MG-Heute

Mönchengladbacher Zeitung

Heimische Gärten

Frühlingszeit ist Pflanzzeit.

In den Baumärkten und Gärtnereien wird eine bunte Vielfalt an Pflanzen angeboten. Auf Primeln folgen Stiefmütterchen und Geranien. Die meisten davon sind sogenannte Wegwerfblumen, die nur für eine Saison den Geldbeutel belasten. Für unsere heimischen Insekten sind diese überwiegend uninteressant. Doch zur Überraschung findet man derzeit ebenfalls wieder heimische Wildpflanzen wie z. B. Schafgabe oder den kriechenden Günsel im Angebot. Davon sollte es mehr geben. Es gibt viele einheimische, bunte Blumen, die unsere Gärten zieren können.

Im Handel werden Olivenbäume, Palmen und Kirschlorbeer als beliebte Grünpflanzen ausgesprochen geschäftstüchtig verkauft.  Diese Pflanzen sind jedoch schädlich für unsere Biodiversität. Sie nehmen den heimischen Pflanzen den Platz weg und bieten den meisten heimischen Tieren weder Nahrung noch Brutplätze. Als Alternative für Hecken und Sträucher könnten Liguster, Weißdorn oder echter Lorbeer in Frage kommen. Es gibt Pflanzen, die aus den oben genannten Gründen in Deutschland verboten sind. In der Schweiz gehören dazu der Schmetterlingsflieder und der Kirschlorbeer. Die meisten Kommunen in Deutschland können sich dazu nicht durchringen.

In naturnahen Gärten werden Blumen neben Obstbäumen und Gemüse gepflanzt, um mit Hilfe der Bestäuber die Erträge zu erhöhen. Seien Sie versichert, dass Zierpflanzen wie die Hortensie nicht dazu gehören. Auch unsere Gartengestaltung kann zur Gesundung oder zum weiteren Verlust der Biodiversität beitragen. Wenn die Bestäuber fehlen, wird Obst und Gemüse zunehmend teurer werden. Wer Vögeln und Bienen etwas Gutes tun möchte, baut keine Nisthilfen, sondern sorgt mit einheimischen Pflanzen für Nahrung und Brutplätze. Listen für das naturnahe Gärtnern gibt es im Internet oder bei gut sortierten Gärtnereien. Es gibt viel zu entdecken in unserer heimischen Pflanzenwelt, die für uns alle wieder bunter und vielfältiger werden kann.  Somit sichern wir unsere heimische Tierwelt und leisten einen Beitrag zur Ernährungssicherheit.

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