Dieter Nuhr und seine Requisiten – ein Mikrofon und ein IPad [Slideshow]

pjk-nuhr-6Mehr nimmt Dieter Nuhr nicht mit auf dieBühne. Einige wenige Besucher riefen zu Beginn der Show „Lauter“, schlagfertig antwortet er darauf mit „Sie oder ich“.
Natürlich wurde das Mikro danach etwas lauter gestellt.

Wofür er das IPad braucht? Keine Ahnung, scheinbar kann er fast pausenlos über Dieses und Jenes erzählen.  So auch im Mönchengladbacher Hockeypark.

Er sinniert  beispielsweise über die Teenie-Party seiner Nichte. Ohne Alkohol! Dabei kommt er zu dem Schluss: „Kein Problem, weil die schon blau sind, wenn sie auf der Party erscheinen. Ach nein, nicht blau, hackeblau!“

Am Morgen nach der Party stellt er erstaunt fest, dass er ein Stadtkind ist und wenig Kenntnis über das Fressverhalten von Vögeln hat. Der Rasen schillerte in den erdenklichsten Farben. Hatte sich doch der eine oder andere Gast des Mageninhalts auf dem Rasen entledigt, so konnte Dieter Nuhr beobachten, dass Vögel „Kotze picken“ und dabei offenbar recht fröhlich zwitschern.

Schnell das Thema wechseln…!

Nach seiner Auffassung ist der Deutsche sehr ängstlich und beschäftigt sich gerne mit Sicherheit. „Wenn bei uns Selbstmordattentate erlaubt wären, müssten die mit Sicherheit einen Helm tragen.“ Die Hintergründe solcher Taten beschreibt Nuhr in einer bildhaften Sprache.

„Mir tun die Polizisten leid“ wusste Nuhr darauf zu berichten. „Mit den bloßen Händen Damenhandtaschen durchsuchen…“ Dabei malt er sich aus, was dabei alles in den Tiefen einer Handtasche anzutreffen sei. Angelutschte Bonbons, Sand aus dem letzten Urlaub, Probiersöckchen und vieles mehr…

So lässt er kein Thema aus. Von Klimaerwärmung und den furzenden Kühen, die uns das Wetter bescheren. Die Chinesen, die das Rezept für Latte macchiato kopiert haben sollen. Europäer, die aber nicht besser gewesen seien. Immerhin hätten wir den Chinesen die Rezeptur für Porzellan und das Schießpulver geklaut. Mit Letzterem hätten wir fast dafür gesorgt, dass das Abendland untergeht. Goethe, der sicherlich auch SMS verschickt hätte, wenn es sie denn gegeben hätte.
Anschaulich berichtet er von der Tatsache, dass er einer Generation angehört, die mit 15 noch kein Handy besaß. Es gab gar kein Handy. „Wir hatten Uhren und verabredeten uns zu bestimmten Zeiten!“ Damals hätte es allenfalls Telefonzellen gegeben. Solche gläsernen Häuschen, wie es sie heute für Raucher gibt. In jeder Telefonzelle gab es auch eine Datenbank, die ohne Strom funktionierte. Dort waren Namen, Anschriften und Telefonnummern von Nutzern festgehalten. Bei Bedarf konnte sich der Anrufer wichtige Datensätze auch gleich mitnehmen. Dem heutigen Datenschützer würden bei dem Gedanken daran die Nackenhaare zu Berge stehen. Dieter Nuhr hatte auch eine Erklärung für die blanken Stellen neben dem Münzeinwurf und die Pfützen auf dem Boden. Auch warum heruntergefallene Münzen besser nicht aufgehoben werden sollten…

So kam der Gast vom „Hölzchen aufs Stöckchen“, wobei den Besuchern an keiner Stelle auffiel, wie schnell Zeit vergehen kann. Am Ende musste Dieter Nuhr seine Gäste freundlich darauf hinweisen: „Sie dürfen ruhig gehen! Es wird hier oben langsam schweinkalt.“ Natürlich gab er anschließend geduldig eine beachtliche Zahl von Autogrammen.

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