Planungen im Gero-Park: Mehr Beton, weniger Bäume

Eine Visualisierung des Architekturbüros WES Landschaftsarchitekten. (Copyright: WES Landschaftsarchitekten)

Der Ärger wegen der Umgestaltung des Geroparks wird zunehmend größer: Mitte November vergangenen Jahres hatte die Verwaltung den Mitgliedern der Bezirksvertretung Nord die Entwurfsplanung zur Umgestaltung des Parks rund um den Geroweiher vorgestellt: ein mündlicher Vortrag, garniert mit hübschen Bildern einer neuen Parklandschaft. Was fehlte, waren konkrete Angaben zur Umsetzung der Pläne. „Kein Wort dazu, wie viele Bäume beispielsweise dem Plan direkt oder indirekt als Kollateralschaden zum Opfer fallen“, sagt Klaus Barthels, Fraktionssprecher der Grünen in der BV Nord.

Im Dezember fragte Barthels deshalb nach bei der Fachverwaltung zu Plänen mit erkennbaren Planungsinhalten. „Es hieß, die Herausgabe von Plänen sei noch nicht möglich und die genaue Anzahl von zu fällenden Bäumen stehe noch nicht fest, da die Planer noch an der abschließenden Ausgestaltung des Parks arbeiten würden“, berichtet er. Die Vorstellung der Pläne, so hieß es, würde in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Nord erfolgen. Es bestehe laut Verwaltung aber die Absicht, so viele Bäume wie möglich zu erhalten und Baumfällungen nur dann durchzuführen, wenn es die Planung z.B. wegen der notwendigen Vergrößerung der Wasserfläche erforderlich mache.

Klaus Barthels blieb am Ball in der Sache, machte Druck. Ergebnis: Mitte/Ende Januar 2021 wurden die ersten Pläne öffentlich. Und erste Zahlen: 27 Bäume sollen gefällt werden, damit der Raum entsprechend der Planung wirken kann, Sichtachsen als Schneisen durch den Raum einen freien Blick in die Weite ermöglichen, neue Wegeführungen umgesetzt werden können. „Wir sprachen daraufhin mit der Verwaltung und baten, die aus Groko-Zeiten stammende Planung noch mal zu überdenken und den Baumerhalt zu priorisieren“, sagt Fraktionssprecherin Gaby Brenner, der andere Teil der grünen Doppelspitze in der BV Nord. Die Vorschläge der Verwaltung hatten zwischenzeitlich auch etliche kritische Bürger auf den Plan gerufen, die wissen wollten, was da im Geropark vorgeht. „Nach wie vor, Stand heute, liegen der BV Nord keine belastbaren, validen Zahlen und Fakten zum Planungsstand Geropark vor“, stellt Gaby Brenner fest. Genaues Zahlenwerk soll es erst in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 21. April geben.

Klaus Barthels hat die Entwürfe, die es gibt, bereits kritisch betrachtet und festgestellt: 27 Bäume sind konkret bedroht. Mehr noch: „Eine noch nicht erfasste Anzahl von Bäumen wird den Aus-, Um- oder Neubau des Parks auf lange Sicht nicht überleben“, glaubt Baumexperte Barthels. Aus langjähriger Praxiserfahrung weiß er: Schwere Baufahrzeuge werden sich in kurzer Distanz an Bestandsbäumen vorbeischieben, Wege auskoffern, andernorts Boden auffüllen und mit ihrem bis zu 30 Tonnen schweren Gesamtgewicht auch die weit und flach liegenden Baumwurzeln in der Erde zerquetschen. „Es gehört schon eine Menge Chuzpe dazu, diese heraufziehenden Probleme zu ignorieren“, sagt er. Rückzugsgebiete für Wasservögel seien in den Planungen offensichtlich auch verzichtbar. „Nicht verzichtbar zu sein scheint dagegen die Einfassung der neuen Wasserfläche in Beton, einem Baustoff, der mittlerweile auch bei Fachleuten wegen seiner schlechten Klimabilanz keinen guten Ruf mehr hat“, so Barthels mit einigem Sarkasmus.  Die Chance, einen Park mit Bürgern zu planen, vor allem auch denen aus dem Umfeld, sei vertan worden, ergänzt Gaby Brenner. Stattdessen operiere ein norddeutsches Planungsbüro an den Menschen in Mönchengladbach vorbei. Was die beiden Grünen-Politiker fast noch mehr ärgert, ist das Mantra, es würden alle gefällten alten Bäume durch junge, klimaresistente neue ersetzt. Klaus Barthels: „Man muss wohl schon mit der Naivität eines Kindes unterwegs sein, um zu glauben, ein junger Baum sei ein gleichwertiger Ersatz für einen Altbaum, der seit Jahrzehnten dort steht. Eine positive Ökobilanz sieht jedenfalls anders aus.“

8 Kommentare zu "Planungen im Gero-Park: Mehr Beton, weniger Bäume"

  1. Und wie so oft wird in arroganter Weise keine Rücksicht auf Bürger und Umwelt genommen.Da nützen auch keine QR-Codes,die die schöne Welt abbilden sollen.Anscheinend begreift auch ein jüngerer Bürgermeister nicht,was sinnvolle Zukunftsplanung bedeutet.

  2. Gisela Heynert | 15. März 2021 um 19:43 |

    Das glaubt man jetzt nicht. An der Keplerstr. vor der Josefkirche wurde jetzt entfernt, für viel Geld, was in den Geropark rein soll + umgekehrt. Es gab dort immer einen Familienpark mit sehr großem Holzabenteuerspielgerät, mit großen Zugängen, ansonsten aber zur Sicherheit der spielenden Kinder mit grünbeschichtetem Metallzaun,der bewachsen mit Sträuchern war und großen Metallbögen, durch die Rankgewächse wuchsen. Trotzdem war er schon für Anwohner von allen Seiten, auch für nicht betreute Kinder, gut einsehbar. Diese Bögen waren schon was Besonderes + nirgends zubekommen.Gerüst + Einzäumung müßte damals ein paar 100.000 DM gekostet haben (geschätzte Fläche 600 m²). In diesem Terrain gab es einige große eckige Beeteinfassungen aus Beton, zum Sitzen + Verweilen (aber auch neue Bänke), wie auf dem obigen Bild für den geplanten Geropark. Das Spielgerüst in gutem Zustand und von vielen Altersstufen zum Miteinanderspielen genutzt, wurde schon lange vor Corona abgebaut; dafür wurden wenige Kleingeräte zum Einzelturnen, wie es 1950 üblich war in 1 kleinen Sandkastenecke aufgestellt; nicht von jüngeren Kindern nutzbar + den älteren zu langweilig. Jetzt soll der Familienpark ein Familienpark werden. Dazu wurden groteskerweise genau dieser Tage diese Betonbeete, die unbedingt in den Geropark gebaut werden sollen, herausgeschlagen. Es ist ein großflächiger Berg an Beton.Die Büsche für viele Bodenbrüter wurden entfernt. Die ehem. große Sandfläche, war nochmal mit Rasen angelegt worden; wurde als Hundespielplatz genutzt; da dort die Pfoten nicht verbrennen oder unterkühlen. Jetzt wurde der Rasen wieder abgetragen und das neuwertige Pflaster der bisherigen Wege entfernt.Das müsste so gemacht werden, weil dort Rohre + Leitungen verlegt würden, weil dort noch mehr Lampen hin sollen. Es wird eindeutig unnötig die Erde zerstört, Menschen + Tiere in Karst,-u. Sandgebieten + Wäldern vertrieben + ermordet, für vergeudeten Beton, Zement, Sand, Stein, Erz u. a. Metalle, (zur Bearbeitung derer werden dem Wasser giftige Chemikalien zugesätzt, die das Trinkwasser riesiger Ströme verseuchen), Kunststoffe (Rohre, Kabel, Papierkörbe), Energie (für Transporte, Beton bei 1.450° C sintern), Holz aus unseren zerstörten Parks f. Bänke, + Schilderpfosten. Das Areal war von Alt + Jung gut besucht + auch von Menschen mit Rollstuhl etc. gut begeh,- u. befahrbar (Wegeachsen). Es werden unsere Steuergelder von Stadt, Land + Bund vergeudet.Im übrigen wurde im selben Viertel noch ein großer Kinderspielplatz auf einer Naturwiese hinter einer Siedlung, der ganztätig von Familien genutzt wurde,(auch z. Grillen) abmontiert. Sowas soll, anstatt direkt am Haus wegen der Brandgefahr nur im Stadtwald am Entenweiher stattfinden (brennende Kohle wird den Wasservögeln häufig ins Wasser geschüttet + es besteht Brandgefahr im Wald). Gepflasterte, asphaltierte + mit Platten belegte Plätze (wie z. B. der Alte Markt, Rheydter Markt) bieten sich an für Aktivitäten wie bolzen, skaten, rollern, hinkeln, Gummitwist, malen etc. Auch die Springbrunnen sollten zum Spielen, Experimentieren + Abkühlen einbezogen werden. Das sind Freizeitplätze + wir hätten etwas davon. Die Wasseretagen im Theaterpark waren wunderbar + werden z. Z. zugeschüttet, nur um 1 Hangrutsche anzubringen.(der vorherige kl. Spielplatz fällt auch weg, denn es wird ebenso 1 sog.Familienpark). Die hätte in die Etagen integriert werden sollen. Für Bienenwiesen müssen keine Sträucher am Rand weichen. Bienennahrung gehört noch dazu.Für 1 kl. Hundewiese wäre trotzdem Platz. Früher gab es im Schmölderpark auch 1 Becken für kleinere Kinder und wurde zugeschüttet. Nur 1 Rollschuhbahn ist geblieben. Überall im Park wurden unzählige Bäume abgesägt, an der Rollschubahn nicht, damit dort Blätter + Zweige drauffallen.Zum Plantschen im Wasser + Grillen muß man nach Feierabend also die Familie einsammeln, ins Auto verfrachten, an den Stadtrand fahren, um diese Aktivitäten im Wald zu verrichten. Sinnvoll wäre es vor der Tür in der Stadt einzurichten und Natur für Wild + Naturfreunde ursprünglich zu lassen.

  3. Ich lebe in unmittelbarer Nähe und würde nicht wollen dass auch nur ein Baum gefällt wird. Dad bisschen grün, was wir hier noch haben, soll gefälligst auch so bleiben. Unfassbar. Aber scheiss drauf, am Ende zählt nur die Kohle. Ekelhaft.

  4. Gisela Heynert | 13. März 2021 um 17:06 |

    Klasse, diese Kommentare beweisen es. Es wird nicht für, sondern gegen die Bürger + das Bürgerbegehren, geschweige vorher mit ihnen geplant oder wie o. angeboten selber gestalten gelassen. Wir sind modern, wir sind nicht blöd + unselbständig, wir sind das Volk, wir sind die Auftraggeber, wenn wir etwas möchten, wir sind die Arbeitgeber der Stadtverwaltung.Unsere Arbeitnehmer widersetzen sich einfach + ergreifen die Macht + unser Geld. Das muß aufhören. Weg mit diesen unverschämten unkompetenten + selbstherrlichen Ignoranten, die nicht wissen, wie sich echtes Leben im Einklang mit der Natur anfühlt.Es sind Roboter.Nur für den Steinplanet Mond geschaffen.

  5. Manuela Bröker | 12. März 2021 um 15:04 |

    Es ist wirklich traurig, wie mit der Natur umgegangen wird. Gibt es nicht genug Steingärten in unserer Stadt. Muss man überall mit dem „ Hammer“ der Natur zu Leibe rücken.? Es ist für mich nicht zu verstehen. ..

  6. Es ist wirklich traurig, was die Verantwortlichen hier seit Jahren betreiben.
    Mönchengladbach wird zu kalten Beton Stadt.
    Man übertrifft sich förmlich mit immer neuen Hässlichkeiten (Bismarkplatz, Eselsplatz) . Sind das die ewig Gleichen, an Geschmack und Verantungslosigkeit leidenden Planer?

    Der Geroweiher ist ein Park, in welchem man sich zurückziehen mag. Natur genießen, mitten in der City. Da will man keine Weitsicht auf Häuser, Straßen und Autos.
    Keine weitere Betonwüste.
    Das endet dann, genau wie der Bismarkplatz, als Schmuddelecke, in welcher sich niemand mehr zum Entspannen zurückziehen mag. Im heißen Sommer, ohne Schatten spendende Bäume schon gar nicht mehr.
    Geroweiher/Münster Ecke gehörten bisher noch zu den letzten, schöneren Plätzen in MG, aber auch das soll wohl nicht mehr sein.

    Traurig!

  7. Janosch Marek | 10. März 2021 um 17:54 |

    Und in 30 Jahren suchen wir dann alle verzweifelt nach Schatten, da die Hitze des Klimawandels uns zu schaffen macht…
    „Aua Mama, die Esel sind so heiß, ich hab mich verbrannt“

    PS: ich studiere Design und arbeite als Baumpfleger – das könnte ich garantiert besser planen!

  8. Gisela Derichs | 10. März 2021 um 14:50 |

    Ein super Artikel! Einmal mehr hinkt Mönchengladbach dem Zeitgeist hinter her. Der vermutlich neuste Negativ-Rekord dieser Stadt wird lauten: Kahlste City in NRW. Danke Herr Bonin, für diese unökologische, bürgerunfreundliche Planung. Wir sind das von Ihnen niicht anders gewohnt. Radi-Kahlschlag scheint ja das Motto all Ihrer Planung zu sein. Wie traurig, wie uninspiriert, wie erbärmlich. Die Menschen hier haben besseres verdient!

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