Reiner Gutowski zu den W-LAN Plänen der WFMG

Mönchengladbachs Stadtverwaltung hat eine Beratungsvorlage über ein W-Lan-Netz in den Zentren von Mönchengladbach und Rheydt zur Empfehlung durch die Politik gestellt.
Demnach soll durch die WFMG ein umstrittenes Konzept umgesetztgesetzt werden. Das bringt naturgemäß die Opposition auf den Plan.

Hier das Statement des Vorstandes des Freifunk Rheinland e.V. Reiner Gutowski dazu:

Warum kam Freifunk als Community Projekt nicht zum Zuge?
Die Anforderungen an das WLAN Netz in Mönchengladbach, in Bezug auf die Verfügbarkeit, Bandbreiten und Servicelevel sind von einem Bürgerprojekt nicht zu leisten. Denn dort teilen Bürger Ihren Internetanschluss mit anderen Menschen und somit hängt die Bandbreite immer vom teilenden Bürger ab. Zudem gab es
Anforderungen die mit dem Freifunk unvereinbar sind. Auf diese gehe ich dann später detailliert ein.

Warum hat Freifunk das Konzept zu Freifunk Managed zurück gezogen?
Das Konzept Freifunk managed sah vor, dass Access Points an das Vitus Netz angebunden werden. Diese hätten dann ein Netz mit dem Namen Freifunk ausgestrahlt, in das man sich dann ohne Anmeldung und Vorschaltseite verbunden hätte. An diesen Access Point wäre dann ein zusätzlicher Access Point angeschlossen worden, der nur dafür vorhanden gewesen wäre, um ein sogenanntes Meshnetz aufzubauen. Damit hätte jeder Bürger dieses Netz mit einem 20-40 Euro Router erweitern können.
Das Vitus Netz endet an einem Punkt in Mönchengladbach und dort hätte man dann einen „dicken“ Internetanschluss geschaltet, der den gesamten WLAN Verkehr in das Internet transportiert hätte. So ein Netz gibt es in der Staatskanzlei, Finanzministerium und im Wirtschaftsministerium.
Zudem wäre so ein Netz vom Land NRW gefördert, wenn ein Freifunkverein Betreiber dieses Netzes gewesen wäre.
150.000 Euro über Staatskanzlei https://www.land.nrw/de/freifunk-foerderung
300.000 Euro durch das Finanzministerium.
Das ist noch nicht öffentlich bekannt gegeben, ich habe aber mit dem Finanzministerium gesprochen und man mir das bestätigt. Ein Anruf beim Finanzministerium wird Ihnen das bestätigen.
Dieses Konzept wurde dann vom Freifunk zurückgezogen.

Hier ein Auszug aus meiner Absage an die WFMG:
Ich möchte Ihnen gerne die Gründe für diese Absage erläutern.
Die Gründe liegen in den Ausschreibungsunterlagen und in den darin enthaltenen Bedingungen.
Es fängt schon mit der Überschrift an. Sie sprechen hier von einem freien WLAN.
Das was Sie da beschreiben, ist lediglich ein „1 Stunde Gratis WLAN“.

Nun die Gründe im Einzelen:
In Nr. 6 erwarten Sie eine 24/7/365 Verfügbarkeit des Netzes. Der Freifunk ist und war auch immer ein Best Afford Netz. D.h. es läuft. Und wenn es dann mal nicht läuft, werden sich die Ehrenamtler so schnell als möglich darum kümmern. Es ist eben ein Netz in Bürgerhand.

In Nr. 8 verlangen Sie
1. die Möglichkeit einer individuellen SSID. Im Freifunknetz ist die SSID immer
FREIFUNK. Dies hat den Grund, wenn Sie einmal mit dieser SSID angemeldet waren, werden Sie automatisch in jedes Freifunknetz eingebucht.
2. Gestaltung ein Login Page. Das ist ein zusätzliche Barriere die der Nutzer überwinden muss. Zudem gibt es ältere Geräte, die nicht „merken“, dass es so ein
Seite gibt und somit werden diese nicht in der Lage sein das WLAN zu nutzen.
3. Gestaltung einer Landing Page. Es gibt ein Pico Peering Agreement. In diesem steht vereinfacht drin, wer www.google.de eingibt muss auch dort landen. Und daran halten wir uns.
4. Speicherung von Hardware-MAC-Adresse. Es wird im Freifunknetz keine Speicherung von Daten ohne richterliche Verfügung geben.
In Nr. 9 fordern Sie eine Zeitbegrenzung pro Nutzer, in Nr. 10 eine Voucher System und in Nr. 11 Bereitstellung eines Analytics Tools. Dies ist mit den Grundsätzen eines Freifunknetzes nicht vereinbar.

In der Vorlage Nr. 2524/IX wird angedeutet, dass alle Schulen an das VitusNetz angeschlossen werden und darüber ein WLAN realisiert werden soll, dieses könnte man auch hervorragend für das Stadt WLAN mit benutzen.

Weiterhin möchte ich auf den Koalitionsvertrag von CDU/FDP in NRW hinweisen, wo dem Freifunk eine Erwähnung zu Teil wird.
Hier der Auszug aus dem Koalitionsvertrag:
Wir stärken das mobile Internet durch einen Ausbau der Verfügbarkeit offener WLAN-Zugänge. Dazu werden alle Landesbehörden offenes WLAN anbieten. Wir unterstützen die Kommunen beim Angebot von offenem WLAN unter anderem durch die Nutzung von Programmen wie „WiFi4EU“.
Private Freifunk-Initiativen beziehen wir dabei mit ein und unterstützen sie. Mit einer Bundesratsinitiative zur Modernisierung des Telemediengesetzes sorgen wir für eine Entlastung von Haftungsrisiken.

Ich bedaure, dass die Stadt Mönchengladbach hier nicht den Mut hat, ein innovatives Projekt, welches zudem von den Bürgern und der Politik anerkannt ist, in die Tat umzusetzen.
Natürlich möchte ich mich für die von Ihnen immer wieder offene Kommunikation bedanken.

Mit freundlichen Grüßen
Reiner Gutowski
Email: reiner.gutowski@rm-netproject.de

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