Fasten ist in unserem Kulturkreis seit Langem üblich.
Die bekannteste ist wohl die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Weniger bekannt ist, dass es ebenfalls eine Fastenzeit im Advent gab. Ausnahmen waren die Adventsonntage. Daher ist es nicht abwegig, den Januar zum Fastenmonat für tierische Produkte zu erklären.
In unserer wohlstandsverwöhnten Gesellschaft hat sich der Konsum von Fleisch seit den fünfziger Jahren zum Statussymbol aufgeschwungen. Leider zu Lasten der Gesundheit und des Tierwohls. Hauptsache billig. Sicher betonen viele Verbraucher immer wieder, dass ihnen das Tierwohl wichtig ist. An der Supermarktkasse weicht dies jedoch einer Demenz. Kein Wunder, schließlich sind LKW mit lustigen Hähnchen und Schweinen, die freudig zum Schlachthaus fahren, ebenso ein Trugbild wie die hübschen Küken auf den Eierverpackungen. Hier kann man einen Kompromiss eingehen. In den Frühlings- und Sommermonaten können Sie das Ei getrost essen. Das sind die natürlichen Legemonate. Im Winter werden diese durch künstliche Lichtverhältnisse erzeugt.
Geschmack ist eine Erziehungssache. In dieser Hinsicht sind wir verzogen. Oder wir sind von der Fleischwirtschaft gut erzogen worden, die uns immer wieder einreden will, dass Fleisch für uns gesund und lebensnotwendig ist. Viele Beispiele, wie z. B. Arnold Schwarzenegger, beweisen seit Jahren das Gegenteil. Aber eine alternde Gesellschaft stemmt sich mit allen Mitteln gegen Innovationen. Ein veraltetes Mindset behindert die Zukunft unserer Kinder. Für viele ist es eine Herausforderung, auf tierische Produkte zu verzichten. Die meisten Menschen können sich einen Teller ohne Dreiklang (Kartoffeln , Gemüse und Fleisch) nicht vorstellen.
Das Gezerre um das MERCOSUR-Abkommen ist ein weiterer Schritt in die Abhängigkeit von günstigerem Fleisch. Hier kann man geteilter Meinung sein, ob heimisches Fleisch, das mit Soja aus Übersee gefüttert wurde, oder das fertige Produkt, das über den Atlantik importiert wurde, die bessere Alternative ist. Die beste Lösung ist: weniger ist mehr, und zwar ökologisch verträglich, sodass unser Land es verkraftet und der Landwirt ein Auskommen hat. Dafür müsste Fleisch aber wieder einen Wert und eine Wertschätzung bekommen. Das wird aber wahrscheinlich nicht passieren.

