Holocaust-Überlebender Leon Weintraub erzählt seine Geschichte an Hochschule Niederrhein

Leon Weintraub, Holocaust-Überlebender und Zeitzeuge (hier zu sehen in seinem Haus in Schweden), ist am 17. Mai zu Gast an der Hochschule Niederrhein. Foto: privat/Hakes

Mit 97 Jahren wird der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub nicht müde, seine ganz persönliche Geschichte während und nach der NS-Zeit in der Öffentlichkeit zu erzählen. Es ist die Geschichte einer Versöhnung nach unsagbarem Leid. Mit Blick auf die wiederaufkeimenden, fremdenfeindlichen Strömungen heutzutage versteht er seine Schilderungen auch stets als Mahnung, dass sich die Gräueltaten des Holocaust, die in den Konzentrationslagern endeten und mit Rassismus und Antisemitismus begannen, nicht wiederholen.  

Was er erlebt hat, berichtet der in Lodz geborene Weintraub am 17. Mai an der Hochschule Niederrhein. Im Hörsaal des Audimax V2 am Campus Mönchengladbach haben Interessierte ab 16 Uhr die Gelegenheit, einen der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des Nationalsozialismus zu hören. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Katholischen Hochschulzentrum LAKUM und der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld Villa Merländer organisiert.

Um Voranmeldung unter dem Betreff „Vortrag Weintraub“ an ns-doku@krefeld.de wird gebeten. Es können jedoch auch Kurzentschlossene spontan vorbeikommen. Wer nicht vor Ort sein kann, kann den Vortrag per Zoom-Stream von Zuhause aus verfolgen.

Die Zugangsdaten lauten https://hs-niederrhein.zoom.us/j/62835851886; Meeting-ID: 628 3585 1886; Kenncode/Passwort: 656376.

Zum Hintergrund: Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen musste Leon Weintraub ab 1940 mit seiner jüdischen Familie im Ghetto Litzmannstadt leben und arbeiten. Bei der Auflösung des Ghettos im August 1944 wurde er als 18-Jähriger in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Ermordung konnte er nur entgehen, indem er sich, unbeachtet von der SS und den Kapos, einer Gruppe Häftlinge anschloss, die zur Arbeit nach Gross-Rosen ausgewählt wurden. Dort verbrachte er einige Monate voller Bestrafungen und in der ständigen Angst vor der drohenden Vernichtung. Auf einem letzten Transport gelang ihm schließlich die Flucht.

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