Bäume gießen: Nicht kleckern, sondern klotzen

Foto: Grüne

Angeführt vom grünen Oberbürgermeisterkandidaten Dr. Boris Wolkowski und dem grünen Baumexperten Klaus Barthels trafen sich am vergangenen Sonntag zum nunmehr fünften Mal 20 interessierte Bürger zu einem informativen Spaziergang zum Thema Bäume.

Treffpunkt im „Gründerzeitviertel“ war die „Alte Tanke“ in der Kaiserstraße/Ecke Sittardstraße.  Am Beispiel der großen Eiche, die in einer Ecke des kleinen, durch bürgerschaftliches Engagement sehr ansprechend gestalteten Platzes steht, erläuterte Klaus Barthels die Wichtigkeit von großen, luft- und wasserdurchlässigen Baumstandorten. „Beim Gießen des Baumes dort ist nicht kleckern, sondern klotzen angesagt“, sagte Barthels den Teilnehmern des Rundgangs. Hintergrund: Die Eiche auf ihrem gut 150 Quadratmeter großen, mit wasserdurchlässigem Splitt belegten Platz benötigt bei der aktuellen Hitze und Trockenheit  mindestens 1.000 Liter Wasser pro Woche. „Das sind dann noch keine sieben Liter pro Quadratmeter, also gerade mal ein leichter Landregen“, so Barthels.  Mit zwei bis drei Gießkännchen wäre dem Baum nicht geholfen.

Kurz angesprochen wurde auch die notwendige schonende Kronenpflege an der Eiche entsprechend den Vorgaben der „Zusätzlich Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege“ (ZTV-Baum), die allen Baumarbeiten zugrunde gelegt werden sollte. Boris Wolkowski hatte für die Anwohner ein Exemplar der Baumpflegerichtlinien zur Ansicht parat. Ein paar Meter von dem hübschen Platz entfernt traf die Gruppe auf vier Bürger aus der Nachbarschaft, die in einer freiwilligen Aktion einige Baumstandorte an einem städtischen Parkplatz durch Mulch und standortgerechte Stauden in ein blühendes und für die Bäume positives Stückchen städtischen Grüns verwandelt hatten. „Zur Nachahmung empfohlen“, waren sich Barthels, Wolkowski und der Rest der Gruppe einig.

Weniger schön wurde es dann an der dritten Station des kurzen Spaziergangs:  Auf dem erst vor vier Jahren fertiggestellten Schillerplatz entdeckte die Gruppe gravierende Pflegedefizite insbesondere an den neu gepflanzten Eichen. Hier sind ein defekter Stammschutz, mangelnde Kronenpflege und defekte Gießringe deutlich erkennbar, lautete die Diagnose. „Zwei Eichen zeigten starke Anzeichen von Wassermangel, sie drohen bereits abzusterben“, so Boris Wolkowski.

Teilnehmer der Gruppe wussten zu berichten, dass sich der Zustand der Bäume in den letzten zwei Wochen – wohl aufgrund von Wassermangel –  dramatisch verschlechtert habe. Hier wurde in der Gruppe der Wunsch geäußert, die mags möge doch ihrer Aufgabe, sich um das städtische Grün, insbesondere hier um die jungen Bäume, intensiver kümmern. „Andernfalls sind die Geldmittel, die die Stadt teilweise mit Fördergeldern zur Quartierverbesserung verausgabt, sinnlos verschwendet“, sagte Boris Wolkowski. Die Mittel sollten dann besser an anderer Stelle nachhaltiger eingesetzt werden.

Abschließend vermittelte Klaus Barthels am Beispiel einer alten Platane an der Margarethenstraße der Gruppe die Arbeit von Baumgutachtern. „Deutlich ist am Stammfuß der Platane ein Fruchtkörper eines baumschädigenden Pilzes zu erkennen, der über kurz oder lang die Standsicherheit des Baumes erheblich herabsetzen dürfte“, so Barthels. Bei solchen, bereits für Nichtfachleute zu erkennenden Erkrankungen sollte seiner Meinung nach doch ein Sachverständiger und Gutachter herangezogen werden, um zweifelsfrei zu klären, ob eine Gefährdung für Anwohner und Passanten durch den Baum ausgeschlossen werden kann. Der nächste Spaziergang unter dem Motto „Grün vor Ort – Raus mit Klaus“ findet am Sonntag, 23. August statt. Treffpunkt ist um 10 Uhr die Bergstraße/Ecke Hohenzollernstraße. Themenschwerpunkte werden Fragen zum Ausbau bzw. Neubau von Radwegen entlang von Baumalleen sein. Darüber hinaus werden Baumkrankheiten an Rosskastanien und Platanen erörtert.