AWO Sommerschule zieht erfolgreiche Halbzeit-Bilanz

Foto: AWO

Distanzunterricht, Wechselunterricht, Onlineunterricht – an vielen Kindern und Jugendlichen in Mönchengladbach sind die pandemiebedingten, schulischen Einschränkungen nicht spurlos vorbei gegangen. Struktur, soziale Kontakte und Gemeinschaft sind viele Monate weggebrochen. Genauso auch Bewegung, weil der Schul- und Vereinssport komplett zum Erliegen kommen musste.

Die AWO-Sommerschule leistet in den Sommerferien 2021 einen wichtigen Beitrag, diese Lern-, Bewegungs- und Freizeitrückstände vieler Kinder und Jugendlicher in Mönchengladbach aufzuarbeiten. Die Kinder werden täglich von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr bei der AWO im L64 betreut, bekommen einen Frühstücks-Snack und ein warmes Mittagessen. Die AWO-Sommerschule ist für die Eltern kostenlos.

Die Eltern hatten die Möglichkeit, ihre Kinder über die kooperierenden Grund- und weiterführenden Schulen bei der AWO Sommerschule anzumelden. Dazu zählen die Gemeinschaftsgrundschule Waisenhausstraße, die städtische Grundschule an der Nordstraße, die Montessori Grundschule an der Gertraudenstraße und die Bischöfliche Marienschule. Das Programm erstreckt sich über die gesamten sechs Wochen und die Inhalte haben die Kolleg*innen der AWO eigenständig entwickelt.

Zu den Programminhalten zählen beispielsweise: mindestens zweimal wöchentlich Lernförderung in Mathematik und Deutsch (1./2. Klasse und 3./4. Klasse), Lernförderung über 14 Tage in den Fächern Latein, Englisch, Mathematik, Klassen 6-8 (Marienschule), Bewegungsangebote (Fußball, Basketball, Tischtennis, Tanzen, Kinder-Yoga), Kreativangebote (Basteln, Malen, Experimente), Besuche auf dem Rheydter Wochenmarkt und gemeinsames Kochen, Gesellschaftsspiele, Kinder- und Jugendcoaching „Stark ohne Muckis“ durch AWO-Mitarbeiterin Andrea Kottmann, eine Stadt-Rallye durch Rheydt oder Ausflüge in das Museum Abteiberg, zum Textiltechnikum im Monforts Quartier, in den Stadtwald, in den Bresges Park, in den Borussia Park, in den Tiergarten Odenkirchen, in den Hardter Wald oder zum Geocaching in den Nordpark.

Die Arbeiterwohlfahrt freut sich sehr, dass die Sommerschule durch vielfältige Kooperationspartner*innen Unterstützung erfährt. Das Team der Stadtbibliothek Rheydt bietet einmal in der Woche und über die gesamten Sommerferien „Kinder Robotik Kurse“, „Bookfacing-Kurse“ oder „Manga-Kurse“ im Rahmen des Sommerleseclubs 2021 an. Ute Kempin von Mags (Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe) kommt an mehreren Tagen mit einem Umweltbildungsprogramm ins L64 und macht ein Upcycling-Projekt mit den teilnehmenden Kindern. Der städtische Förster Werner Stops empfängt Gruppen der AWO Sommerschule in der Waldschule im Hardter Wald. Das Team von Rollbrett Union e.V. bietet Skateboardkurse an.

„Wir haben uns bei der Gestaltung des Programms bewusst für eine Mischung aus Lernförderung und aktiver Freizeitgestaltung entschieden. Die Kinder sollen möglichst viel mitnehmen, aber nicht das Gefühl haben, sie sitzen im Unterricht. Spielerisches Lernen steht im Mittelpunkt der AWO Sommerschule“, sagt der Vorsitzende des AWO Präsidiums, Norbert Bude, in einem Pressegespräch im L64. AWO-Vorstand Uwe Bohlen ergänzt: „Soziales Lernen ist für die Kinder sehr wichtig. Sie waren viele Monate „eingesperrt“, durften im Lockdown nicht in die Schule oder sich mit Gleichaltrigen treffen. Jetzt dürfen sie in der Gruppe wieder gemeinsam etwas erleben und etwas lernen, ohne dass es sich nach Lernen anfühlt. Jugendhilfe und Schule sollten sich unserer Meinung nach auch in Zukunft viel besser vernetzen.“

„Wer viel erlebt wird hungrig. Deshalb sind wir besonders dankbar, dass sich die Stadtsparkasse Mönchengladbach sehr spontan dazu bereit erklärt hat, die Mittagsverpflegung der Kinder mit einer Spende aus dem PS-Zweckertrag in Höhe von 4500 Euro zu unterstützen. Ein Dankeschön geht ebenso an den Marktleiter des EDEKA Endt Marktes auf der Mittelstraße, Herrn Siemes. In den ersten Tagen wurde uns bewusst, dass viele Kinder morgens ohne ein Frühstück im Bauch zu uns kommen. Der EDEKA Markt unterstützt die Sommerschule seit drei Wochen mit Obst und Backwaren, so dass wir morgens einen Frühstücksnack anbieten können. Wir sind sehr dankbar, wie unbürokratisch und schnell uns Unterstützung zugesichert worden ist. Auch von Borussia Mönchengladbach. Der VFL hat uns einen ganzen Satz Fußbälle gespendet“, so Bude weiter.

Wie in den AWO-Kitas und Offenen Ganztagsgruppen in den Grundschulen arbeitet auch die AWO-Sommerschule nach dem offenen, pädagogischen Konzept. Täglich kommen bis zu vierzig Kinder in das L64 der AWO und sie können morgens und nachmittags zwischen mindestens vier Angeboten frei wählen. Nicole Wilms aus dem Organisations-Team der AWO Sommerschule: „Wir bestärken die Kinder darin, selbstbestimmt zu sein. Dabei achten wir schon darauf, dass die Kinder sowohl an Lern- als auch an Freizeitangeboten teilnehmen. Die Gruppen sind dabei immer gemischt. Das heißt die Kinder sind in unterschiedlichen Klassen und gehen auf unterschiedliche Schulen. Dadurch entstehen neue Freundschaften. 95 Prozent aller Kinder bei uns haben eine Zuwanderergeschichte. Diese Vielfalt ist bereichernd für uns alle.“

Helmut Thommessen von der AWO fügt hinzu: „Wir merken täglich, dass die Kinder die größten Verlierer*innen der Pandemie sind und wie sie bei uns jeden Tag ein Stückchen mehr aufblühen. Das merken auch die Eltern und sprechen uns an, ob wir ihnen nicht auch helfen können. Die AWO ist in Rheydt ein wichtiger Anker und das L64 ein zentraler Anlaufpunkt geworden. Die AWO Sommerschule hat dazu viel beigetragen.“

Die Fördermittel des Landes für das Programm „Extra Zeit zum Lernen NRW“ können bis zu den Sommerferien 2022 abgerufen werden. Die Arbeiterwohlfahrt Mönchengladbach ist bereits in der Planung, das Projekt „Bewegtes Lernen in den Ferien“ fortzusetzen. „Auch wenn es personell herausfordernd ist. In der Sommerschule arbeiten die AWO Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen und Pflegefachkräfte täglich mit den Kindern – die Verwaltungsmitarbeiter*innen unterstützen bei Ausflügen, in der Küche oder beim Mittagessen. Neben ihrer regulären Arbeit. Das ist planerisch herausfordernd. Aber wir merken auch, dass es sich lohnt. Den Kindern fällt der Abschied nach drei Wochen sehr schwer, weil es ihnen so gut gefallen hat. Jetzt ist nämlich Halbzeit und ab Montag kommen neue Kinder in die AWO-Sommerschule“, so Uwe Bohlen abschließend.