3. Aktualisierung: Fall des toten Säuglings in Willich-Anrath ist aufgeklärt
Bekanntgabe der Ergebnisse heute Nachmittag durch die Polizei Mönchengladbach

Die Ermittlungskommission kommt voran – Neue Ergebnisse
2. Aktualisierung am Ende des Artikels

beutel3Spielende Kinder fanden gestern am späten  Nachmittag in der Böschung des durch Willich-Anrath fließenden Flöthbachs einen Einkaufsbeutel aus Stoff, der ihnen durch seinen starken Geruch auffiel.

Sie riefen ihren Vater hinzu, der bei einer Nachschau feststellen mußte, dass sich in dem Beutel eine Plastiktüte mit den bereits stark zersetzten Überresten eines augenscheinlichen Säuglings befanden.

Die alarmierte Polizei bildet mit Kräften der Polizeii Viersen und der Polizei Mönchengladbach eine Mordkommission.

Der Fundort der Leiche befindet sich am Flöthbach, zu erreichen über einen Fußweg im Bereich der Süchtelner Straße Ecke Klörather Steg. Im Bereich des Fundortes befindet sich eine kleine Brücke, über die der Bach auf dem durch Fußgänger stark frequentierten Fußweg überquert werden kann.

Nach jetzigen Erkenntnissen zog eine Anwohnerin den Beutel als  Reinigunsmaßnahme nichts ahnend vor etwa zwei Wochen, nachdem der Bach Hochwasser führte und sich viel Müll darin angesammelt hatte, aus dem Wasser. Sie legte ihn in die Böschung und hatte die Absicht,  den angesammelten Müll in den nächsten Tagen dem Hausmüll zuzuführen.

Bei der heute durchgeführten Obduktion des Kindes wurde  festgestellt, dass es sich um einen ausgetragenen, reifen männlichen Säugling handelt, der lebensfähig war. Das Kind ist abgenabelt, wobei aufgrund der fortgeschrittenen Zersetzung nicht mehr nachvollzogen werden kann, ob dies fachmännisch geschah. Ebenso lässt sich die
Todesursache nicht mehr feststellen.

Die Polizei fragt, wer möglicherweise vor etwa zwei Wochen am  Flöthbach Beobachtungen macht, die mit dem toten Säugling in Verbindung stehen könnten. Wer kann Angaben zu einer bis vor kurzem schwangeren Frau machen, die nun vorgibt, ihr Kind verloren zu haben?

Sachdienliche Hinweise, die auch nur entfernt mit dem toten  Säugling in Verbindung gebracht werden können, bitte an die Mordkommission der Polizei Mönchengladbach unter Telefon 02161-290.
Aktualisierung vom 14.9.2014:

beutel3Es handelt sich um ein Foto des Stoffbeutels, in dem sich die Plastiktüte mit dem toten Säugling befand.
Es handelt sich um einen Stoffbeutel mit der Aufschrift einer Firma aus Mönchengladbach: TIP team für innovative präsentationen GmbH; 41061 Mönchengladbach

 

 

2. Aktualisierung vom 22.9.2014:

Die Öffentlichkeitsarbeit erbrachte zahlreiche, erfolgversprechende Hinweise, denen nun konsequent nachgegangen wird.

Profiler des LKA, die die Ermittlungskommission seit Beginn beraten, legten nun eine Fallanalyse und ein Täterprofil vor.

Dazu Ingo Thiel: „Das Täterprofil passt zu unseren Ermittlungen, so dass nun neben der Kindsmutter auch der Kindsvater für die Tötung des Säuglings in Betracht zu ziehen ist. Das Ergebnis der DNA-Wissenschaftler des LKA liegt vor. Wir werden nun die Speichelprobenentnahmen zum Vergleich auch auf männliche Tatverdächtige ausweiten“.

Die Ermittlungskommission geht immer noch davon aus, dass sich der Geburtsort des Babys in räumlich sehr enger Nähe zum Fundort im Flöthbach in Willich-Anrath befindet. Hierbei muss es sich nicht zwingend um die aktuelle Wohnung der Kindsmutter oder des Kindsvaters handeln, sondern es reicht aus, wenn auf den Ort zum Zwecke der Geburt zurückgegriffen werden konnte.

Die EK Flöth setzt weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon 02161-290 oder als Mail an ekfloeth.moenchengladbach@polizei.nrw.de