Großzügige Spende für die Gladbacher Tafel – Winterprogramm der Bruderschaften

2014_Bezirk_Tafel (2)Wenn die Schützensaison vorbei ist, geht es zwar ruhiger zu, dennoch bleiben die Bruderschaften im Bezirk nicht untätig.
Viele Jahresversammlungen finden statt, es werden Könige und Prinzen gekrönt und im November veranstaltet der Bezirksverband Mönchengladbach-Rheydt-Korschenbroich der Historischen Bruderschaften die „Eröffnung des Winterprogramms“.
Diesmal trafen sich Bruderrat und die Bruderschaftsabordnungen um 19:00 Uhr in Geistenbeck zum Wortgottesdienst. Vorbereitet hatte diesen Bruderratsmitglied Heinz Josef Esser, der den Gottesdienst auch leitete. Er fand die richtigen Worte zum Thema des anschließenden Treffens im Pfarrheim.
Hier begrüßte Frank Joeris, stellvertretend für den verhinderten Bezirksbundesmeister Horst Thoren, die Gäste.

Er dankte Heinz Josef Esser und den helfenden Bruderschaftlern aus Geistenbeck für die „Bewirtung“ und begrüßte Monika Bartsch als Leiterin der Mönchengladbacher Tafel, die über die „Tafel-Idee“ berichtete.

War im letzten Jahr noch das Thema „Du deckst mir den Tisch“ zur Heiligtumsfahrt angesagt, so ging es diesmal darum, zu erklären, dass auch die Bedürftigen in der Stadt gerne einmal einen „gedeckten Tisch“ vorfinden würden.

Hierzu wurde vor etwa 20 Jahren eine Idee aus Amerika aufgegriffen, die dann in Deutschland, in Berlin, ihren Anfang nahm: Die Tafel-Idee – jeder gibt-was er kann.
Bereits als 14. Tafel in Deutschland wurde auch in Mönchengladbach diese Idee umgesetzt, zunächst in Eicken, dann am jetzigen Standort am Fleenerweg in Lürrip.
Seit 7 Jahren leitet die ehemalige Oberbürgermeisterin Monika Bartsch diese Organisation, wo alle Helfer ehrenamtlich tätig sind. Von der Organisation, bis zu den Fahrern, den Helfern beim Sortieren bis zu den Helfern der Ausgabe „arbeiten“ alle nur mit dem Ziel, den Hilfsbedürftigen in der Stadt zu ermöglichen, Lebensmittel für den „täglichen Bedarf“ kostenfrei zu erhalten.
Das Team welches rund 100 Helfer umfasst, bildet auch den eingetragenen, gemeinnützigen Verein der „Mönchengladbacher Tafel e.V.“, um einige Fördermitglieder ergänzt.

Monika Bartsch erklärte den Ablauf, fast jeden Tag sind vier Kühlfahrzeuge für die Tafel unterwegs um Lebensmittel, die kurz vor dem Ablauftermin stehen, von den Sponsoren (Großhändlern, Discountern, Märkten, Bäckereien, Metzgern, Landwirte usw.) abzuholen.

Zwischen zwei und drei Fahrer/Beifahrer sind pro Fahrzeug eingesetzt, mal vier, mal 5 Tage – da konnte sich jeder ausrechnen wieviel Organisation alleine dafür notwendig ist.
Einige fahren auch zwei- oder sogar dreimal in der Woche mit.
Mittwochs und Freitags sind Ausgabetage – dann können die „Kunden“, wie die Bedürftigen genannt werden, die gesammelten Lebensmittel abholen.
Nachweise (von ARGE, Rentenbescheide usw.) sind vorher einzureichen, werden geprüft, eingescannt und alle werden registriert um Missbrauch weitestgehend auszuschließen.

Die Kunden können mittlerweile selber entlang der ausgestellten Waren gehen und den Helfern erklären, was sie und ihre Angehörigen, Kinder, gerne hätten.
Pro Ausgabetag kommen ca. 400 Kunden (alphabetisch und innerhalb des Tages noch nach Uhrzeit aufgeteilt).
Über 80.000 Rationen wurden 2012 an die Kunden ausgegeben.
Eine straffe Organisation ist hierzu nötig – aber allen Helfern merkt man an, dass sich die Hilfe lohnt. Denn alle wissen – hier ist Hilfe sichtbar und wirksam.
Nachdem einige Rückfragen gerne von Monika Bartsch beantwortet wurden, überreichten der stellv. Bundesmeister Frank Joeris und der Bezirkskassierer Hans Josef Heupts einen Blumenstrauß als Dankeschön für die ausführliche Darstellung der Mönchengladbacher Tafel und übergaben einen „Spendenscheck über 1.500 Euro“ .

Die Summe ist bei Kollekten und verschiedenen Veranstaltungen (zuletzt noch beim Treffen der Brauchtumsfreunde im Dicken Turm) zusammen gekommen.
Auf die Aktion „Weihnachtspäckchen“ wurde noch kurz hingewiesen (Abgabe am 7. Dezember am Fleenerweg oder ab sofort bei einigen Annahmestellen im Stadtgebiet).
Alle Bruderschaften sind natürlich aufgerufen – bei Gelegenheit – auch eine Spende an die Gladbacher Tafel zu überreichen. Denn eines hat der Abend gezeigt, Hilfe ist weiterhin dringend notwendig.
Weitere Informationen zur Tafel auch auf der Internetseite: www.mg-tafel.de und zum Bezirksverband unter www.bruderrat-online.de.