Viele kleine Spatenstiche für mehr Biodiversität in Mönchengladbach

Unterstützten zusammen mit vielen anderen bei der Heckenpflanzung (v.l.): Marcus Klancicar, Abteilungsleiter im Fachbereich Umwelt, Christoph Boddenberg vom Landschaftsverband Rheinland, Brigitta Szyska, Geschäftsführerin Naturschutzstation Wildenrath, Bürgermeisterin Josephine Gauselmann und Barbara Weinthal, Leiterin Fachbereich Umwelt. Foto: Stadt Mönchengladbach

Nach dem ersten Jahr im LVR-Förderprojekt „Bäume und Raine – Leben in der Landschaft“ ziehen die Projektverantwortlichen eine positive Bilanz.

Der Wind geht kräftig in Sasserath, am Morgen des ersten März. Zwei Handvoll Helferinnen und Helfer haben sich hier getroffen, um Weißdorne, Schlehen und Hainbuchen zu setzen.
Die 240 Pflanzen sollen dereinst zu einer stattlichen Hecke heranwachsen einen neuen Lebensraum in der Kulturlandschaft bilden. Es ist eine von vielen Pflanzaktionen, die durch das LVR-Förderprojekte „Bäume und Raine“ zuletzt durchgeführt werden konnten.
Nach dem ersten von insgesamt drei Projektjahren ziehen die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Mönchengladbach und die Naturschutzstation Wildenrath eine durchweg positive Bilanz.

Rund 2.000 heimische Heckenpflanzen, 50 Obstgehölze und 50 heimische Laubbäume wurden im Rahmen der Aktion bislang gepflanzt. Auch zwei ehemalige Obstwiesen wurden beziehungsweise werden derzeit wiederhergestellt, fünf weitere wurden aus Projektmitteln gepflegt. Der Gehölzschnitt wurde in Teilen für sogenannte Benjeshecken verwendet, bei denen Totholz die Grundlage für den künftigen Bewuchs bildet. Auf rund 6.600 Quadratmetern haben die Projektteilnehmer außerdem Blühflächen, Insektenweiden und Säume angesät.

Ziel des Projektes ist es, alte Elemente der Kulturlandschaft wiederherzustellen oder neu anzulegen. Gepflanzt wurde bisher teils auf städtischen, aber vor allem auf privaten Flächen.
Marcus Klancicar, Abteilungsleiter im Fachbereich Umwelt und dort unter anderem für die Untere Naturschutzbehörde zuständig, zeigt sich von der bisherigen Resonanz begeistert: „Es ist toll zu sehen, wie sich allein im ersten Jahr 30 Bürgerinnen und Bürger, Landwirte, Vereine, aber auch Schulen und Kindergärten gemeldet haben, um mitzumachen. Das Projekt lebt von den geeigneten und verfügbaren Flächen, wo wir etwas pflanzen oder ein vernachlässigtes oder verlorengegangenes Landschaftselement wiederbeleben können. Auch der NABU ist hier ein toller Multiplikator, der den Kontakt zu uns und der Naturschutzstation herstellt.“

Jede Maßnahme aus dem Projekt bringt dabei einen ganz konkreten Nutzen für ihre Umwelt. In Sasserath etwa wird die ausgewachsene Hecke einmal ein wichtiger Windbrecher sein, wodurch der Boden langsamer austrocknet. Auch als Lebensraum, Nistplatz und – dank Blüten und Beeren –als Nahrungsquelle wird die Hecke eine wichtige Funktion für die Tierwelt einnehmen. Den Weidetieren spendet sie an heißen Sommertagen zudem Schatten.
Brigitta Szyska, Geschäftsführerin der Naturschutzstation Haus Wildenrath e.V., sagt: „Elemente wie Hecken, blühende Raine an den Äckern oder Obstwiesen sind wichtige Biotope. Das Förderprojekt versetzt uns in die Lage, in vielen kleinen Projekten ganz konkret etwas für die Biodiversität in Mönchengladbach zu tun.“

Um das Projekt weiter in der hohen Schlagzahl fortsetzen zu können, werden auch in diesem Jahr noch geeignete Flächen für potentielle Blühstreifen und blühende Raine, sowie geeignete Standorte für die Pflanzung von Einzelbäumen, Hecken, Streuobstwiesen oder Alleen gesucht.
Interessierte können sich mit Katja Sonnenberg vom Fachbereich Umwelt (Tel.: 02161-258268; Mail Katja.Sonnenberg@moenchengladbach.de) oder mit Dr. Brigitta Szyska von der Naturschutzstation Haus Wildenrath e.V. (Tel. 02432-9346047; Mail szyska@naturschutzstation-wildenrath.de) in Verbindung setzen.

„Bäume und Raine – Leben in der Landschaft“ Gemeinsam mit Aachen hat Mönchengladbach Ende 2022 die Zusage für das Förderprojekt „Bäume und Raine – Leben in der Landschaft“ des Landschaftsverbands Rheinland erhalten.
Knapp 330.000 Euro stehen zur Verfügung und gehen je zur Hälfte in die beiden rheinischen Städte. Im Projektzeitraum von 2023 bis 2025 sollen mithilfe des Fördergeldes Solitärbäume, Gehölzgruppen, Hecken, Alleen und Streuobstwiesen gepflanzt sowie Raine, Blühstreifen und -flächen angelegt werden. Außerdem sollen bestehende Kulturlandschaftselemente wie Streuobstwiesen, Kopfweiden oder Heiderelikte durch fundierte fachliche Pflege langfristig erhalten werden.

16 - 1

Danke für Ihre Abstimmung!

Sorry, Sie haben schon abgestimmt!