Perspektiven der Kreisbau AG rundum positiv

Umbau des Rheydter Bahnhofs ist eines der nächsten Ziele

Es ist schon erstaunlich, wie wenig bekannt die vielfältigen Aktivitäten der Stadt-Tochter nicht nur bei den Insidern zu sein scheinen.
Liest man jedoch den aktuellen Geschäftsbericht, erfährt jeder von den durchweg positiven Fakten. So wurden in 2011 Neubaumaßnahmen mit einem Volumen von rund 7,0 Mio. Euro durchgeführt. Das sind immerhin 45 Wohneinheiten, die unter energetischer Betrachtung neu erstellt wurden.

Hinzu kommen Eigentumsmaßnahmen mit einem Volumen von 1,0 Mio. Euro.
Im Klartext: es wurden 4 Doppelhaushälften gebaut und verkauft.
Mit diesem Posten verdient die Kreisbau das Geld, das die Stadt an Gewinnen von der Tochter erhält.
Sehr sensibel wägt die Kreisbau immer wieder ab, wieviel Bauten der örtliche Immobilienmarkt verträgt. Wird der Markt überhitzt, fallen automatisch sehr schnell die Verkaufsmöglichkeiten und damit der Verkaufspreis.
Dies zeigt deutlich, hier kann nicht einfach nach Gutdünken mehr “herausgeholt“ werden, der Gewinnabführung sind da schnell Grenzen gesetzt.

Auch im Bereich Modernisierungen wurde 2011 wieder viel getan.
Im eigenen Kreisbaubestand, das sind ca. 2000 Wohneinheiten, wurden 0,5 Mio. Euro in die Modernisierung gesteckt.
In den von der Stadt in Pacht genommenen 250 Wohnungen wurden ebenfalls ca. 0,5 Mio. Euro in Modernisierungen investiert.
So wurde in 2011 ein Überschuss von rund 0,74 Mio. Euro erwirtschaftet.
Neben einer Dividende von 350 T€ wurden an die Stadt Mönchengladbach 500T€ an Pacht für die 250 Wohneinheiten gezahlt.
Stadtdirektor und Stadtkämmerer Bernd Kuckels wird´s freuen.

Die Eigenkapitalquote beträgt stolze 33,3%.
Die Bilanzsumme 2011 erreichte rd. 85,7 Mio. Euro, dies bedeutet eine Steigerung von 25% in 10 Jahren.

Neben diesen “trockenen“ Bilanz-Zahlen gab es bei der Bilanzpressekonferenz interessante Neuigkeiten zu hören.

Geplant sind der Bau von 2 weiteren Kindergärten, 1 Tagespflegeeinrichtung und einer Begegnungsstätte, dann auch noch 10 Mehrfamilienhäuser mit einem Volumen von rd. 8,5 Mio. Euro.
Dafür sind bereits 3,8 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln genehmigt.

Bei allen diesen positiven Nachrichten sollte eine Erkenntnis jedoch nachdenklich stimmen.
Die Stadt könnte sehr viel Geld sparen, würde sie die Dienste der Kreisbau denn nur wirklich voll nutzen.
Als Stadt-Tochter ist sie nach Auskunft des Aufsichtsratsvorsitzenden Henning Haupts (SPD) in der Lage, z.B. eine Kindergarten-Erweiterung um ca. 150 T€ günstiger zu errichten als die im vergangenen Jahr damit beauftragten Unternehmen.
An dieser Stelle lässt sich die Größenordnung an Kosteneinsparungs-Möglichkeiten nur erahnen.

In der aktuellen prekären Finanzsituation sollte ein verstärktes Nachfragen der Verwaltung nach Leistungen der Kreisbau ganz oben auf der Liste stehen.
Wichtig dabei, die Kreisbau selber darf ihre Dienste nicht bei der Stadt anbieten, diese müssen von der Stadt konkret nachgefragt werden.

„ Wer in diesem Zusammenhang von Fusion spricht, sollte sich noch einmal sachkundig machen,“ sprach sich Henning Haupts gegen eine solche aus.

Eine Überraschung bedeutete die Ankündigung, die Deutsch Bahn AG will den Rheydter Bahnhof verkaufen.
„Wir haben bereits erste Gespräche geführt und uns damit beschäftigt. Mit den angrenzenden Grundstücken der Stadt ergibt sich ein sehr interessantes Areal,“ erklärte Henning Haupts und Jürgen Meisen, erfolgreicher Geschäftsführer der Kreisbau seit immerhin 28 Jahren, ergänzte: „ wir haben schon Ideen, wie wir den Bahnhof entwickeln können.“

Und nicht nur den Bahnhof will die Kreisbau entwickeln.
Auf dem Grundstück Ecke Friedrich-Ebert-Str./ Wilhelm-Schiffer-Straße soll ein vom Studentenwerk Düsseldorf genutztes Studentenwohnheim errichtet werden.
Ausdrücklich wird es derart konzipiert, dass später mit einfachen Mitteln auch größere Wohnungen entstehen können. Außerdem haben Geschäfte und Einrichtung ihren Platz im Projekt.

In diesem Zusammenhang verwahrte sich Henning Haupts gegen Angriffe auf die Kreisbau, sie könne mehr für Rheydt tun.
Ohne einen Namen zu nennen kann nur Karl Sasserrath, Berzirksvorsteher Süd, gemeint sein.
Dieser hatte entsprechende Äußerungen im Interview von sich gegeben.

Letztlich nahm Jürgen Meisen Stellung zu seiner Berufung für 2 Jahre zum Geschäftsführer. Sichtlich stolz erzählte er von der 2. Hälfte in seiner Brust, sie gehört der Kreisbau, der er seit 1984 angehört.
Henning Haupts erklärte den anwesenden Medienvertretern, er könne sich eine weitere Vertragsverlängerung für Meisen in 2 Jahren sehr gut vorstellen und sehe dieser wohlwollend entgegen.