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Liebe Gäste, das ist die Startseite der FRIEDRICH – SCHILLER – DEUTSCHE SCHULE in Ruse/Bulgarien

Diese Information entdeckte ich im Internet. Im vergangenen Jahr hatte mich eine bulgarische Reiseführerin, die unsere Reisegruppe durch Ruse am bulgarischen Ufer der Donau begleitete, auf diese Schule aufmerksam gemacht. Ich nahm Kontakt auf und lernte jetzt vor Ort Frau Pepa Balkova kennen, die sprachgewandte Konrektorin der Schule. Wir trafen uns in einem Café in der Innenstadt von Ruse, das sich „Klein Wien“ nennt.

Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, was die charmante Dame zu erzählen hatte. Die Schule versteht sich in der Tradition des von der Lehrerin Anna Winter 1883 gegründeten Handels-Gymnasiums, das später als „Deutsche Schule“ populär wurde. Nach politisch motivierter Schließung 1944 wurde im Jahr 1992 die jetzige Schule eingerichtet, die 2008 das 125. Jubiläum mit Gästen aus Deutschland und Bulgarien feierte. Deutsch wird als erste Fremdsprache unterrichtet in allen Klassenstufen von der 1. bis zur 12. Klasse, Englisch als zweite Fremdsprache von der 5. bis 12. Klasse. Das alles auf hohem Niveau mit qualifizierten Lehrkräften.

Es gibt eine Leistungsklasse, in der motivierten Schülern eine zielgerichtete Vorbereitung auf die Prüfung zum Erwerb des Deutschen Sprachdiploms ermöglicht wird. Das Diplom berechtigt zum Studium in deutsch-sprachigen Ländern. Viele Schüler studieren im Ausland, besonders in Deutschland. Etliche Schulen in Deutschland pflegen Kontakte zur Schule in Ruse und nehmen an gegenseitigen Austausch-Programmen teil. Vielleicht lässt sich auch eine Schule bei uns motivieren, mit der Deutschen Schule in Ruse Kontakte zu knüpfen. Frau Balkova ist daran interessiert und würde sich freuen.

In einem Grußwort schreibt Ivaylo Kelfin, Vizekanzler und Außenminister der Republik Bulgarien, zur Jubiläumsausgabe anlässlich des 125. Jahrestages der Deutschen Schule in Ruse, Mai 2008, u.a.:

„Das Jubiläum ist ein Anlass, zu den gemeinsamen Wurzeln der europäischen Kultur zurückzukehren. Welche die nicht verwelkenden Werte von Goethe, Schiller, Wazov und Stoyanov hervorgebracht hat . . . Die Sprache spielt eine Schlüsselrolle bei der Kommunikation in der modernen Familie Europas im 21. Jahrhundert . . . Dazu trägt auch die Wirkung der Donau bei. Der große Fluss ist die Lebensader Europas. Er war und wird ein Grundfaktor und eine gute Möglichkeit zur dynamischen Entwicklung der wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit sein.“

Die Begegnung mit Frau Balkova hat mir die Augen geöffnet für das vielen unbekannte und weithin verkannte Land auf dem Balkan. Nicht allen ist bewusst, dass Ruse die Geburtsstadt des Literatur-Nobelpreisträgers Elias Canetti ist. Dieser beschreibt in seinem Buch „Die gerettete Zunge“ u.a. in seinen Kindheitserinnerungen: „Rustschuk (damaliger Name für Ruse), wo ich zur Welt kam, war eine wunderbare Stadt. Wenn ich sage, dass sie in Bulgarien liegt, gebe ich eine unzulängliche Vorstellung von ihr, denn es lebten dort Menschen der verschiedensten Herkunft, an einem Tag konnte man sieben oder acht Sprachen hören.“

Ich werbe für diese Stadt, von der so wenige etwas wissen.