Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n – drei zentrale Forderungen des ADFC-Mönchengladbach

Die ADFC-Faltblätter in 6 Sprachen - Foto: www.iDFotowerkstatt.de

Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n. So lautet das Motto der diesjährigen Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt am 22. Mai 2016.

Im letzten Jahr nahmen an dieser Veranstaltung mehr als 1200 Radfahrer teil und setzten damit ein wichtiges Signal in Richtung der Mönchengladbacher Politik.

Mönchengladbach ist eine Stadt, die seit vielen Jahrzehnten für den Autoverkehr gebaut wurde.
So verwundert es nicht, dass Mönchengladbach beim letzten ADFC Fahrradklimatest (2014) bundesweit den vorletzten Platz belegt hat.

In der Mönchengladbacher Politik und Verwaltung hat man erkannt, dass der Autoverkehr viele Probleme bereitet. Straßeninstandhaltung erzeugt enorme Kosten, Feinstaubwerte und Lärmpegel müssen eingehalten werden. Aber auch die Lebensqualität und die Verkehrssicherheit spielen eine wichtige Rolle.

Initiativen und Aktionen wie 200 Tage Fahrradstadt oder das STADTRADELN bzw. die Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Mönchengladbacher Bürger bereit sind, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen. Bedingt durch den immer knapper werdenden Parkraum wird sich dieser Trend in den nächsten Jahren weiter beschleunigen.

Auch wenn die Stadt in den letzten beiden Jahren vieles angestoßen hat, ist es immer noch abendteuerlich mit dem Rad durch unsere Stadt zu fahren.

Einige Beispiele:
Baulich angelegte Radwege sind an vielen Stellen viel zu schmal und weisen Wurzelschlag auf. Falschparker auf Rad- und Gehwegen zwingen zum Ausweichen, was häufig zu riskanten Ausweichmanövern führt. Auch Eltern-Taxis gefährden unsere Schulkinder auf ihren Schulwegen.

Auch wenn die Bereitschaft der Stadt erkennbar ist, schreitet der Umbau nicht bzw. zu langsam voran.
An Konzepten und Geld scheitert es nicht, vielmehr an Personal zur Planung und Umsetzung.

Aus diesem Grund stellt der ADFC Mönchengladbach drei zentrale Forderungen:

  • Sichere Radwege
  • Zusätzliches Personal für den Radverkehr
  • Einen Ratsbeschluss, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 zum Ziel festlegt

Sichere Radwege

Es kann nicht pauschal beantwortet werden, ob ein Radweg auf der Straße oder neben dem Gehweg sicher ist. Vielmehr muss die Gesamtsituation (z. B. das Verkehrsauskommen) betrachtet werden.
Auf der meist befahrenen Verkehrsachse Mönchengladbachs (Fliethstraße, Speickerstraße …) hat der Radfahrer z. B. nichts auf der Straße zu suchen. Hier kann nur ein durchgehender baulich angelegter Radweg eine Lösung sein. Auf einer Straße mit geringem Verkehrsaufkommen kann dagegen ein „Radweg auf der Straße“ durchaus eine akzeptable Lösung sein (z. B. Eickener Straße). Wichtig dabei ist, dass man die aktuell gültigen Vorgaben (ERA 2010 u.a.) einhält. Ein 100cm breiter Schutzstreifen bringt niemandem etwas. Da der zur Verfügung stehende Straßenraum oft begrenzt ist, muss man auch mal dazu bereit sein, eine Straße anders aufzuteilen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Hohenzollernstraße.

Wir fordern die Stadt auf, die bekannten Problemwege zeitnah in sichere Radwege umzubauen. Eine generelle Abschaffung der Benutzungspflicht ist keine Lösung. Parallel dazu müssen sichere Alternativen geschaffen werden.
Zusätzliches Personal für den Radverkehr

2015 wurde Carsten Knoch als Mobilitätsbeauftragter der Stadt Mönchengladbach eingestellt. Was er damals vermutlich nicht wusste war, das er damit einen riesigen Berg an Problemen erbte. Natürlich beschäftigen sich noch andere Mitarbeiter der Verwaltung mit dem Radverkehr (z. B. Straßenplanung), trotzdem ist zu erkennen, dass viele Projekte stocken und nur zögerlich zum Abschluss gebracht werden. Die Freigabe von ca. 40 Einbahnstraßen in Eicken hat mehr als drei Jahre gedauert. Vergleichbare Städte sind da viel schneller unterwegs. Fördertöpfe können nicht abgerufen werden, weil kein Personal da ist, um die entsprechenden Anträge zu stellen.

Auch beim Ordnungsamt fehlen Leute zur stärkeren Kontrolle von Falschparkern auf Rad- und Gehwegen. Nicht nur, das es nervig ist, ständig von diesen ausgebremst zu werden, oftmals entstehen beim Ausweichen zusätzlich gefährliche Situationen.

Wir fordern die Stadt auf, zusätzliches Personal für die Planung und Durchführung von Fahrradprojekten einzustellen. Außerdem muss das Ordnungsamt personell verstärkt werden, um gezielt das Falschparken auf Rad- und Gehwegen zu bekämpfen.
Ratsbeschluss, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt

125.000 PKW´s waren 2013 gemeldet.
In Mönchengladbach liegt der Radverkehrsanteil nach letzten Untersuchungen (2010) bei 6%, während der Autoverkehrsanteil (MIV) bei 62% liegt. Ein hohes Verkehrsaufkommen erzeugt generell ein hohes Sicherheitsrisiko für alle. Daraus folgert, dass mit weniger Autoverkehr die Sicherheit aller steigt.

Aus diesem Grund muss der Radverkehrsanteil in den nächsten Jahren signifikant gesteigert werden. Andere vergleichbare Städte haben vorgemacht, dass dies geht (z. B. Krefeld mit 18% Radverkehrsanteil).
Es müssen gute und sichere Bedingungen für den Radverkehr geschaffen werden, damit dies eine echte Alternative zum Autoverkehr darstellt.

Wenn es die Stadt wirklich ernst meint, dann sollte sie dies politisch beschließen. Denn nur an einem politisch beschlossenen Ziel wird auch tatsächlich gearbeitet.

Aus diesem Grund fordern wir den Stadtrat auf, einen Ratsbeschluss herbeizuführen, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt.