Neue Schulpolitik: –
Vorbereitung auf eine digitale Lebenswirklichkeit

Beispielfoto: Gesamtschule Volksgartenstr.

Deutschlands Schulen haben beim Thema Digitalisierung reichlich Nachholbedarf – das hat in Mönchengladbach wiederholt der coronabedingte Lockdown aufgezeigt.

Es mangelt, von Schule zu Schule unterschiedlich, an ausreichend Geräten für digitalen Unterricht, an pädagogischen Konzepte oder ausgereiften Lernplattformen. Nun hatte die Stadt Mönchengladbach im Sommer 2019 immerhin einen ersten Impuls gesetzt, durch die Förderung von „Pilotschulen“ die Digitalisierung von Schule und Unterricht durch eigene Initiative zu fördern. Die Politik beschloss das Projekt Digitale Pilotschule, wonach das Gymnasium am Geroweiher und das Hugo-Junkers-Gymnasium unter den Gladbacher Schulen die Vorreiterrolle in Sachen Digitalisierung übernehmen sollten. Das war vor Corona.

„Bund und Land haben uns zwischenzeitlich ausreichend Ausstattungsmittel zur Verfügung gestellt“, stellt Lena Zingsheim, schulpolitische Sprecherin der grünen Fraktion, fest. Dazu kämen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Für die Grünen-Politikerin ist klar: Der durch die Förderung der „Pilotschulen“ gesetzte Impuls muss auf eine sehr viel breitere Basis gestellt werden. „Nur mit Pilotschulen allein wird es nicht klappen“, glaubt Zingsheim. Kein Wunder: Der Bedarf an digitaler Ausstattung an den Schulen ist enorm, entsprechend schwierig sind die Möglichkeiten der Beschaffung. „Diese Situation darf aber doch nicht auf Kosten der Schüler*innen gehen“, sagt sie. „Als Politik sind wir in der Verantwortung, alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, um die Digitalisierung so schnell wie möglich voranzutreiben.“ Das sieht auch SPD-Schulpolitiker Reinhold Schiffers so. „Die Digitalisierung von Schule und Unterricht ist eine herausfordernde Aufgabe“, sagt er. „Wir müssen nun die Chancen, die sich aus der rasant veränderten Situation ergeben, durch eine breit aufgestellte Zusammenarbeit der Akteure nutzen“, so Schiffers weiter.

Was also lag für die Ampel-Schulpolitiker näher als sich mit einem Verein kurzzuschließen, dessen erklärtes Ziel es ist, die digitale Kompetenz voranzutreiben und Aktivitäten rund um die digitale Transformation zu unterstützen? Die Ampel-Akteure führten dazu intensive Gespräche und fühlten beim Verein Next MG vor, ob der eine Projektskizze präsentieren könnte, die als Grundlage für die Gestaltung des komplexen Kommunikations- und Entwicklungsprozesses genutzt werden kann.

„Mit Next MG gewinnen wir eine Zusammenarbeit mit Menschen, die uns die Perspektive von außen aus der Wirtschaft schenken. Das sind wichtige Impulse für beste Bildung in unserer Stadt“, erklärt Sina Behrend, Sprecherin der Liberalen im Schulausschuss

Reinhold Schiffers erinnert daran, dass in der Vergangenheit über die Grenzen der Stadt hinaus die eigenen Anstrengungen der Stadt anerkannt wurden, mehrere hundert Lehrer*innen aus allen Schulen der Stadt, alle Schulleitungen bei der Entwicklung von Schule und Unterricht durch die „Mönchengladbacher Akademie“ zu unterstützen. Daran wolle man anknüpfen.

Erklärtes Ziel des Ganzen: Insbesondere für die Arbeitsfelder Lehrerfortbildung, Cloud-Lösungen und Administration könnten mit Unterstützung von Next MG relativ schnell Umsetzungsvorschläge entwickelt werden, die auf die Besonderheiten in Mönchengladbach eingehen. „Wir wollen Verwaltung und Schulaufsicht der Stadt bitten, sich in dieses Projekt aktiv mit allen fachlichen und sächlichen Ressourcen einzubringen und es entsprechend zu unterstützen“, sagt Lena Zingsheim. Die Schüler*innen müssten zeitnah auf eine digitale Lebenswirklichkeit vorbereitet werden, sagt die Grünen-Politikerin.

Das Kooperationsbündnis von SPD, Grünen und FDP har heute im Schulausschuss einen entsprechenden Antrag eingebracht. Mit Mehrheit, gegen die Stimmen der CDU, wurde er angenommen.