Kluge Vorhersagen einiger Partikularinteressierter erwiesen sich als Luftblasen – Ampel beschließt „letzte JU 52-Landung“ in Mönchengladbach

Die Situation hatte etwas gespenstisch Ähnliches wie seinerzeit die Story mit der Ski-Halle.
Nur lief es genau umgekehrt. Es gab keine Ablehnung sondern die Ampel schaffte allen Unken zum Trotz die erwünschte Mehrheit.
Am Flughafen Mönchengladbach soll in naher Zukunft das Leben und Werk des Ehrenbürgers Hugo Junkers in besonderer Weise gewürdigt werden.
Der Rat beschloss in seiner heutigen Sitzung die Errichtung eines Eventhangars neben dem Terminal, in dem eine ausgediente Ju 52 des Flugpioniers ausgestellt werden soll.
Die Ratsmehrheit knüpfte den Beschluss an die Bedingung, dass noch vor Baubeginn ein Betreiber gefunden ist.
Außerdem sollen Leben und Werk Hugo Junkers an seinem Geburtsort Rheydt durch weitere Projekte gewürdigt werden.
Konkrete Pläne dazu sollen unter Beteiligung unter anderem des Citymanagements Rheydt e.V. und des Hugo-Junkers-Gymnasiums entwickelt werden.

Die Eventhalle am Flughafen sieht neben der Präsentationsfläche für die „Tante JU“ noch Fläche für Tagungen, Kongresse oder andere kleinere Veranstaltungen für bis zu 400 Personen sowie im Obergeschoss zwei Seminarräume und ein Restaurant vor.
Zielgruppe der Veranstaltungen sind vor allem Unternehmen aus der Region, die über das übliche Angebot hinausgehende Lokalitäten für Firmen- und Kundenveranstaltungen, Produktpräsentationen und für Messeveranstaltungen suchen.
Unabhängig davon soll es vom Flughafen Mönchengladbach aus weiterhin Rundflüge mit drei flugtauglichen JU 52 geben.

Möglich wird das Vorhaben vor allem durch den in Mönchengladbach ansässigen „Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge“ e.V., welcher der Stadt die JU 52 aus dem Jahre 1949, die im Oktober 2012 außer Dienst gestellt werden soll, als kostenfreie Dauerleihgabe überlassen wird.
Außerdem baut der Verein derzeit eine flugfähige F 13, ebenfalls aus der Werkstatt von Junkers, auf.
Die F 13 war das erste Ganzmetallflugzeug der Welt und ein Vorläufer der „Tante JU“.
Das Flugzeug könnte in der “Eventlocation“ ebenfalls gelegentlich präsentiert werden.
Als Brückenschlag zwischen dem Geburtsort Rheydt von Hugo Junkers und dem Hangar am Flughafen sollen Ideen am Standort in Rheydt umgesetzt werden, die das Wirken Hugo Junkers angemessen würdigen.
So kann möglicherweise ein Nachbau einer F 13 an einem noch nicht bestimmten Standort in Rheydt der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht werden.
Das Flugzeug befindet sich noch auf dem Stuttgarter Flughafen und könnte zukünftig in Rheydt stehen.

Ermöglicht wird das Projekt insbesondere durch die erfolgreiche Bewerbung der WFMG im Wettbewerb „Erlebnis.NRW“.
Die hierfür eingereichte Projektidee mit dem Titel „Die letzte Landung der Ju 52“ soll als zweitgrößtes Projekt aus einem mit 43 Millionen Euro gefüllten NRW/EU-Finanztopf mit 3,4 Millionen Euro gefördert werden.
Da die Antragsfrist für den erwarteten Zuschuss Ende des Monats ausläuft, hat der Rat jetzt dem Projekt zugestimmt.

Die Stadt gibt als Eigenanteil einen Betrag von 400.000 Euro ein.
Die restlichen Eigenmittel des insgesamt 4,48 Millionen-Projektes werden durch Spenden und Zuschüsse Dritter sowie durch eine Kreditaufnahme einer noch zu gründenden Besitzgesellschaft als hundertprozentige Tochter der EWMG aufgebracht.
Auch der Flughafen Mönchengladbach beteiligt sich mit einem Projektbeitrag in sechsstelliger Höhe an dem Vorhaben.
Die noch zu gründende Gesellschaft baut den Eventhangar und verpachtet diesen an einen Betreiber, der über eine Ausschreibung noch zu finden ist.
Hier gibt es bereits einige Interessenten. Der JU 52-Eventhangar soll Ende 2013 stehen.