Schlagwort: Stolpersteine

  • Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit in Mönchengladbach-Odenkirchen gestohlen

    Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit in Mönchengladbach-Odenkirchen gestohlen

    Zwei von fünf an einer Stelle im Gehweg eingelassenen Stolpersteinen sind in Mönchengladbach-Odenkirchen auf der Straße Kohrbleiche gestohlen worden.

    Bei den Stolpersteinen handelt es sich um Gedenktafeln aus Messing, die in den Bürgersteig eingesetzt wurden. Sie sollen an Menschen erinnern, die von den Nazis verhaftet, deportiert und in den meisten Fällen ermordet wurden.

    In Mönchengladbach sind bislang 317 Stolpersteine an 98 Stellen verlegt worden.
    Ein 69-jähriger Zeuge hatte sich heute (Di 08.02.2022, 17.00 Uhr) bei der Polizei gemeldet und den Diebstahl der Stolpersteine angezeigt.
    Am Tatort stellte die Polizei fest, dass zwei von fünf Stolpersteinen fehlen. Eine Suche nach den Stolpersteinen im Nahbereich des Tatortes verlief negativ. Der Diebstahl dürfte nach Angaben des Zeugen zwischen Sonntag, 6.2.2022, 20:00 Uhr und Montag, 7.2.2022, 10:00 Uhr geschehen sein.

    Hinweise auf den oder die Täter liegen aktuell nicht vor.

    Der Staatsschutz der Polizei Mönchengladbach hat die Ermittlungen aufgenommen.
    Die Polizei Mönchengladbach fragt: Wer kann sachdienliche Hinweise zur Aufklärung dieser Tat geben?
    Hinweise bitte an die Polizei Mönchengladbach: Telefon 02161-29-0. (WR)

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  • „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

    „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ –
    Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

    Der nachfolgende Text wurde von Elma Ajruli verfasst (Klasse 10e).

    Gunter Demnig,

    Gunter Demnig hat an 98 Stellen in der Stadt insgesamt 317 seiner Stolpersteine verlegt. Mit ihnen erinnert der Künstler an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, gibt ihnen ihren Namen zurück, informiert über ihre Schicksale und sichert ihnen einen Platz in der Mitte der Gesellschaft.

    Die Schüler*innen der Klasse 10e der Realschule Volksgarten überlegten sich am 02.11.2021, gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Herrn Endrit Juchem und Frau Stefanie Klengel im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ etwas Wundervolles und säuberten einen Stolperstein in der Sophienstraße 22 in Mönchengladbach, wo Hertha Bunte (1896-1943) gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Mutter lebte.

    Vor der Säuberung des Stolpersteins hat jeder Schüler der Klasse 10e einen Vortrag über verschiedene Stolpersteine in der Stadt vorbereitet und vorgestellt und uns auf die Vergangenheit der Opfer aufmerksam gemacht.
    Elma Ajruli aus der Klasse 10e war auch einer der Schülerinnen, die die Beschäftigung mit dem Vortrag und den Schicksalen der Personen hinter den Stolpersteinen sehr berührte. Der Stolperstein, den sie sich aussuchte, wurde in Erinnerung an Theo Hespers, der am 12. Dezember 1903 in Mönchengladbach geboren wurde und am 9. September 1943 in Berlin-Plötzensee unglücklicherweise starb, verlegt.

    Diese Veranstaltung hat die ganze Klasse zum Nachdenken gebracht, weil so viele verschiedene Menschen grundlos getötet wurden und man sich, während man zuhörte, in die Lage der verstorbenen Menschen versetzen konnte.
    Diese grausame Vergangenheit darf sich auf gar keinen Fall wiederholen.
    Wir als Schule bedauern diesen Verlust zutiefst und sprechen den Familien der Verstorbenen unser aufrichtiges Mitgefühl aus.

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  • 22 weitere Steine verlegt

    22 weitere Steine verlegt

    Erinnerung an Menschen der Vergangenheit und als Ermahnung an die Zukunft.

    Mit seinen STOLPERSTEINEN erinnert der Künstler Gunter Demnig seit Jahren an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig einlässt. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. Bislang wurden in Mönchengladbach 295 Stolpersteine verlegt.

    Nun sind im Rahmen des Projektes weitere 22 Steine an neun Stellen in der Stadt hinzugekommen, so zum Beispiel an der Weiherstraße 14 in Erinnerung an die Familie Mazewski: Die Ostjuden waren die besondere Zielscheibe des nationalsozialistischen Rassenantisemitismus. Die aus Polen stammende Familie Mazewski, die lange Jahre in M.Gladbach lebte, gehörte zu ihnen. Ende 1938 wurde sie ein Opfer der sogenannten ‚Polen-aktion‘, nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde sie in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) verbracht.

    Oder auch bei der Margarethenstraße 14: Nur wenige Deutsche waren während der nationalsozialistischen Diktatur bereit, den verfolgten Juden zu helfen. Zu diesen Wenigen gehörte der Kaufmann Wilhelm Brocke. Mitten im Krieg geriet der Kaufmann in Konflikt mit der Staatsmacht, da bekannt geworden war, dass er einem jüdischen Ehepaar aus Köln, das in den Osten deportiert werden sollte, zur Flucht in die Niederlande verholfen hatte. Im KZ Sachsenhausen wurde Brocke am 7. April 1943 ermordet.

    Oberbürgermeister Felix Heinrichs vor den Stolpersteinen Weiherstraße 14 in Erinnerung an Franz Mazewski, Berta Mazewski, Josef Mazewski und Ruth Mazewski. ©Stadt MG

    Die Menschen, an die diese Steine erinnern, stehen dabei stellvertretend für die vielen Opfer, die auch in Mönchengladbach in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und anschließend in Todeslagern oder anderen Orten des Grauens ermordet wurden. Für Oberbürgermeister Felix Heinrichs sind die Stolpersteine deswegen ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur: „Hinter jedem dieser Steine steckt ein Menschenleben, eine Geschichte und vor allem ein Schicksal, das sich nie wieder wiederholen darf. Deswegen sind die Stolpersteine nicht nur eine Erinnerung an diese Menschen, sondern auch eine Mahnung: Es darf keinen Platz für Extremismus in unserer Gesellschaft geben. Wir alle können dafür einstehen, dass nicht Ausgrenzung, sondern Offenheit und Toleranz unsere Gesellschaft ausmacht.“

    Die Steine wurden dabei von Paten gestiftet. Auch jeweils eine Klasse des Mathematisch Naturwissenschaftlichen Gymnasiums und des Hugo-Junkers-Gymnasiums haben einen Stein gespendet. Heinrichs bedankt sich bei allen, die dies unterstützen: „Und ich weiß, dass es dabei nicht nur um einen finanziellen Beitrag geht, sondern dass es allen eine Herzensangelegenheit ist, die Erinnerung wach zu halten. Sie reden mit anderen darüber, Klassen beschäftigen sich damit im Unterricht und sorgen so dafür, dass die Erinnerung nicht nur in Form von Steinen lebendig bleibt.“

    An folgenden Orten sind neue Stolpersteine verlegt worden:
    Sandstraße 22 in Erinnerung an Alexander Harf und Johanna Harf.
    Kohrbleiche 1a in Erinnerung an Leon Heimann, Johanna Heimann, Recha Meierhoff, Hermine Heimann und Bertha Heimann.
    Hauptstraße 131 / 133 in Erinnerung an Albert Zander und Else Zander.
    Hofstraße 149 in Erinnerung an Simon Altbaum und Estera Altbaum.
    Sophienstraße 22 in Erinnerung an Hertha Bunte.
    Margarethenstraße 14 in Erinnerung an Wilhelm Brocke.
    Schillerstraße 65 in Erinnerung an Erich Hirschberger, Selma Hirschberger und Stephan Hirschberger.
    Lützowstraße 12 in Erinnerung an Nathan Neuhaus und Rosa Neuhaus.
    Weiherstraße 14 in Erinnerung an Franz Mazewski, Berta Mazewski, Josef Mazewski und Ruth Mazewski.

    Auf der Internetseite der Stadt sind alle Standorte von Stolpersteinen zu finden. Hier gibt es auch die Möglichkeit, die Schicksale der Opfer, an die die Steine erinnern, nachzulesen.
    Zusätzlich gibt es Informationen, wie man das Projekt unterstützen kann. https://www.moenchengladbach.de/de/stolpersteine

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  • Stolperstein in Giesenkirchen: Konstantinstraße 263

    Stolperstein in Giesenkirchen: Konstantinstraße 263

    Am heutigen Montag, 18. Dezember, war der Künstler Gunter Demnig in Mönchengladbach, um weitere Stolpersteine zu verlegen. Ab 9 Uhr wurden sie an sechs Stellen in der Stadt verlegt.
    Einer dieser neuen Stolpersteine wurde zum Gedenken an Frau Emma Struch aus Giesenkirchen an der Konstantinstraße 263
    verlegt.
    Dies wurde möglich durch die Spende von Schülerinnen und Schüler des Franz-Meyers-Gymnasiums in Giesenkirchen.
    Sie hatten sich mit der NS-Zeit und der Judenverfolgung beschäftigt und daraufhin zur Spende entschlossen.
    In einer kurzen, würdigen Zeremonie erinnerte Bürgermeister Ulrich Elsen an die Greueltaten der NS-Zeit, mit einem Gebet wurde der Toten gedacht.

    Mit den Stolpersteinen erinnert der Künstler Gunter Demnig auch in unserer Stadt an die Opfer der NS-Zeit. Er setzt an den letzten selbstgewählten Wohnorten der Opfer kleine Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig ein.
    Bisher sind in Mönchengladbach rund 250 Stolpersteine an 75 Orten für Menschen verlegt, die von den Nazis verhaftet, deportiert und in den meisten Fällen ermordet wurden.

     

    Zur Geschichte der Emma Struch

    Das ehemalige Giesenkirchener Krankenhaus an der Konstantinstraße 263 war vier Jahre lang der Aufenthalt einer älteren
    jüdischen Frau, bevor‘ sie 1942 deportiert wurde . .
    Emma Struch wurde am 22. September 1853 in Rheydt geboren. Sie war die Tochter von Seligmann Struch und Johanna
    Struch geb. Bleek.
    Die Familie Struch geht auf einen Seligmann Struch zurück, der um 1736 in Wieler/Roer geboren wurde. Dieser war eine Zeitlang in Korschenbroich ansässig, siedelte dann aber nach Giesenkirchen um, wo er 1816 verstarb. Seine drei in Korschenbroich geborenen Söhne ließen sich alle in Rheydt nieder. Vermutlich von einem dieser Söhne Seligmann Struchs
    des Älteren stammt Emma Struchs Vater Seligmann ab, über den ansonsten wenig bekannt ist.
    Die Familie mütterlicherseits, die Bleeks oder Bleecks, war bereits im 18. Jahrhundert in Beckrath ansässig.
    Emmas Mutter Johanna Bleek war die uneheliche Tochter von Sibilla Bleek, die am 29. Mai 1795 in Beckrath als Rösgen Jacob geboren wurde und seit 1808 ihren neuen Namen trug. Noch 1863 wird sie in einer Quelle als Spulerin bezeichnet.
    Die Heirat von Seligmann Struch und Johanna Bleek fand am 7. Dezember 1849 in Rheydt statt. Emma war das drittälteste von neun Kindern des Paares, die zwischen 1850 und 1865 zur Weit kamen. Einige ihrer Geschwister liegen auf dem Jüdischen Friedhof Rheydt begraben, so Bertha Struch (1857-1894), Sara Struch (1861-1923) und Rosa Salomon geb. Struch (1865-1934).
    Emma Struch, die ledig war, wohnte bis Ende Januar 1937 an der Kreuzstraße 102 in Rheydt und zog am .1. Februar dieses
    Jahres an die Hugo-Junkers-Straße 25. Am 1. September 1938, nunmehr 85 Jahre alt und vermutlich auf Hilfe angewiesen,
    bezog sie das Dachgeschoss des Krankenhauses Giesenkirchen an der Konstantinstraße 263, das damals offenbar als eine Art Altenheim fungierte. Hier wohnten auch zwei ihrer Schwestern, die Ende der 1930er Jahre innerhalb kurzer Zeit verstarben,
    beide fast neunzig Jahre alt: Rosette Struch (1850-1939) und Julchen Struch (1851-1939).

    Im Gegensatz zu ihren Schwestern war Emma Struch kein ruhiges Ende beschieden.
    Am 25. Juli 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 27. Dezember 1942 starb.
    Emma Struch, die in hohem Alter Opfer der Judenverfolgung geworden ist, wurde am 18.12.2017 vor dem ehemaligen Krankenhaus Giesenkirchen an der Konstantinstraße 263 ein Stolperstein gesetzt.

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  • Stolpersteine jetzt auch als interaktive Stadtkarte

    Mit seinen Stolpersteinen erinnert Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit, indem er an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Seit dem Jahr 2006 hat der Kölner Künstler in Mönchengladbach inzwischen 255 Gedenksteine an 74 Orten für Menschen verlegt, die von den Nazis verhaftet, deportiert, vertrieben, eingesperrt oder ermordet wurden.

    Alle verlegten Stolpersteine sind auf der Internetseite der Stadt Mönchengladbach beschrieben. Im Geoportal der Stadt Mönchengladbach steht jetzt auch eine interaktive Stadtkarte zur Verfügung, die alle Standorte von Stolpersteinen zeigt. Hier kann per Maus-Klick nach den Namen der Opfer gesucht werden. Außerdem sind Fotos der Stolpersteine und weiterführende Infos hinterlegt.

    Der direkte Link zur Karte lautet:

    https://geoportal.moenchengladbach.de/geo/resources/apps/Stolpersteine/index.html?lang=de&preview=true

    STOLPERSTEINE sind Pflastersteine in den Maßen 10x10x10 cm. Auf dem Stein befindet sich eine verankerte Messingplatte mit Namen, Jahrgang und Schicksal des Opfers. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern hält er die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

    Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für das Herstellen und Verlegen eines Stolpersteins übernehmen. Dem Aufruf der Stadt Mönchengladbach, durch solche Patenschaften die Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten, sind zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, aber auch Schulklassen, Vereine und weitere Einrichtungen gefolgt. Anfragen zu Patenschaften nimmt das Büro des Oberbürgermeisters entgegen. Ansprechpartnerin ist Birgit Neuß, Telefon 02161/25-2507,
    E-Mail birgit.neuss@moenchengladbach.de.

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