Familienbündnis empfiehlt Aktionsplan: Zehn Ideen sollen bis Ende 2013 umgesetzt werden

Das im Sommer 2010 gegründete Familienbündnis Mönchengladbach hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen zu optimieren sowie Familien zu fördern und zu unterstützen, um ihnen eine positive Umgebung und Zukunftsperspektiven zu bieten.
In dem Bündnis setzen sich rund 60 Mitglieder aus Verwaltung und Politik, Wirtschaft, Institutionen, Vereinen, Verbänden und Initiativen aus Mönchengladbach für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit ein.

Jetzt (13. März) trafen sich die Bündnismitglieder auf Einladung von Oberbürgermeister Norbert Bude und Sozialdezernent Dr. Michael Schmitz im Schloss Rheydt, um einen Aktionsplan zu verabschieden, der den politischen Gremien zur Beschlussfassung empfohlen und bis Ende 2013 umgesetzt werden soll.

Die zehn Projektideen des Aktionsplans, sind von den Arbeitsgruppen des Familienbündnisses (Leben und Wohnen, Bildung und Erziehung, Familie und Beruf, Familie und Gesundheit, Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf) entwickelt worden.

So schlägt das Bündnis die Schaffung naturnaher Spiel- und Erlebnisräume in Wohngebieten vor, die auf städtischen Freiflächen entstehen könnten. Hier sollen Kinder in abwechslungsreicher Umgebung ohne Geräte oder pädagogische Betreuung Raum für eigene Ideen und Spiele bekommen.
Auch ein Einstieg in erweiterte Betreuungszeiten für Kinder von Eltern mit ungünstigen Arbeitszeiten soll geschafft werden. Dazu will das Bündnis Angebote in Kindergärten, Grundschulen oder Jugendheimen schaffen.

Agentur für Arbeit und Stadt wollen eine Business-Talk für zukunftsorientierte Unternehmen veranstalten, die sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen und auch die Internetangebote der am Bündnis beteiligten Institutionen sollen auf den Prüfstand gestellt werden: Die Informationen und Angebote für Familien in Mönchengladbach sollen leichter auffindbar werden.

Drei Vorschläge haben die Gesundheitsexperten des Bündnisses für den Aktionsplan gemacht.
Sie haben festgestellt, dass der Impfschutz bei Schülern ab der 7. Klasse oft lückenhaft ist und wollen deshalb verstärkt an den weiterführenden Schulen aktiv werden.

Auch eine Broschüre für Eltern von stark übergewichtigen Kindern mit Informationen zur Vorbeugung und Therapie soll erstellt werden.
Darüber hinaus will man ein Netzwerk zum Thema Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen gründen, das ein Präventionskonzept entwickelt und durchführt.

Schließlich sollen für Familien, die besondere Unterstützung bedürfen, die Angebote, die als Modellprojekt bereits an Grundschulen und Familienzentren in Eicken und Mülfort bestehen, auf andere Stadtteile ausgeweitet werden.
Auch ein Dolmetscherpool für Familien, deren Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um Beratung und Hilfe bei Problemen zu organisieren, soll in nächster Zeit aufgebaut werden.

Beigeordneter Dr. Michael Schmitz, der sich mit OB Norbert Bude für das Engagement im Familienbündnis bedankte, zeigte beim Treff im Schloss Rheydt wichtige Handlungsfelder kommunaler Familienpolitik auf:
Dazu gehören der Ausbau der Betreuungsangebote, Familienbildung, Erziehungsberatung und Gesundheitsförderung, die Hilfe in besonderen Lebenslagen und attraktive Freizeit- und Ferienangebote.

Von zentraler Bedeutung für die Stadt sei, dass sich Familien in Mönchengladbach wohlfühlen können.
Familienfreundlichkeit sei längst kein bloß weicher Standortfaktor mehr, sondern könne auch an harten Fakten gemessen werden.