Der 74. Jahrestages der Pogromnacht von 1938 – Gedenkfeier am Mahnmal der zerstörten Synagoge in Mönchengladbach

Es waren Teilnehmer aus allen Bevölkerungsteilen gekommen, junge Menschen ebenso wie auch die Alten, die die Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung wohl noch miterlebt haben.
Ernst war die Stimmung am gestrigen Abend, als Oberbürgermeister Norbert Bude und die Vorsitzende  der Jüdischen Gemeinde Leah Floh einen Kranz am Mahnmal der zerstörten Gladbacher Synagoge neben der Stadtbibliothek an der Blücherstraße niederlegten.

 

Wegen des jüdischen Sabbats fand die Feier schon am Vorabend des eigentlichen Gedenktages statt.
In seiner sensibilisierenden Ansprache benannte OB Bude den Grund des Zusammentreffens am Mahnmal: „Wir wollen ein Zeichen setzen für Freundschaft und Respekt den jüdischen Bürgern unserer Stadt und allen Menschen gegenüber. Ein Signal für ein friedliches, couragiertes Miteinander. Wir gedenken der Ereignisse der Progromnacht  aus Achtung vor den Opfern und in Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.“

Bude ging gedanklich zurück in die Progromnacht 1938: „ Tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Über 1400 Synagogen und Betstuben wurden demoliert, geschändet, niedergebrannt. Auch unsere Mönchengladbacher Synagogen, Gotteshäuser, Häuser Gottes, in Rheydt, Wickrathberg, Odenkirchen und hier. Darüber hinaus wurden viele Menschen jüdischen Glaubens geschlagen, gedemütigt und ermordet, auch in unserer Stadt.“

Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Leah Floh wies in einer beeindruckenden Rede auf die Greueltaten jener Zeit hin. Das Leid für Generationen und die daraus entstandene Verantwortung in der Zukunft wurde deutlich.
Ein Vergessen darf und ein Verzeihen kann es wohl nicht geben.

 

Im Anschluss an die Gedenkfeier fand in der St.-Albertus-Kirche ein christlich-jüdischer Gedenkgottesdienst statt, zu dem im Namen aller Beteiligten wieder die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen MG (ACK) eingeladen hatte.
Das diesjährige Motto lautete: „Vergangenheit, die nie vergeht“