470 Hektar großes JHQ jetzt im Besitz des Bundes: Gelände mit Wachdiensten abgesichert

In Würdigung des militärischen Abzugs hat der britische Feldpostdienst (BFPS) zusammen mit dem JHQ einen Gedenkumschlag mit der Abbildung des Big-House und der Queen auf der Briefmarke als „Leckerbissen“ für Briefmarkensammler herausgegeben.
133378PDer Bund ist seit Freitag, 13. Dezember, um eine Kleinstadt mit rund 2.000 Gebäuden, darunter 1.400 Wohnungen, einem Wasserwerk, mit Einkaufszentrum, zahlreichen Sporteinrichtungen, Schulen, Kindergärten und Werkstätten Wasserwerk und Heizkraftwerk „reicher“.
Nach dem Abzug der britischen Militärs im Joint-Headquarter, dass vor 60 Jahren im Westen der Stadt mit der Grundsteinlegung des Big-House aufgebaut wurde, haben sich die Briten jetzt endgültig von dem insgesamt 470 Hektar großen Areal im Stadtteil Rheindahlen getrennt.

 

„Damit geht eine Ära zu Ende, in der viele Freundschaften zwischen den Briten und unseren Bürgerinnen und Bürgern geschlossen wurden“, betonte Oberbürgermeister Norbert Bude anlässlich der Übergabe. Den feierlichen Abschluss der deutsch-britischen Freundschaft würdigten beide Seiten im Sommer mit einem emotionalen Abschied in Form von Paraden im JHQ und auf dem Alten Markt. „Wir hätten uns die Fortsetzung der Ära gewünscht. Aber die Entscheidung der britischen Regierung, ihre Militärs zurückzuziehen ist zu akzeptieren“, so Norbert Bude weiter.

„Die Nachnutzung des riesigen Areals stellt uns vor große Herausforderungen“, ergänzt er mit Blick auf das seit zwei Jahren laufende „Werkstattverfahren“ zur Zukunft des JHQ, an dem neben Vertretern der Verwaltung, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zahlreiche externe Fachleute, Vertreter der Nachbarkommunen und der NRW-Fachministerien teilgenommen haben.

Die Möglichkeiten der weiteren Nutzung reichen dabei von der Renaturierung weiter Teile bis zu Insellösung mit gewerblicher Nutzung im Bereich der Windkraft.
Darüber hinaus werden derzeit Zwischennutzungen geprüft, unter anderem die Möglichkeit, eine Teilfläche für Konzertevents herzurichten. Möglich auch, dass ein weiterer Teilbereich für die landesweite Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen genutzt werden soll. Das Land untersucht derzeit für weitere Erstunterbringungseinrichtungen geeignete ehemalige Militärstandorte und ist in diesem Zusammenhang auch auf die Stadt zugekommen.
Das Ergebnis einer vom Land in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wird im ersten Quartal des nächsten Jahres erwartet.

Mit der Übernahme des riesigen Areals hat die BImA gleichzeitig die Aufgabe der Geländesicherung übernommen.
Bernd Grotefeld von der BImA dazu: „Die Liegenschaft wird gegen unbefugtes Betreten auch per Video überwacht. Sämtliche Zufahrten sind verschlossen, Wachstreifen permanent unterwegs“, so Grotefeld. „Mit dem Abriss der Gebäude wird nicht vor 2015 begonnen, da zuvor Gutachten zum Artenschutz eventuell dort lebender Tierarten angestellt werden müssen“, ergänzt er. „Wir bitten allerdings darum, dass man möglichst schnell das Gelände aufräumt“, so Oberbürgermeister Norbert Bude und Bezirksvorsteher Arno Oellers an die Adresse des Bundes. „Viele Menschen im Bezirk sind an einem geordneten und schnellen Ablauf interessiert. Sie sind traurig, dass ihre britischen Freunde weggezogen sind“, so Arno Oellers weiter.

In Würdigung des militärischen Abzugs hat der britische Feldpostdienst (BFPS) zusammen mit dem JHQ einen Gedenkumschlag mit der Abbildung des Big-House und der Queen auf der Briefmarke als „Leckerbissen“ für Briefmarkensammler herausgegeben. Die limitierte Auflage von 500 Exemplaren, die zum Teil auch die Unterschrift von Oberbürgermeister Norbert Bude tragen, ist im Internet unter www.bfps.org.uk erhältlich.
(pmg)