Entwurf „19 Häuser“ hat das Rennen um Haus Westland gemacht

Siegerentwurf „19 Häuser“

Mönchengladbach soll ein architektonisches und städtebauliches „Ausrufezeichen“ am zentralen Eingangstor zur Stadt erhalten. Mit der Zukunft von Haus Westland und die Auswirkungen auf den Europaplatz befasste sich heute eine fachkundige Jury, die im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens zum zweiten Mal tagte und abschließend die Siegerreihenfolge aus den vier zuletzt verbliebenen Entwürfen festlegte.

Die neue Eigentümerin von Haus Westland (eine Gesellschaft der Lüder Unternehmensgruppe aus Hildesheim und Herrn Jan Wehle aus Berlin) hatte in enger Abstimmung mit der Stadt Mönchengladbach acht internationale Planungsbüros aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden dazu aufgerufen, nach klar formulierten Vorgaben ihre Entwürfe für das „zentrale Eingangstor“ zur Stadt zu entwickeln. In der ersten Jurysitzung, die Ende des vergangenen Jahres durchgeführt wurde, wurden die besten Konzepte, die es nunmehr zu bewerten ging, zur weiteren Ausarbeitung ausgewählt.

In der Jury wirkten unter anderem der Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, Hans Wilhelm Reiners, und Dr. Gregor Bonin, Beigeordneter für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt, neben Vertretern der Politik und des Investors sowie ausgezeichnete Experten mit.
Alle eingereichten Entwürfe sahen vor, den in die Jahre gekommenen Gebäuderiegel komplett abzureißen. An die Stelle des in den 50er Jahren erbauten Haus Westland, das von der Voreigentümerin seit Frühjahr 2004 nahezu unvermietet gelassen wurde, sollen zukünftig Neubauten unter anderem für Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Dienstleistungen entstehen. Auch Wohnungen sowie ausreichend Parkraum sollen zur Verfügung gestellt werden.

Der Siegerentwurf sieht zudem ein bis zu elf Stockwerke hohes Hotel als architektonisches Ausrufezeichen im neuen Quartier vor, das zudem eine Scharnierfunktion zwischen dem angrenzenden Gründerzeitviertel und der hinter dem Hauptbahnhof liegenden City Ost einnimmt. Darüber hinaus sieht der Entwurf eine Halbierung der heutigen Platzfläche vor dem Hauptbahnhof vor.

„Die Bebauungskante wird etwa 27 Meter auf den Platz gezogen und nimmt die historische Linie aus dem Stadtgrundriss bis zur Flucht der Hindenburgstraße ein“, so Dr. Gregor Bonin weiter. Damit wird auch der Europaplatz mit dem Omnibusbahnhof neu gestaltet. In der weiteren Ausformulierung der Entwürfe ging es nicht nur um die Frage, wie die Konzeption der neuen Gebäudekomplexe sein soll. „Es ging auch um die Frage, was die beste räumliche Konzeption für einen be- und erlebbaren Platz sein wird“, erläutert Dr. Gregor Bonin.

Dem Investor wurde angeboten, die Fläche in Richtung Hauptbahnhof zu erweitern und damit den Platz, der ebenso zur Disposition steht, entsprechend zu verkleinern.
Mit dem Wettbewerbsergebnis besteht nunmehr für die Eigentümerin eine Planungsgrundlage, vor deren Hintergrund entsprechende Verhandlungen mit Mietinteressenten, Planern sowie Behörden geführt werden können.
„Die Lüder Unternehmensgruppe und unser Partner Jan Wehle haben die feste Absicht, auf dem erst vor kurzer Zeit von uns erworbenen Grundstück etwas Neues entstehen zu lassen. Mönchengladbach ist eine dynamische Stadt mit viel Potential. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung war vom ersten Tag eine gute Grundlage für den nun beginnenden Planungsprozess“, so Sebastian Lüders.

„Die Grundphilosophie, statt Monumentalität eine kleinteilige Lösung, die sehr gut ins Umfeld passt, zu wählen, hat uns überzeugt“, ergänzt er. „Dabei kann das neue Quartier durchaus mehrere architektonische Handschriften tragen und muss nicht in einem Guss entstehen“.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zum Verfahren: “Die Zusammenarbeit mit dem Investor ist äußerst konstruktiv. Ich bin dankbar, dass er sich für dieses Verfahren entschieden hat, das, wie das Ergebnis zeigt, eine sehr gute Lösung für das Areal bietet. Wir haben gemeinsam nun die große Chance, an dieser für Mönchengladbach städtebaulich herausragenden Stelle ein Stück Stadtreparatur vorzunehmen und eine attraktive Visitenkarte zu schaffen“.
(pmg)