Mehr Wasser, Grün und Radverkehr für die Lüpertzender Straße – aus dem Bau- und Planungsausschuss

Direkt vor der Musikschule soll ein neuer Platz entstehen. Visualisierung Musikschule Squadra + / Stadt Mönchengladbach

Für den Abschnitt zwischen Berliner Platz und Geropark plant die Stadt eine Fahrradstraße, ein grünes Band und einen oberirdischen Lauf für den Gladbach.

Die Lüpertzender Straße soll im Abschnitt zwischen Berliner Platz und Geropark grundlegend umgestaltet werden.
Mehr Grün, mehr Wasser, und mehr Verkehrssicherheit sind wesentliche Elemente der Planung.
Außerdem soll in dem Straßenabschnitt eine Fahrradstraße eingerichtet werden, die in der Weiherstraße und der Gasthausstraße fortgeführt wird.
Was genau geplant ist, stellt die Verwaltung derzeit in den politischen Gremien vor.
Der Stadtrat muss die Maßnahme in seiner Sitzung Anfang Mai beschließen.

Rund 600 Meter ist die Lüpertzender Straße westlich des Berliner Platzes lang. Doch diese 600 Meter haben es in sich. Sie sind aufgrund ihrer Nähe zur Altstadt, zu städtischen Parks und besucherstarken Institutionen ein wichtiger Bezugspunkt im öffentlichen Leben. Gleichzeitig gibt es hier viel Wohnbebauung. All dem wird die Lüpertzender Straße aktuell wenig gerecht. Prägend für den derzeitigen Zustand sind die starke Versiegelung, hohe Parksuchverkehre, zahlreiche Fremdparker, schmale Geh- und Radwege und wenig Aufenthaltsqualität.

Der Gladbach, der hier unterirdisch in einem Kanal verläuft, soll im Zuge der Umgestaltung im Abschnitt zwischen Geroplatz und An der Flieschermühle symbolisch wieder an die Oberfläche geholt werden und als kleines Rinnsal durch das grüne Band verlaufen.
Visualisierung Lüpertzender Str.
Squadra + / Stadt Mönchengladbach

Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz: „Mit der geplanten Umgestaltung hat die Lüpertzender Straße das Potential, als zukunftsfähige Wohn- und Innenstadtstraße Vorbildwirkung für die gesamte Stadt zu entfalten. Wir müssen dafür sorgen, dass zur Wahrung einer lebendigen gemischten Stadtstruktur die Innenstadtlagen auch weiterhin attraktive Wohnstandorte bleiben. Konkret wird hier der Schutz vor Hitze und Starkregen verbessert, die Verkehrssicherheit erhöht und damit ein neuer lebenswerter Ort in der Innenstadt gestaltet. Damit gehen einige Änderung für die Nutzer einher. Deshalb war es wichtig, dass es im Rahmen der Planung eine intensive Einbindung der Anwohnenden, der lokalen Akteure und der interessierten Bürgerschaft gegeben hat.“
Insgesamt haben die Stadtverwaltung und das Quartiersmanagement die Bürgerinnen und Bürger zwischen Mai 2021 und Dezember 2023 in drei Vor-Ort-Veranstaltungen und zwei Online-Umfragen eingebunden.

Ein „grünes Band“ und der stilisierte Gladbach Verbindendes Element in der Straße wird ein „grünes Band“ sein. Dies wird vor allem auf der nördlichen Straßenseite durch eine Abfolge von Straßenbäumen, Staudenflächen und Sträuchern gebildet. Um die Versiegelung des Straßenraums weiter zu reduzieren, werden die Stellplätze in der Straße mit so genannten Rasenlinern hergestellt. Durch das zusätzliche Grün erfüllt der Straßenzug, der bislang bloße Verkehrsfläche ist, künftig deutlich umfangreichere Aufgaben: Er bietet Aufenthaltsqualität, spendet an heißen Sommertagen Abkühlung und ermöglicht es, Regenwasser versickern zu lassen.

Prägend für das grüne Band ist neben der Bepflanzung auch das Element Wasser im öffentlichen Raum. Der Gladbach, der hier unterirdisch in einem Kanal verläuft, soll im Zuge der Umgestaltung im Abschnitt zwischen Geroplatz und An der Flieschermühle symbolisch wieder an die Oberfläche geholt werden und als kleines Rinnsal durch das grüne Band verlaufen. Hinzu kommen drei Brunnen, die das Element Wasser aufgreifen, je einer an der Kreuzung Berliner Platz, vor der Musikschule und am Übergang zum Geroplatz. Von dort – aus dem Becken des Geroweihers – floss bereits vor Jahrhunderten der Gladbach in Richtung der heutigen Lüpertzender Straße.

Platz vor der Musikschule
Direkt vor der Musikschule soll ein neuer Platz entstehen. Er hebt sich durch eine spezielle Oberfläche vom restlichen Straßenbereich ab. Hier sind Sitzmöglichkeiten und ein kleines Wasserspiel geplant, die zum Verweilen einladen und dem Bereich eine neue Qualität geben. Der kleine Platz vor der Musikschule wird vom Bäumen umgeben, die den Aufenthalt insbesondere an heißen Sommertagen angenehmer machen.

Eine Hol- und Bringzone ermöglicht es, Besucher der Musikschule direkt vor dem Gebäude mit dem Auto abzusetzen. Gleichzeitig soll auch die Anreise mit alternativen Mobilitätsformen gefördert werden. Dazu werden die Haltepunkte der Bushaltestelle „Lüpertzender Straße“ neu ausgerichtet und eine Säule mit Reparaturwerkzeugen für Fahrräder aufgestellt. Auch die bekannte Leihfahrrad-Station wird nach den Bauarbeiten wieder eingerichtet.

Fahrradstraße und Verkehr
Im Rahmen der Arbeiten werden die Lüpertzender Straße westlich vom Berliner Platz, die Weiherstraße und die Gasthausstraße zu Fahrradstraßen umgewidmet. Fahrräder fahren hier künftig nicht mehr auf dem Bürgersteig, sondern auf der Fahrbahn. Auch der breite Hauptweg durch den Geropark soll offiziell für den Radverkehr freigegeben werden. Damit können Radfahrende künftig auf kürzestem Weg vom Ende der Lüpertzender Straße zur Kreuzung Hittastraße/Aachener Straße gelangen. Im Straßenraum der Lüpertzender Straße sollen zudem 57 neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden – auch eine Fahrradgarage ist geplant.

Auf einer Fahrradstraße haben Radfahrer absoluten Vorrang. Mit dem Auto dürfen hier nur Anlieger fahren, also zum Beispiel Anwohner, Besucher (auch von Musikschule, VHS etc.) oder Lieferanten. Für Busse bleibt die Strecke ebenfalls freigegeben. Für alle „Motorisierten“ gilt in einer Fahrradstraße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. In den Seitenstraßen Bleichstraße, An der Flieschermühle und Am Kämpchen werden ebenfalls Tempo-30-Zonen eingerichtet.

Zu den Zielen der Umgestaltung gehört es, den Verkehr auf der Lüpertzender Straße zu reduzieren und dem Ziel- und Quellverkehr der Lüpertzender Straße Vorrang einzuräumen. Damit soll zugleich der allgemeine Durchgangs- und der starke Parkplatzsuchverkehr von Innenstadtbesucher minimieren werden.
Die verbleibenden 114 Stellplätze in der Straße (57 entfallen im Zuge der Umgestaltung) sollen künftig überwiegend von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt werden. Für externe Parker soll es perspektivisch – wie in anderen Anwohnerparkzonen bereits heute – Parkgebühren geben. Für PKW gilt außerdem für den Straßenabschnitt vor der Musikschule (zwischen An der Flieschermühle und Am Kämpchen) ein Durchfahrtsverbot in Richtung Berliner Platz. Busse und Fahrräder können hier weiterhin in beide Richtungen fahren.
Die Anreise mit alternativen Verkehrsmitteln wie Bus oder Fahrrad soll insgesamt für Besucherinnen und Besucher attraktiver gemacht werden.
Bei der geplanten Umgestaltung der Lüpertzender Straße handelt es sich um ein Projekt aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt Gladbach und Westend“, das schon die Grundlage für die Umgestaltung des Geroparks und des Hans-Jonas-Parks bildete. Nun wird mit der Lüpertzender Straße auch die Verbindungsachse zwischen den beiden Parks deutlich aufgewertet und begrünt.

Die Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf etwas mehr als 3 Millionen Euro belaufen, die nahezu vollständig aus Fördermitteln finanziert werden. Die Umsetzung ist ab Ende des Jahres geplant.
Zunächst müssen die laufenden Kanalbauarbeiten der NEW abgeschlossen werden, die voraussichtlich noch bis Ende des Jahres dauern.

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