Sozial-Holding mit dem Universal Fair Pay Check für gerechte Bezahlung ausgezeichnet

Foto: Sozial-Holding

Die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach ist mit dem Universal Fair Pay Check ausgezeichnet worden. Mit dem Zertifikat für das Tochterunternehmen der Stadt Mönchengladbach würdigt das Fair Pay Innovation Lab (FPI) aus Berlin den langjährigen und wirksamen Einsatz für gerechte Bezahlung der Beschäftigten des Unternehmens. In Deutschland wird der Universal Fair Pay Check unter der Schirmherrschaft von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vergeben.

So fällt dann auch der Pay Check des FPI für die Sozial-Holding sehr positiv aus: „Das Tarifgefüge des Unternehmens wirkt. Demographische Merkmale wie Alter, Herkunft oder Familienstand haben keinen messbaren Einfluss auf die Gehälter.“

Henrike von Platen, Gründerin und CEO des FPI, sieht die Auszeichnung als klares Signal für Chancengleichheit im Unternehmen: „Denn faire Bezahlung ist der Schlüssel zur Chancengleichheit, für alle Menschen, egal, woher sie kommen, wen sie lieben oder woran sie glauben, ganz gleich, ob sie Kinder haben oder wie alt sie sind. Die Sozial-Holding Mönchengladbach zeigt mit ihrer Auszeichnung auch, wie die Aufwertung sozialer Dienstleistungen gelingen kann. Ein wichtiges Signal in der aktuellen Diskussion.“

Um Unternehmen bei der Umsetzung von Fair Pay zu unterstützen, verleiht das gemeinnützige FPI seit März 2021 den Universal Fair Pay Check, der derzeit wohl wirksamsten Zertifizierung für faire Bezahlung. Im Sommer wurde dem FPI für seinen Einsatz auch auf internationaler Ebene vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen der Beraterstatus verliehen.

In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt immer noch zirka 18 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Nur knapp die Hälfte aller Pflegekräfte in Deutschland erhielten laut Bundesarbeitsministerium bisher einen Tariflohn. Dies wird sich mit der Verpflichtung zur Tarifbindung für Pflegeanbieter zukünftig ändern.

Doch Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding gibt zu bedenken: „Tarif ist nicht gleich Tarif. Und auch bei der besten tariflichen Entlohnung, wie wir sie unseren Beschäftigten nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlen, ist es nicht getan. Denn auch innerhalb von tariflichen Strukturen kann es zu ungerechter Bezahlung kommen.“

Seit über 25 Jahren leitet Wallrafen die Sozial-Holding mit mehr als 900 Beschäftigten, von denen die meisten in den sieben städtischen Altenheimen arbeiten. „Als ich die Geschäftsführung übernommen habe, habe ich mich schon gefragt, wie es sein kann, dass selbst in unserer frauendominierten Branche Führung vor allem den Männern vorbehalten war“, sagt er – und ergänzt: „Heute sind unsere Leitungskräfte in allen Gesellschaften der Sozial-Holding zu beinahe 75 Prozent weiblich, im Bereich der Altenheime sind es sogar 85 Prozent. Eine Entwicklung, die nur möglich war, weil wir im Unternehmen talentierte Frauen aktiv gefördert haben: durch Programme zur Vereinbarkeit von Familie und Karriere, durch gezielte Weiterbildungsangebote und durch eine Unternehmensphilosophie, die ihnen den Mut gibt, sich Führungsaufgaben zuzutrauen.“