CDU will mehr Pflegekräfte und bessere Bezahlung

Die rheinland-pfälzische CDU fordert im Kampf gegen einen Pflegenotstand mehr Personal und eine bessere Entlohnung.
Das sagte CDU-Landes- und Landtagsfraktionschefin Julia Klöckner am Freitag in Mainz nach mehreren Besuchen von Alten- und Pflegeheimen.
Dies werde teurer als bisher, räumte sie ein. Klöckner dringt auch auf mehr männliches Pflegepersonal – und mehr Zeit für einzelne Tätigkeiten:
zum Baden sieht der Medizinische Dienst der Krankenkassen 20 bis 25 Minuten vor.
Dies sei nicht zu schaffen, mindestens 30 Minuten seien nötig.

Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, schlägt die CDU-Landeschefin vor, den Numerus clausus (NC) für medizinische Studiengänge zu ändern, um die Zulassung zu erleichtern. Derzeit kämen immer mehr Fachärzte aus dem Ausland an die Krankenhäuser.

Die CDU-Chefin warnte vor Plänen des Gesundheitsministeriums, die Zimmergrößen für alle Heime zu erhöhen. Laut Pflegeverband sind für Einzelzimmer 14 statt mindestens 12 Quadratmeter, für Doppelzimmer 20 statt 18 Quadratmeter in Planung. Es müsse aber einen Schutz für bestehende Zimmer geben, sonst würden Pflegeplätze abgebaut und die Kosten zu hoch.

Klöckner wandte sich auch gegen den Vorstoß von SPD-Fraktionschef Hendrik Hering, keine großen Pflegeheime mehr bauen zu lassen und deshalb Senioren-WGs stärker zu fördern. «Alternative Wohnformen wie Alten-WGs sind eine längst überfällige Ergänzung, aber kein Ersatz», kritisierte sie. Wenn körperliche Probleme zunähmen und Senioren dement würden, sei ein selbstbestimmtes Leben in einer WG außerdem kaum möglich.
[PM]