Bundeswehr-Soldat aus Mönchengladbach will einem Leukämiekranken das Leben retten

Die nächste Gelegenheit, sich als Stammzellspender zu typisieren:
Montag, 23. Februar, 16 bis 19.30 Uhr, Mönchengladbach-Venn, kath. Jugendheim, Grottenweg 7

ChristianLeuchtenberg25022014MönchengladbachLeukämie und Stammzellspende sind für den 26-jährigen Christian Leuchtenberg keine fremden Themen.
Der Soldat aus Mönchengladbach begleitete bereits vor fünf Jahren einen Kameraden zur Stammzellspende bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld. Zwei Jahre später musste er als Angehöriger erleben, wie es ist, wenn ein naher Verwandter an Leukämie erkrankt: Sein Onkel bekam eine Stammzelltransplantation.
Vor einem Jahr wurde dann Christian Leuchtenberg selbst von einem Patienten gebraucht. Zur Stammzellentnahme in Birkenfeld brachte er eine ungewöhnliche Begleitung mit: Seinen Onkel, den 39-jährigen Eric Brück, der dank einer Stammzellspende überlebt hat.

 

Christian Leuchtenberg, vor fünf Jahren noch in der Bundeswehr-Kaserne in Germersheim stationiert, überlegte damals nicht lange: „Ich dachte mir, ‚warum nicht‘. Damals hatte ich von Stammzellspende gar keine Ahnung.“ Um sich als möglicher Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung zu registrieren, lässt er sich eine Blutprobe abnehmen. So viel wie in einen Fingerhut passt. Eine Sprecherin der Stiftung erklärt: „Das Blut wird in unserem hauseigenen Labor auf die transplantationsrelevanten Gewebemerkmale, die HLA-Werte, untersucht.“ Die Daten werden dann anonym im deutschen Zentralregister des ZKRD gespeichert. Dort laufen die Suchanfragen aus aller Welt auf. Gibt es eine Übereinstimmung mit den Daten eines Patienten, wird die entsprechende Stammzellspenderdatei informiert, die sich dann mit dem Spender in Verbindung setzt.
Mittlerweile ist Leuchtenberg als Munitionssystemtechniker im Fliegerhorst Nörvenich (Kreis Düren) stationiert. Um sich fit zu halten, geht er regelmäßig ins Fitnessstudio und macht Kraftsport. Dann Ende 2013 ruft ihn die Stefan-Morsch-Stiftung während dem Dienst an: Er kommt als Spender für einen Leukämiepatienten in Frage, ob er zur Spende bereit wäre. Christian Leuchtenberg war sofort begeistert: „Klar! Cool, dann kann ich jemandem helfen.“ Zwei Monate später stand fest, dass er der optimale Spender ist. Die Vorgesetzten bei der Bundeswehr stehen sofort hinter ihm und genehmigen Leuchtenberg Sonderurlaub. Auch die Familie hat sich von Anfang an darüber gefreut. „Dass mein Neffe spendet, macht mich stolz“, sagt Eric Brück. Er muss daran denken, als ihm ein völlig Fremder mit einer Stammzellspende Hoffnung gab. „Ich weiß nur, dass mein Spender männlich ist. Das Transplantat kam von einer Klinik aus Ulm. Ich hoffe, ich werde den Spender einmal kennenlernen.“ Heute geht es ihm ganz gut, erzählt er. Auch wenn ihm die Strapazen, die er vor drei Jahren erlebte, immer noch anzusehen sind: „Ich habe seitdem Hautprobleme und Nervenschmerzen, vor allem in den Beinen.“

Bevor Christian Leuchtenberg Stammzellen spenden durfte, wurde er noch umfangreich aufgeklärt und genau untersucht. Diese Voruntersuchungen dienen dazu herauszufinden, ob er wirklich der optimale Spender ist. Gleichzeitig soll ausgeschlossen werden, dass der Spender ein gesundheitliches Risiko eingeht. Die Mitarbeiter der Stiftung beraten und begleiten den Spender während dieser ganzen Vorbereitungsphase. Jegliche Kosten für die Untersuchungen, die Versicherung, An- und Abreise zum Entnahmeort werden übernommen.