OB Felix Heinrichs: „Entwässerungslösung ist auf dem besten Weg – auch Hauseigentümer in der Pflicht“

Meinung von Harald Wendler.

Selbstverständlich darf auch unser Oberbürgermeister die Bürger der Stadt darauf hinweisen, dass jeder Einzelne Verantwortung trägt für die Sicherheit seines Eigentums.
So geschehen in einem Schreiben an eine vom Regenhochwasser betroffene Familie in der Stadt. Diese hatte ihn gefragt, weshalb es erneut zu Überschwemmungen in diesem Gebiet gekommen ist und welche Maßnahmen die Stadt zum Schutz der Anwohner ergreift.

Felix Heinrichs schreibt in einer Antwort:

„Auch wenn der Stadt aufgrund dieser Ausgangssituation technische und finanzielle Grenzen bei der Bewältigung von außergewöhnlichen Starkregenereignissen gesetzt sind, hat sie bereits seit Jahren Schritte zur Umsetzung beschlossener Planungen zur Optimierung der Entwässerungssituation unternommen“.

Dazu zählen der Bau des Pumpwerks Stockholtweg am Auslauf des Rheydter Bachs am Rande des Bresgesparks und die hydraulische Sanierung des Regenwasserkanals Färberstraße / Friedensstraße zwischen dem Auslauf des Rheydter Bachs bis zur Gracht. Zwingende Voraussetzung für die Durchführung dieser Maßnahmen durch die NEW AG ist der Abschluss der Gewässerumgestaltungsmaßnahme „Bresgespark“, die der Niersverband derzeit umsetzt. Dieses 4,65 Millionen Euro teure Projekt ist Teil des „Masterplans Niersgebiet“, der unter anderem zum Ziel hat, die Regenwassereinleitungen des Stadtgebiets durch Umgestaltung der Niers gewässerverträglich aufzunehmen. Dies gilt vor allem unmittelbar für die Einmündung des Rheydter Baches.

„Mit dieser Maßnahme wird letztlich ein Rückhalteraum für Hochwasserereignisse durch die Anbindung an eine Ersatzaue gewonnen, dies hilft auch bei der Aufnahme anfallender Regenmengen aus dem Einzugsgebiet des Rheydter Baches“ .

Nach Fertigstellung der aufwändigen Gewässerumgestaltungsmaßnahme „Bresgespark“, können der Bau des Pumpwerks Stockholtweg und die hydraulische Sanierung des Regenwasserkanals Färberstraße/Friedensstraße voraussichtlich nach 2024 ausgeführt werden. Den genannten Planungen liegen intensive ingenieurwissenschaftliche Untersuchungen der NEW AG zugrunde, die sich mit der Optimierung der komplexen Entwässerungssituation.

„Dank der Maßnahmenkooperation von NEW, Niersverband und Stadt ist eine optimierte Entwässerungslösung auf dem besten Wege“

In diesem Zusammenhang weist Heinrichs auch auf die Verantwortung der Hauseigentümer hin.

„Öffentliche Kanäle können jedoch entsprechend den geltenden, allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht so ausgestaltet werden, dass sie jeglichem Starkregen gewachsen wären. Technische Lösungen stoßen bei katastrophalen Unwetterereignissen grundsätzlich an Grenzen. Deshalb sollten Schäden an persönlichem Eigentum, die durch entsprechende Starkregen verursacht werden können, durch eine geeignete Elementarversicherung in Ergänzung zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt werden. Hinzu kommt, dass auch eine bauliche Ertüchtigung am Haus oder auf dem eigenen Grundstück Möglichkeiten bieten können, Schäden durch Unwetterereignisse zu vermindern oder zu vermeiden“, schreibt unser OB.

Wieder einmal stellt Heinrichs die vielen guten Taten der Stadt und der NEW in den Vordergrund, Empathie für das gerade erst erlebte der Bürger bringt er nicht zu Papier.
Dabei haben es die Verantwortlichen der Stadt sehr wohl in der Hand, durch entsprechende Maßnahmen die Überflutung der flussnahen Grundstücke und der darauf gebauten Häuser zu minimieren.
Das Totschlagargument „man kann nicht alles verhindern“ zeigt den Unwillen der hiesigen Politik, es kostet Mühe und Mut, die Bebauung der Flussnahen Grundstücke zu verhindern. Tatsächlich werden auch aktuell entlang der Niers weitere Grundstücke als Bauland vermarktet. Das nicht durch die Gremien zu genehmigen, wäre ein richtiger Schritt zum Schutz vor weiteren Überschwemmungen. Auch Heinrichs sollte sich seines Amtseides erinnern.

Die Prognosen der Fachwelt, dass sowohl Hitzewellen als auch Starkregenereignisse weiter zunehmen werden, sollte Anlass genug sein, schnellstens mit dem Umdenken zu beginnen.

1 Kommentar zu "OB Felix Heinrichs: „Entwässerungslösung ist auf dem besten Weg – auch Hauseigentümer in der Pflicht“"

  1. Hubert de Fries | 25. Juli 2021 um 11:18 |

    Lieber Felix Heinrichs,
    die Verwaltung hat Mittel und Fachleute in ausreichendem Maße zur Verfügung, um eine Qualifizierte Beratung in gefährdeten Gebieten in der Stadt zu bieten.
    Warum wird das nicht gemacht?
    Die Infos auf der Internetpräsenz sind dazu nicht geeignet, sie verwirren lediglich.
    Wozu gibt es den Fachbereich 6 in dieser außergewöhnlichen Situation sonst?
    Die Verwaltung sollte doch für die Bürger da sein?

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