„Wieviel Staat braucht die Stadt?“
Katholische Liga wollte es von den OB Kandidaten ganz genau wissen

14-05-15-kath-liga-0019Die Katholische Liga in Mönchengladbach hält es für problematisch, dass die Stadt zugleich Nachfrager und Anbieter von sozialen Leistungen ist.
Sie möchte mit den Freien Trägern der Wohlfahrt verstärkt Leistungen im Sozialbereich erbringen und damit auch mehr Verantwortung übernehmen.
Karl Gabriel, Professor für Christliche Sozialwissenschaft, griff bei der öffentlichen Podiumsdiskussion am 13. Mai mit den anwesenden OB-Kandidaten weit zurück in die Geschichte, um dazu eine einigermaßen verständliche Argumentationskette herzustellen.

Sie sollte deutlich machen, dass nur die Freien Träger im Sinne der Soziallehre beauftragt sind und sein sollten, die vom Staat geplanten und bezahlten Leistungen zu erbringen.
Eine eventuell notwendige Aktualisierung der herangezogenen Enzyklika deutete er in seiner Rede nicht an.
In keiner Phase seines Impulsvortrags ging Gabriel auf die notwendigen Strukturen der Freien Träger ein. Kein Wort über die heute nicht mehr zeitgemäßen Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer bei den Freien Trägern. Nicht im Ansatz ein Angebot an die Gewerkschaften oder zur Anwendung(?) des Betriebsverfassungsgesetzes.

14-05-15-kath-liga-0004So war es denn für die erschienenen Kandidaten Oberbürgermeister Norbert Bude, Nicole Finger, Karl Sasserath und Hans-Wilhelm Reiners nicht allzu schwer, flüssige Antworten zu geben. Weitere Kandidaten sollen angefragt worden sein.
Der Tenor der Diskussion erschöpfte sich in der allgemeinen Zusage, bei einer Wahl zum Oberbürgermeister verstärkt das Gespräch mit den Wohlfahrtsverbänden zu suchen und zu prüfen, ob es weitere Betätigungsfelder geben könne, einzelne Fragen der etwa 90 Diskussions-Besucher, meist Beschäftigte in der Wohlfahrt, wurden gekonnt zu Blöcken zusammengefasst und ganz allgemein beantwortet.
Wirklich erschöpfend konnte dieser Abend nicht sein.