Schlagwort: Pflegenotstand

  • Yüksel und Henneberger werben für Impfung gegen Corona

    Yüksel und Henneberger werben für Impfung gegen Corona

    Angesichts steigender Corona-Infektionen haben SPD, Grüne und FDP bereits parallel zu ihren Koalitionsverhandlungen einen Plan zur Pandemiebekämpfung vorgelegt.

    „Damit die Länder in Zukunft notwendige Maßnahmen zur Eindämmung ergreifen und die Menschen schützen können, ändern wir das Infektionsschutzgesetz und schaffen damit Rechtssicherheit“, informieren die beiden Mönchengladbacher Bundestagsabgeordneten Gülistan Yüksel (SPD) und Kathrin Henneberger (Bündnis 90/Die Grünen) über den Gesetzentwurf, der Donnerstag dieser Woche im Bundestag in 1. Lesung debattiert wurde.

    Bis zum 20. März 2022 können demnach die Bundesländer Maßnahmen wie die Maskenpflicht, 3G- bzw. 2G-Regelungen oder die Erhebung von Kontaktdaten erlassen. Diese Schutzmaßnahmen ersetzen die zum 25. November auslaufende Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite.

    Angesichts steigender Infektionszahlen appellieren Yüksel und Henneberger zur Vorsicht und werben weiter für Impfungen: „Die Pandemie ist noch nicht überwunden. Das Virus breitet sich gerade unter den Ungeimpften stark aus. Eine Impfung hilft nicht nur die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sie schützt vor allem auch vor schwerem Krankheitsverlauf und Tod.“

    So sehr beide Mönchengladbacher Politikerinnen für Impfungen und konsequente Schutzmaßnamen werben, so einig sind sie sich auch, dass Ausgangsbeschränkungen oder die Schließung von Schulen angesichts der vorhandenen Impfstoffe nicht mehr verhältnismäßig wären:
    „Zwar gelangen einige Krankenhäuser derzeit wieder an ihre Kapazitätsgrenze, doch die Impfungen sorgen dafür, dass schwere Krankheitsverläufe vermindert und deutlich weniger Menschen als noch vor einem Jahr auf den Intensivstationen behandelt werden müssen.“

    In Mönchengladbach bieten mehr als 50 Praxen die Coronaschutzimpfung an, die Kontaktdaten der Praxen finden Sie im Impfregister von NRW unter: coronaimpfung.nrw/impfregister.
    Außerdem sind weiterhin Impfungen ohne Termin in den Stadtzentren möglich. Zudem gibt es folgende mobile Impfaktionen:
    am Shopping-Center Minto, Hindenburgstraße 73 (20. November, 12 bis 18 Uhr)
    und am Karstadt-Gebäude Rheydt, Markt 10 (13. November, 11 bis 17 Uhr, und am 27. November, 11 bis 17 Uhr).
    Wer vorbeikommt, sollte ein Ausweisdokument und, wenn vorhanden, den Impfpass mitbringen.
    Die Impfung ist für alle ab 12 Jahren möglich.

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  • BDH: Krise in der Pflege endlich ernst nehmen

    BDH: Krise in der Pflege endlich ernst nehmen

    Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BuA) sind in Deutschland während der Pandemie über 9.000 Pflegekräfte aus Krankenhäusern und Pflegheimen ausgeschieden.

    Der Verlust wiegt angesichts der strukturellen Probleme in der Pflege umso schwerer und erhöht nun den Druck auf bestehende Belegschaften in Krankenhäusern und Pflegeheimen, so Ilse Müller, Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation:

    „Die Corona-Krise zeigt, dass Anspruch und Wirklichkeit nach wie vor weit auseinanderklaffen, wenn es um bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung von Pflegekräften geht. Wer aus seinem Job aussteigt und gar die Branche verlässt wie es Tausende Pflegerinnen und Pfleger getan haben, stimmt mit den Füßen über seine Arbeitsbedingungen ab. Gerade Pflegekräfte haben während der zurückliegenden Monate bewiesen, dass unsere Gesellschaft in hohem Maße auf ihre tägliche Leistung angewiesen ist und dass wir uns auf ihren Einsatz verlassen können, wenn Not am Mann ist. Der drohende Exodus aus der Pflege führt uns nun vor Augen, dass wir als Gesellschaft gut beraten sind, uns über die hohe Bedeutung des Pflegeberufs Rechenschaft zu geben und die überfälligen politischen Schlüsse aus der Personalmisere zu ziehen. Das impliziert, dass ein Finanzrahmen geschaffen werden muss, der den Pflegeberuf über die verschiedenen Berufsfelder hinweg monetär wieder anschlussfähig macht und jungen Menschen eine berufliche Perspektive mit realistischen Aufstiegsmöglichkeiten eröffnet. Es muss schnell gehandelt werden, wir benötigen kurzfristig zusätzliche Fachkräfte in der Pflege, um die klaffende Lücke zu schließen und eine schwere Krise im Pflegesektor zu verhindern.“

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  • Fachlich qualifizierte Pflegekräfte werden gebraucht – geplantes Versorgungsverbesserungsgesetz – GPVG – wird den Pflegenotstand nicht auflösen helfen …

    Fachlich qualifizierte Pflegekräfte werden gebraucht – geplantes Versorgungsverbesserungsgesetz – GPVG – wird den Pflegenotstand nicht auflösen helfen …

    20.000 Pflegehilfskräfte für die Pflegeeinrichtungen, und jetzt sonst nichts, sind eine glatte Fehlentscheidung.

    Vor weiteren Stellenzuweisungen muss ein Personalbemessungssystem vorgelegt werden, das seit vielen Jahren überfällig ist (§ 113c SGB XI).

    Werner Schell, Dozent für Pflegerecht aus Neuss erklärt dazu:
    „Bereits 2015 habe ich mit Herrn Gröhe, damaliger Bundesgesundheitsminister, beim Neusser Pflegetreff über dieses System gestritten und es für überfällig bezeichnet. Ohne ein deutlich verbessertes Stellenbemessungssystem (an Stelle der jetzigen Stellenschlüssel) und höhere Vergütungen wird es KEINE Verbesserungen in der Altenpflege geben. § 11 SGB XI stellt klar, welche Pflege zu gestalten ist. In den Pflegeeinrichtungen leben meistens die schwerst pflegebedürftigen Menschen. Und die benötigen eine gute pflegerische Versorgung. Diese ist zur Zeit offensichtlich nicht gewährleistet.“

    https://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?f=3&t=23783

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  • Versprochen wurde eine Sonderprämie für Pflegepersonal. Mehr Geld gibt es jedoch nur für Altenpfleger

    Versprochen wurde eine Sonderprämie für Pflegepersonal.
    Mehr Geld gibt es jedoch nur für Altenpfleger

    Es ist erst wenige Wochen her, die ganze Republik klatschte Beifall, umjubelte sowohl Plegerinnen und Pfleger in unseren Krankenhäusern und Alteneinrichtungen.

    Politiker aller Parteien waren begeister vom Einsatz des Personals, waren einer Meinung im Urteil: Dies muss belohnt werden.

    Nur durch diesen fantastischen Einsatz war eine derart schnelle Bewältigung der Gesundheitskrise möglich geworden.
    Also schossen die Vorschläge der Vergütung in den Himmel.

    Das Ergebnis aus heutiger Sicht:
    Ein Bonus für das Pflegepersonal in Altenheimen ist geplant, verabredet, vom Personal in den Krankenhäusern spricht niemand mehr.

    Das nordrhein-westfälische Kabinett hat am Dienstag, den 26. Mai 2020, die Aufstockung des sogenannten Pflegebonus für Beschäftigte in der Altenpflege auf bis zu 1.500 Euro beschlossen.

    Danach sind in Nordrhein-Westfalen folgende Prämienhöchstbeträge möglich:

    Beschäftigte, die hauptsächlich in der direkten Pflege oder Betreuung arbeiten: bis zu 1.000 Euro (Grundprämie) sowie bis zu 500 Euro Landesaufstockung)
    • Weitere Beschäftigte, die mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit in der direkten Pflege und Betreuung mitarbeiten: bis zu 667 Euro (Grundprämie) sowie bis zu 333 Euro (Landesaufstockung)
    • Sonstige Beschäftige in den Pflegeeinrichtungen (z.B. Personal in der Verwaltung, Küche, Haustechnik, Gebäudereinigung. Empfangssicherheitsdienst, Garten- und Geländepflege, Wäscherei, Logistik sowie Personal, das nicht unmittelbar oder mindestens bis zu 25 Prozent in der direkten Pflege arbeitet): bis zu 334 Euro (Grundprämie) sowie bis zu 166 Euro (Landesaufstockung)
    • Auszubildende: 600 Euro ( Grundprämie) sowie 300 Euro (Landesaufstockung)
    • Freiwillige im freiwilligen sozialen Jahr:
    100 Euro (Grundprämie) sowie 50 Euro (Landesaufstockung)

    Wie und wann die Auszahlung erfolgt, steht noch nicht fest.

    Finanzminister Olaf Scholz unterstützte die Wertschätzung der Bevölkerung, die diesen Berufsgruppen Beifall klatschte, indem er
    Steuerfreiheit von bis zu 1.500,-€ für Prämien zusagte, die Arbeitgeber diesen Beschäftigten zukommen lassen würden, nach dem Motto: „Klatschen allein hilft nicht“.

    Die Minister Hubertus Heil (Arbeit und Soziales) und Jens Spahn (Gesundheit) verstärkten diese Stimmung, insbesondere für die Pflegekräfte.

    Spahn (laut dpa vom 02.04.2020):

    „Ich würde gerne zusammen mit den Arbeitgebern schauen, wie wir Wege finden, denjenigen, die jetzt Großartiges leisten jeden Tag, dafür noch mal eine besondere Anerkennung zu geben. Die Idee finde ich richtig- und darüber möchte ich gerne mit den Arbeitgebern in der Pflege reden „. Es sei sein „Ziel „, dass diejenigen, die jetzt .. mit anpacken und in schweren Zeiten einen wichtigen Dienst“ leisteten, dafür auch „eine finanzielle Anerkennung bekommen“.

    Einen sehenswerten Beitrag sendete der MDR, er ist zu sehen unter:
    Was wird aus der Sonderprämie für Krankenpfleger?

    So verspielt Politik insgsamt leichtfertig Vertrauen, dies wieder zu erlangen wird bis zur Bundestagswahl schwerfallen.

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  • @Gesundheitsminister: „Weiter so“ darf es für Pflegende nicht geben!

    @Gesundheitsminister: „Weiter so“ darf es für Pflegende nicht geben!

    Die Aktionswebsite www.pflegenachcorona.de des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) bietet Pflegenden eine Plattform für ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft: für eine bessere Pflege jetzt und in Zukunft.

    Hunderte Forderungen sind seit dem Start Mitte Mai eingegangen. Anlässlich der ursprünglich vorgesehenen Gesundheitsministerkonferenz projizierte der DBfK jetzt einige von ihnen an Berliner Institutionen und mahnte an, den politischen Versprechen Taten folgen zu lassen.

    „Erinnern wir uns auch nach der Krise noch, was unverzichtbare Arbeit in der Pflege, in der Versorgung, … was sie uns wirklich wert sein muss?“, fragte Bundespräsident Walter Steinmeier in seiner diesjährigen Osteransprache.

    „Eindeutig nein“, antwortet DBfK Bundesvorstandsmitglied Martin Dichter, dessen Regionalverband Nordwest nun die öffentlichkeitswirksame Aktion in Berlin vorbereitet hat. „Seit sich zeigt, dass COVID-19 bei uns nicht zu den Verwerfungen und Katastrophenbildern geführt hat, wie wir sie aus anderen Ländern gesehen haben, ist von so genannter Systemrelevanz keine Rede mehr. Und von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, adäquater Bezahlung und einer besseren Vereinbarkeit von Pflegeberuf und Familie erst recht nicht. Dafür haben wir diese Aktion ins Leben gerufen. Wir lassen nicht locker, wir haken nach und erinnern die Politikerinnen und Politiker an ihre Versprechen in den vergangenen Wochen und Monaten.“

    Das waren schon große Worte, die da gemacht wurden, nachzulesen auf der Aktionswebsite www.pflegenachcorona.de. – „Wie wir mit dem Thema Pflege umgehen, wird darüber entscheiden, wie menschlich unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert bleibt.“ (Hubertus Heil) – „Pflegekräfte haben ein Recht auf attraktive Löhne und zeitgemäße Arbeitsbedingungen.“ (Andreas Westerfellhaus) – „… dass wir all denjenigen, die wir jetzt als ganz wichtig für unser Zusammenleben empfinden, dann auch hinterher den Respekt erweisen und ihnen endlich und dauerhaft und nicht nur jetzt in dieser Situation höhere Löhne zahlen.“ (Olaf Scholz)

    Was ist von diesen Worten geblieben? Finanzminister Olaf Scholz schnürt das größte finanzielle Unterstützungspaket aller Zeiten für die Wirtschaft. Stichwort Pflege? Fehlanzeige. DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein sagt dazu: „Es zeigt sich wieder einmal überdeutlich: Beruflich Pflegende können sich nicht darauf verlassen, dass sich die Bedingungen zu ihren Gunsten verändern. Sie müssen selber aufstehen, laut werden und immer wieder aktiv eine Verbesserung ihrer Situation einfordern. Selbstverständlich unterstützen wir sie hierbei als ihr Berufsverband, zum Beispiel mit solchen Aktionen.“

    Was Pflegende fordern, war in Berlin, wo heute die Gesundheitsministerkonferenz der Länder getagt hätte, nicht zu übersehen:

    • @AngelaMerkel: Menschenwürdige Pflege möglich machen!
    • Bessere Bezahlung + bessere Arbeitsbedingungen = Pflege der Zukunft!
    • @Gesellschaft: Gesundheit und Pflege geht uns alle an!
    • Mitsprache: Keine Entscheidungen über uns ohne uns!
    • @Hubertus Heil: Eine armutsfeste Rente für unsere Arbeit für die Gesellschaft!
    • @Kolleg/innen: aufstehen, unbequem werden und sich stark machen für die Pflege!
    • Personalberechnung: nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, sondern am tatsächlichen Pflegebedarf!
    • @Jens Spahn: Stimmrecht im G-BA – wir sind die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen!
    • Klatschen ändert nichts: wir brauchen mehr Personal und mehr Geld!
    • Pflege kann nicht jede/r!
    • @Gesellschaft: Professionelle Pflege kostet Geld! Gewöhnt euch daran!
    • Bei Personalmangel Betten sperren: keine gefährliche Pflege mehr!
    • @DKG: Verlässliche Dienstpläne, damit die Familie nicht zu kurz kommt! 
    • Neugestaltung des Gesundheitssystems: Menschen vor Moneten! 
    • @Jens Spahn: Mehr Pflegekompetenz rettet Leben!
    • Auszubildende nicht verheizen: sie sind die Zukunft!


    Die Aktion geht weiter, die Website www.pflegenachcorona.de wird um Folge-Aktionen bis zur Abschlusskundgebung im November ergänzt. Wir sammeln weiter Forderungen von Pflegenden und werden Politik und Gesellschaft immer wieder mit den einzulösenden Versprechungen konfrontieren.

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  • Studienergebnis der Uni Bremen: „Zur Situation der Langzeitpflege in Deutschland während der Corona-Pandemie“

    Studienergebnis der Uni Bremen: „Zur Situation der Langzeitpflege in Deutschland während der Corona-Pandemie“

    Befragt wurden mehr als die Hälfte aller ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland.
    Auch Mönchengladbacher Einrichtungen wurden befragt, ihre Antworten sind in die Studie eingeflossen.

    Hier der Bericht der Uni Bremen:

    Ambulante Versorgung Pflegebedürftiger destabilisiert

    Pflegebedürftige gehören zu den am schwersten Betroffenen in der Corona-Krise. 60 Prozent aller Verstorbenen sind von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Menschen. Deren Anteil an infizierten Personen beträgt aber nur 8,5 Prozent. Das ist Ergebnis einer Online-Befragung der Uni Bremen.

    „Nicht nur pflegebedürftige Menschen sind bei einer Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus in besonderem Maße von schweren Krankheitsverläufen und einer hohen Sterblichkeit bedroht“, sagt  Karin Wolf-Ostermann, Professorin für Pflegewissenschaft, die die Studie geleitet hat. Gleichzeitig seien auch die sie versorgenden Pflegekräfte durch erhöhte Infektionsrisiken gefährdet. Sie könnten dabei ihre dringend notwendigen Dienstleistungen am Menschen häufig nicht unter Einhaltung der generellen Schutzmaßnahmen erbringen.

    Unter welchen Bedingungen aktuell die Pflege im häuslichen Umfeld und in stationären Einrichtungen erbracht wird und welche Folgen der Pandemie dort wirksam sind, war bislang noch unbekannt. Um die Situation zu analysieren, hat eine Forschergruppe unter Leitung von Pflegeprofessorin Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung und Gesundheitsökonom Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik gemeinsam mit einem siebenköpfigen Team eine bundesweite Online-Befragung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Befragungsdaten von 824 Pflegeheimen, 701 Pflegediensten und 96 teilstationären Einrichtungen wurden dabei analysiert.

    Pflegebedürftige und Pflegende häufig von COVID-19 betroffen

    Sowohl in häuslicher als auch in stationärer Versorgung gibt es laut Studie starke Auswirkungen auf Pflegebedürftige. „Werden die Befragungsergebnisse auf die Bundesrepublik hochgerechnet, zeigt sich, dass rund 60 Prozent aller Verstorbenen von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Pflegebedürftige sind, wobei deren Anteil an allen infizierten Personen nur insgesamt 8,5 Prozent beträgt. Pflegeheime sind damit der wichtigste Ort in Bezug auf mit COVID-19 Verstorbenen. Hier treten die Hälfte aller Todesfälle auf, obwohl nur knapp ein Prozent der Bevölkerung in dieser Wohnform lebt. Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist somit mehr als fünfzigmal so hoch wie im Rest der Bevölkerung“, sagt Professor Heinz Rothgang.

    Hohe Infektionsraten zeigten sich auch für das Pflegepersonal. Der Anteil infizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei in ambulanten Pflegediensten doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch, so die Autoren der Studie. Dennoch hätten drei Fünftel der Pflegedienste und drei Viertel der Pflegeheime noch keinen COVID-19-Fall zu verzeichnen. Dies zeige, dass Schutzmaßnahmen bisher erfolgreich sind. Dort, wo eine erste Infektion auftrete, seien die Folgen jedoch schnell gravierend. Deshalb müssten das Einschleppen erster Infektionen konsequent vermieden werden und Schutzkonzepte die Verbreitung unter den Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden verhindern.

    Schnelle Testungen und Schutzmaterialien nicht ausreichend verfügbar

    Dass eine Eindämmung der Infektion möglich ist, zeigen die Infektionen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen: So weisen jeweils mehr als die Hälfte der Einrichtungen mit infizierten Mitarbeitenden keine infizierten Klienten oder Bewohner aus. Schlüssel hierbei sind allerdings schnelle Testergebnisse zur Identifikation von potenziellen Infektionsherden und ausreichende Schutzmaterialien zur Vorbeugung der Übertragung, mahnen die Autoren. Wenngleich die anfangs mangelnde Versorgung mit Schutzmaterialien an Bedeutung verloren hat, berichten immer noch jeder vierte Pflegedienst und jede sechste stationäre Einrichtung von diesbezüglichen Engpässen. Zudem seien Tests teilweise noch schwer zugänglich. „Die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt erst nach drei bis vier Tagen – zu spät, um ihr Potential als Teil eines wirkungsvollen Schutzkonzeptes voll zu entfalten“, so Karin Wolf-Ostermann. Erforderlich sind daher Reihentests, deren Ergebnisse schneller zur Verfügung stehen.

    Instabile Pflegearrangements gefährden Versorgungssicherheit

    Im Hinblick auf die quantitative Versorgung berichtet knapp die Hälfte aller Pflegedienste von deutlichen Veränderungen, die dadurch entstehen, dass Leistungen von den Pflegebedürftigen nicht mehr in Anspruch genommen werden und teilstationäre Angebote oder Betreuungskräfte in den Haushalten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass einerseits vier von zehn Pflegediensten unter wirtschaftlichen Folgen zu leiden haben und andererseits die Versorgung von Klientinnen und Klienten gefährdet, instabil oder sogar aktuell nicht sichergestellt ist. Hier besteht dringender Unterstützungsbedarf, der zu einer Stabilisierung der oft äußerst fragilen privaten Pflegearrangements und somit zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung im häuslichen Bereich erforderlich ist.

    Dauerhaftes Schutzkonzept als pflegepolitische Konsequenz

    Der Langzeitpflege durch ambulante Pflegedienste und in stationären Einrichtungen muss – auch mit Blick auf eine mögliche zweite Welle der Pandemie – eine höhere Aufmerksamkeit zukommen, so das Fazit von Professorin Wolf-Ostermann und Professor Rothgang. Richte sich der Blick von Politik und Öffentlichkeit im medizinische und pflegerischen Bereich derzeit vornehmlich auf Kapazitäten einer klinischen und intensivmedizinischen Versorgung der akut Infizierten, werde die dauerhafte Versorgung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppe zunehmend prekärer. Während in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen sehr schnell Hotspots der Erkrankung entstehen können, da viele hochbetagte und multimorbide Menschen auf engem Raum leben, werden ambulante Versorgungssituationen destabilisiert. Damit sei die tägliche Versorgung der Pflegebedürftigen gefährdet.

    Fazit

    Und das schlussfolgern die Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Um über die akute Pandemiesituation hinaus Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, muss den Forderungen der Pflegedienste und stationäre Einrichtungen nachgekommen werden. Dazu gehören bundesweite und praktikable Handlungsempfehlungen, eine dauerhafte ausreichende Bereitstellung von Schutz- und Desinfektionsmitteln, die systematische und regelmäßige Testung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Personal, sowie eine bessere Vergütung der Pflegekräfte und eine bessere Personalausstattung.

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  • Mit Aktualisierung: Universität Bremen startet bundesweite Online-Befragung von Pflegeeinrichtungen zur Corona-Pandemie

    Mit Aktualisierung:
    Universität Bremen startet bundesweite Online-Befragung von Pflegeeinrichtungen zur Corona-Pandemie

    Ein Forschungsteam will mit einer breit angelegten Online-Befragung herausfinden, vor welchen Herausforderungen Pflegeeinrichtungen angesichts der Corona-Pandemie stehen und wie sie damit umgehen.

    Befragt werden mehr als die Hälfte aller ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Ziel sind Handlungsvorschläge für die Landes- und Bundespolitik.

    Pflegekräfte waren auch vor Ausbruch der Pandemie hoch belastet.
    Nun hat sich die Situation verschärft und die Einrichtungen stehen vor großen Herausforderungen. Das betrifft sowohl personelle als auch materielle Ressourcen. Darüber, wie die Betroffenen mit dieser Situation umgehen, ist wenig bekannt.

    Die Universität Bremen hat sich zum Ziel gesetzt, dazu verlässliche Daten zu erheben. Ein neunköpfiges Team aus dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) und dem SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik führen unter Leitung von Professorin Karin Wolf-Ostermann und Professor Heinz Rothgang eine bundesweite Online-Befragung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durch.
    Mehr als die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen in Deutschland, insgesamt 18.000, werden jetzt per E-Mail kontaktiert.

    Pflegebedürftige gehören zu den gefährdeten Gruppen im Land. Wenn Sie an COVID-19 erkranken, ist die Todesrate sehr hoch. Sie sollten geschützt werden.
    Die einzige derzeit bekannte und genutzte Strategie zur Eindämmung der Pandemie ist soziale Distanzierung. Diese Strategie ist bei Pflegebedürftigen aber nicht im selben Maß anwendbar wie bei der restlichen Bevölkerung, da die Betroffenen auf persönliche Unterstützung angewiesen sind und damit auch auf körperliche Nähe nicht verzichten können. Dennoch können Maßnahmen der sozialen Distanzierung ergriffen werden, etwa durch Einschränkungen der Besuchsmöglichkeiten. „Dies führt aber zu Isolation und Einsamkeit, die für Pflegebedürftige ebenfalls gefährlich ist. Wir befinden uns also in einem Dilemma“, sagt Pflegeprofessorin Karin Wolf-Ostermann.

    Handlungsempfehlungen für die Politik
    Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es nun, festzustellen, welche Herausforderungen für die Pflegedienstleitungen während der Corona-Pandemie bestehen. Es soll ermittelt werden, an welchen personellen und materiellen Ressourcen es mangelt und welche Änderungen der Rahmenbedingungen sich entlastend auf die Pflegeeinrichtungen auswirken könnten.
    Aus den Ergebnissen wollen die beteiligten Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Handlungsempfehlungen formulieren, die über das Bundesministerium für Gesundheit in den politischen Prozess eingespeist werden können.

    „Die Corona-Krise macht deutlich, wie belastet Pflegeeinrichtungen sind. Es ist zu hoffen, dass Bemühungen, die Personalsituation in Einrichtungen zu verbessern, durch die Krise nicht behindert, sondern sogar befördert werden“, sagt Gesundheitsökonom Professor Heinz Rothgang. Seine Kollegin Karin Wolf-Ostermann ergänzt: „Die Krise ist eine Chance für einen technologischen Innovationsschub. Einrichtungen sollten zum Beispiel die digitale Kommunikation der Bewohner mit Angehörigen ermöglichen.“

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  • DBfK und Pro Pflege: Politik verkennt den Pflegenotstand gründlich

    DBfK und Pro Pflege: Politik verkennt den Pflegenotstand gründlich

    Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) weist die gestern bekannt gewordenen Ergebnisse aus den Beratungen der Koalitionsrunde als völlig unzulänglich zurück.
    Union und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen lediglich auf Maßnahmen für eine bessere Personalausstattung in der Pflege, ein Sofortprogramm mit 8.000 neuen Pflegefachpersonen und auf eine verbesserte Bezahlung von Pflegekräften verständigt.

    „Damit verstetigen sich die vagen Ankündigungen aus dem Sondierungspapier, mit minimalsten Maßnahmen den dramatischen Pflegenotstand in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und im ambulanten Bereich zu kaschieren!“ sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein dazu in Berlin. „Es ist kaum zu glauben, dass die Politik noch immer nicht versteht, wie brisant die Pflegesituation in Deutschland tatsächlich ist. Mit Ansätzen, die schon in den vergangenen Jahren ins Leere liefen, wird gar nichts bewegt. Von politisch Verantwortlichen, die Gegenwart und Zukunft unseres Landes gestalten wollen, darf die Bevölkerung und dürfen Menschen in den Pflegeberufen wahrlich mehr erwarten als ein so mageres Koalitionsprogramm.“

    Als Berufsverband der Pflegeberufe fordert der DBfK, die Arbeitsbedingungen und die Personalausstattung in der Alten- und Krankenpflege sofort und spürbar zu verbessern. Schon die im Sondierungspapier angekündigten 8.000 Stellen im Bereich der sogenannten medizinischen Behandlungspflege erzeugen vor allem Fragezeichen.
    Woher soll das Geld dafür kommen, wird womöglich lediglich umgeschichtet von der Pflege- zur Krankenversicherung?
    Und was sollen 8000 Stellen bei einer Zahl von ca. 13.000 stationären Einrichtungen bewirken, die schon jetzt eine nachgewiesene Lücke von vielen tausend Fachkraftstellen aufweisen?
    Wie will man Menschen bewegen, in den Pflegeberuf zu gehen, von Teilzeit auf Vollzeit aufzustocken, wenn man ihnen nichts anderes bietet als dieselben belastenden Arbeitsbedingungen, die seit langem Auslöser der Berufsflucht sind?
    Die im Sondierungspapier angekündigte Ausweitung von Pflegepersonaluntergrenzen für alle bettenführenden Bereiche der Krankenhäuser hätte erwarten lassen, dass hierzu konkrete Aussagen zur Finanzierung und zur Personalgewinnung erfolgen. Knickt man nun einmal mehr ein vor dem Widerstand der Krankenhausträger?
    Und zur Ankündigung besserer Bezahlung: Union und SPD wissen sehr wohl, dass sich eine flächendeckende Vergütung nicht per Koalitionsvertrag regelt, sondern einzig durch die Aushandlung der Tarifpartner.

    Wenn die gestern verkündete Einigung in der Verhandlungsgruppe Pflege unverändert in den Koalitionsvertrag kommen sollte, hätte das für die Pflege fatale Konsequenzen.
    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk stimmt der kritischen Beurteilung des DBfK vollinhaltlich zu!

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  • Pflegetreff am 13.05.2014 in Neuss-Erfttal mit dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

    Pflegetreff am 13.05.2014 in Neuss-Erfttal mit dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

    PflegetreffDer Pflegetreff wird sich mit grundsätzlichen Fragen der aktuellen Pflegepolitik befassen und dabei den Pflegenotstand ansprechen, den es aufzulösen gilt.
    Der Veranstaltung wird u.a. auch deshalb große Bedeutung beizumessen sein, weil der Bundesgesundheitsminister sein Kommen zugesagt hat und ein Statement abgeben wird. (mehr …)

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