„… und die Welt wird bunt! – Wie die Farbe in den Alltag kam.“

Ein kulturelles Highlight: Am 18. Mai eröffnet im Museum Schloss Rheydt die Ausstellung
„… und die Welt wird bunt. Wie die Farbe in den Alltag kam.“
FarbausstellungKern der Ausstellung ist eine historische Farbstoffsammlung der Hochschule Niederrhein, die jetzt erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wird. Die Sammlung ist weltweit eine der größten ihrer Art.
Eine Kooperation zwischen dem Museum Schloss Rheydt und der Hochschule Niederrhein beschert der Stadt Mönchengladbach und der Region diese einmalige Schau.

„Farben spielen in allen Bereichen des Alltags eine große Rolle. Ob wir unsere Kleidung in unserer Lieblingsfarbe auswählen, ein Auto in einer bestimmten Farbe kaufen oder unsere Wände leuchtend bunt streichen – Farben sind überall“, sagt Charlotte Lang, Kuratorin der Ausstellung.
Sie hat sich gemeinsam mit Museums-Chef Dr. Karlheinz Wiegmann und Prof. Dr. Jürgen Schram auf den Weg gemacht, die Bedeutung der Farbe im Rahmen einer Ausstellung aufzuzeigen. „Farben helfen uns bei der Orientierung, sind Kommunikationsmittel und soziokultureller sowie ästhetischer Ausdruck unserer individuellen und kollektiven Identität.“

Eröffnung: Sonntag, 18. Mai 2014, 11 Uhr mit Oberbürgermeister Norbert Bude und Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg

Ausgangspunkt der Ausstellung war die Erfassung der historischen synthetischen Farbsammlung der Hochschule Niederrhein.
Die Sammlung umfasst rund 10.600 Farbfläschchen mit Farbstoffen aller führenden Farbstoffhersteller der deutschsprachigen Länder.
Sie nahm ihren Anfang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals ließ die junge chemische Industrie ihre Farbstoffe von der Färberei- und Appreturschule Krefeld auf ihre Anwendbarkeit zum Färben von Samt- und Seide prüfen.
„In vielen Fällen wurden dann auch die entsprechen Färberezepte für die Industrie entwickelt“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Schram, der die Ausstellungsmacher inhaltlich berät. „Die Sammlung ist der Beweis, dass wir als Hochschule schon vor 130 Jahren anwendungsorientiert gearbeitet und unser Know-how der Industrie zur Verfügung gestellt haben.“
Von den bis zu 150 Jahre alten Farbstoffen ausgehend, möchte die Ausstellung den Zusammenhang zwischen Farben und Alltagsleben anschaulich darstellen. Wie war die Welt, bevor Farben in der Retorte hergestellt werden konnten? Was war alles bunt? Was konnte mit den chemischen Farbstoffen alles gefärbt werden? Ein Höhepunkt der Ausstellung ist dabei eine begehbare Installation, die vom Leibniz-Institut für Wissensmedien eigens für die Ausstellung konzipiert wurde.
Dabei laufen die Besucher über einen projizierten Zeitstrahl am Boden auf einen Monitor zu, auf dem sie passend in den Farben der jeweiligen Zeit erscheinen. In den Jahren 1850 bis 1900 erscheint der Besucher im Indigo-blau, während des Weltkriegs in feldgrau und so weiter. „Der Besucher erkennt mittels der Installation unmittelbar, wie die jeweilige Zeit farblich aussah, in der er sich bewegt“, sagt Museumsleiter Dr. Karlheinz Wiegmann. „Mit diesem interaktiven Medium bauen wir zugleich die Brücke von den historischen Farbfläschchen zur digitalen Moderne.“