Fotos: ALZ

Corona lässt keine Weihnachtsfeier zu – daher beschenkten MitarbeiterInnen des Arbeitslosenzentrums mehr als 100 Menschen vor ihrer Wohnungstür.

 Unter der Schutzmaske kullerten ein paar Tränen. „Dass ihr an mich gedacht haben, ich freue mich so“, sagte die ältere Rheydterin, als sie an ihrer Haustür beschenkt wurde. Statt der alljährlich-ausgedehnten Weihnachtsfeier mit etwa 150 Personen brachten diesmal MitarbeiterInnen des Arbeitslosenzentrums (ALZ) und der Neuwerker Arbeiterwohlfahrt (Awo)  „gute Gaben“ zu den Bedürftigen in der ganzen Stadt. Und die allein lebende Rentnerin gehörte dazu. 

Die Corona-Pandemie führt zu starken (Sozial-)Einschränkungen, macht aber nicht hilf- und ideenlos. Also entschieden sich die ALZ-Leute und ihre (vielen) SpenderInnen zu der Verteil-Aktion mit dem Motto „Frohe Weihnacht. Wir vergessen sie nicht.“ Koordinatorin Justine Krause (ALZ): „Wir wollen den armen Menschen ein gutes Gefühl geben.“ Und das scheint, schaut man auf die Resonanz, gelungen zu sein.

Seit Jahren gestaltet das ALZ eine bemerkenswerte weihnachtliche Feier – mit Musik, gemeinsamem Singen, Kabarett, dem „Wort zu Weihnachten“ und Gaumen-Freuden. Seit Jahren war die Villa Leisse, das Bistro der Städtischen Kliniken Rheydt, Austragungsort der besinnlichen Stunden. Wegen Corona und der zu beachtenden Hygiene-Auflagen war das leider in diesem Jahr nicht möglich. 

Folglich entschieden sich Krause & Co., weihnachtliche Boten in Zivilkleidung zu werden. Denn Eli-Geschäftsführer Thorsten Celary und sein Küchenteam stellten auch im „Corona-Jahr“ ein exklusives Weihnachtsmenü aus mehreren Gängen kostenlos zur Verfügung. Das wurde für die mehr als 100 Bedürftigen in jeweilige Wärmehalte-Boxen gefüllt. 

Hinzu kam für jede Person eine größere Jutetasche mit dem neuen Quartiers-Logo des ALZ und leckeren Sachen wie Pralinen, Gebäck, Süßigkeiten, Säften, Clementinen, kleinem Weckmann, Stollen etc.. All das wurde mit Unterstützung zusammengetragen oder gespendet von Privatleuten, vor allem aber vom Café-Bäckerei Ö, der katholischen Kirche, vom Gebäudereiniger P&M Michael Jansen und Edeka Endt. Außerdem floss ein Geldbetrag der „Aktion Mensch“ in die weihnachtliche Aktion. Dazu gab es einen Beutel pro Haushalt, gefüllt mit Hygieneartikeln, spendiert von den Städtischen Klinken.

Am 18. Dezember gingen die HelferInnen „on Tour“. Zuvor hatte Justine Krause die Verteilpläne aufgestellt, fünf Teams mit zwei Personen gebildet: Eine(r) fährt, eine(r) bringt’s direkt – mit Abstand – ins Haus, viele Treppen steigen nicht selten inclusive. Durch die Stadt fuhren auch zwei Awo-Ehrenamtliche; die Hilfsorganisation bietet u.a. „Essen auf Rädern“ an, ist für Aktionen wie diese also bestens ausgestattet.

Exakt 101 Menschen bzw. 83 Familien erhielten Essen/prallgefüllte Taschen. Sie hatten sich nach Aufrufen in den Medien gemeldet. 

Justine Krause und ALZ-Leiter Karl Sasserath äußerten sich nach der Gabenfahrt durch Gladbach sichtlich zufrieden: „Wir haben das sehr gerne gemacht – und so viel Dankbarkeit gehört und gespürt. Sehr dankbar sind wir auch für die Spenden und die Unterstützung.“ 

Trotz oder gerade wegen der Pandemie bietet das ALZ weiterhin täglich eine warme Mahlzeit am Eingang des Zentrums, Lüpertzender Straße 69/neben der Musikschule. Schnell vergriffen sind die etwa 50 Lebensmittel-Tüten am Gabenzaun. Letzteres wird das Quartiers-Zentrum zum Jahresende einstellen müssen – weil das Geld ausgegangen ist. 

Wer das ändern möchte, kann gerne helfen bzw. spenden. Mehr unter www.arbeitslosenzentrum-mg.de