„Zukunft der Mobilität?“-
Nachhaltig, umweltfreundlich, sozial gerecht!

Foto: SPD-Ratsfraktion v.l.: Heinz Ritters, Mitglied der SPD-Ratsfraktion und Mitglied in der Verbandsversammlung des VRR José Luis Castrillo, Vorstand der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR Detlef Neuß, Bundesvorsitzender Fahrgastverband PRO BAHN e.V. Janann Safi, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion

Wie kann die Mobilität der Zukunft in Mönchengladbach ausgestaltet werden und welche Bedeutung kommt dabei dem ÖPNV in der Region zu?

Hierüber diskutierte die SPD-Fraktion Mönchengladbach gemeinsam mit dem Vorstand des Verkehrsbundes Rhein-Ruhr, José Luis Castrillo und dem Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbandes PRO BAHN, Detlef Neuß, im Ratssaal des Rathauses in Rheydt.

„Die Mobilitätswende ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Die Möglichkeit der Teilhabe an Mobilität ist für uns als SPD ein zentraler Baustein der täglichen Daseinsvorsorge und Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse.“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Janann Safi. Dabei setzt die SPD auf einen „sozialökologischen Ausgleich zwischen den sich ändernden Verkehrsgewohnheiten und dem Ziel einer gerechten klimaneutralen Politik“. Denn auch in Zukunft werde das eigene Auto etwa für mobilitätseingeschränkte Personen ohne Ersatz bleiben. Um die Verkehrswende dennoch umzusetzen, brauche es tragfähige Konzepte und ganzheitliche Lösungsansätze. Denn längst sei klar: „Für die Klimawende braucht es auch eine Verkehrswende. Daher ist eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger, Investitionen in die Infrastruktur, ein verbessertes Angebot und eine höhere Qualität dringend notwendig. Ein verbesserter und attraktiverer ÖPNV bildet für uns daher das Rückgrat unserer Mönchengladbacher Mobilitätswende.“ so Safi weiter.

Den Ausbau des Angebots, die Vereinfachung von ÖPNV-Tickets, den beschleunigten Ausbau der Schieneninfrastruktur und digitale Zugangsmöglichkeiten beschreibt der Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, Luis Castrillo als wichtige Faktoren für eine Verkehrswende. Ohne finanzielle Mittel für Personal, Infrastruktur und Fahrzeuge sei diese aber nicht nachhaltig und langfristig zu realisieren.

„Die bereitgestellten Mittel reichen nicht aus, um die massiven Kostensteigerungen im ÖPNV zu kompensieren.“, so Castrillo. Insofern sei es für die Umsetzung des ab dem 1. Mai gültigen DeutschlandTickets notwendig, dass sich Bund und Länder auf eine nachhaltige Regelung zur auskömmlichen Finanzierung verständigten, damit die Verkehrsunternehmen im erforderlichen Maße in Innovationen, Infrastruktur, Fahrzeuge und Betrieb investieren könnten.

Das große Interesse an dem vergünstigten, deutschlandweit gültigen 9-Euro Ticket sorgte im Verbundgebiet für einen großen Ansturm. Mehr als 3,7 Millionen 9-Euro-Tickets seien im VRR-Gebiet verkauft worden. Hinzu kamen rund eine Millionen Abonnent*innen, deren Ticketpreise auf monatlich 9 Euro reduziert wurden. Drei Monate seien laut Castrillo allerdings nicht ausreichend, um das langjährige Mobilitätsverhalten zu verändern.

Dem stimmte auch Neuß zu: „Die Entwicklung einer konsistenten, landesweiten Tarifstruktur ist wichtig, um den Bürgerinnen und Bürgern den Umstieg auf die Schiene dauerhaft zu erleichtern.“ Das neue DeutschlandTicket sei eine historische Chance, um Bus- und Bahnfahren für mehr Leute attraktiver und einfacher zu machen. Dabei müsse aber darauf geachtet werden, dass es bundesweit einheitlich und sozial gerecht ausgestaltet sei. Neuß regte an, dass auch die Mitnahme von Kindern bis 14 Jahren kostenlos möglich sein sollte. Zusätzlich solle ein Deutschland-Familienticket entwickelt werden. „Für einen kleinen Zuschlag könnten Familienmitglieder gemeinsam oder auch getrennt den ÖPNV mit einem Ticket nutzen.“, so Neuß abschließend.