Mehr als 4.000 Menschen aus der Ukraine leben in Mönchengladbach.
Derweil ist ein gespendetes Löschfahrzeug in der Partnerstadt Poltawa angekommen.
Am 24. Februar jährt sich der Kriegsbeginn in der Ukraine zum dritten Mal. Auch drei Jahre nach seinem Beginn wirkt sich der Krieg auf Mönchengladbach aus.
Viele Ukrainerinnen und Ukrainer wohnen in der Vitusstadt und sind inzwischen ein Teil des Mönchengladbacher Alltags geworden. Derweil nimmt die Hilfe aus der Stadt für das angegriffene Land immer festere Formen an. Erst vor wenigen Tagen ist ein ausrangiertes, aber gut erhaltenes Löschfahrzeug der Feuerwehr in Richtung Ukraine aufgebrochen.
Sein Ziel: Mönchengladbachs ukrainische Partnerstadt Poltawa.
„Drei Jahre nach dem schrecklichen Überfall Russlands steht Mönchengladbach weiterhin entschlossen an der Seite der Menschen aus der Ukraine. Ich freue mich insbesondere, dass wir dank unserer Solidaritätspartnerschaft mit Poltawa nun zielgerichtet Hilfe leisten können – und dies auch erfolgreich tun. Ein großes Dankeschön gilt allen Unternehmen, die sich großzügig und tatkräftig beteiligen“, sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs.
Neben dem Löschfahrzeug der Mönchengladbacher Feuerwehr sind bei einer gemeinsam mit der Industrie und Handelskammer gestarteten Hilfsaktion bislang Unternehmens- und Privatspenden in Höhe von 53.600 Euro gesammelt worden. Damit sollen weitere benötigte Hilfsgüter wie Stromgeneratoren angeschafft werden.

Die Koordination der Hilfsaktion übernimmt der deutsch-ukrainische Verein Blau-Gelbes Kreuz, der auch das Löschfahrzeug nach Poltawa überführt hat. Es handelt sich dabei um ein Modell der Marke Mercedes-Benz/Metz aus dem Baujahr 1995. Das Fahrzeug ist sowohl für den Brandeinsatz als auch die technische Hilfeleistung ausgestattet, wurde vor der Spende frisch geprüft und vollständig beladen übergeben. Zuvor hatte das 2021 von der Einheit Wickrath ausrangierte Fahrzeug bereits an anderer Stelle geholfen. Infolge der Hochwasserkatastrophe nach Unwetter Bernd 2021 leistete das Fahrzeug in der Eifel-Stadt Schleiden gute Dienste.
Während die Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Großstadt Poltawa erst seit Ende 2024 besteht und langsam Formen annimmt, sind deutsche und ukrainische Biographien in Mönchengladbach schon seit Kriegsbeginn tausendfach miteinander verwoben. Während vor Kriegsbeginn rund 650 ukrainische Staatsbürger in der Vitusstadt wohnten, stieg ihre Zahl im Jahr des Kriegsbeginns auf rund 3.300. Stand Dezember 2024 waren rund 4.200 Ukrainerinnen und Ukrainer in Mönchengladbach registriert.
Über den Verteilungsschlüssel des Landes kommen derweil kaum neue Geflüchtete aus der Ukraine in die Vitusstadt. 2024 waren es 39 Personen.
Der Grund dafür ist, dass Mönchengladbach die Aufnahmequote des Landes übererfüllt.
Das liegt auch daran, dass der Stadt die in der Landeserstaufnahmeeinrichtung im JHQ untergebrachten Menschen angerechnet werden. In den städtischen Unterbringungseinrichtungen sind ukrainische Staatsbürger die Ausnahme. Nur 84 von ihnen sind aktuell hier untergebracht. Der weit überwiegende Teil der Menschen aus der Ukraine ist auf dem privaten Wohnungsmarkt untergekommen.
Neue Kontakte und Freundschaften zu Menschen aus der Ukraine sind insbesondere für die jungen Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher alltäglich. Denn in den Schulen der Vitusstadt werden aktuell auch 354 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine unterrichtet. Spezielle Einstiegsklassen gibt es dabei nur vereinzelt.
In der Regel lernen die Kinder von Anfang an in der Regelklasse zusammen mit ihren Mitschülern und erhalten zusätzlich in separaten Gruppen eine Sprachförderung.

